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15.06.2018, 18:15

ATP-Turnier in Stuttgart

Federer kann sich selbst beschenken

Roger Federer strebt nach seiner Tennis-Auszeit den Titel in Stuttgart an. Mit einem problemlosen Erfolg gegen den Argentinier Guido Pella zog der Schweizer ins Halbfinale ein. Erreicht der Weltranglisten-Zweite das Endspiel, hat er einen zusätzlichen Grund zum Feiern.

Roger Federer
Schlägt nach seiner Pause in Stuttgart auf - und überzeugt auf Rasen: Roger Federer.
© imagoZoomansicht

Nach seinem Halbfinal-Einzug in Stuttgart fehlt Tennis-Star Roger Federer nur noch ein Sieg zum erneuten Sprung an die Spitze der Weltrangliste. In 65 Minuten erledigte der Schweizer am Freitag mit dem 6:4, 6:4 seine Pflichtaufgabe auf Rasen gegen den Argentinier Guido Pella. Gewinnt der 20-malige Grand-Slam-Sieger am Samstag sein drittes Spiel nach seiner Wettkampfpause, klettert er zurück auf den Platz, den er im Februar erstmals seit gut fünf Jahren wieder erklommen hatte.

"Die Chance ist natürlich groß, Nummer eins zu werden. Das ist speziell", sagte Federer. "Ich bin total zufrieden. Es ist einfach wichtig, im richtigen Moment gut zu spielen."

Mit einem Halbfinalerfolg gegen den australischen Tennis-Paradiesvogel Nick Kyrgios, der sich mit mit 6:4, 3:6 und 6:3 gegen den Vorjahresfinalisten Feliciano Lopez aus Spanien durchgesetzt hat, würde Federer seinen eigenen Rekord als älteste Nummer eins der Profigeschichte sogar noch toppen - und seinen spanischen Langzeitrivalen Rafael Nadal, nach dem elften French-Open-Titel mit nur 100 Punkten vorn, wieder verdrängen.

Das zweite Halbfinale steht ebenfalls

Im anderen Halbfinale auf dem Killesberg stehen sich Titelverteidiger Lucas Pouille aus Frankreich und der Kanadier Milos Raonic gegenüber. Pouille, der vom zurückgetretenen Tommy Haas betreut wird, setzte sich 6:4, 6:7 (5:7), 6:3 gegen den Usbeken Denis Istomin durch.

Der frühere Top-Ten-Spieler Raonic behauptete sich im Duell zweier ehemaliger Wimbledon-Finalisten auch dank 24 Assen gegen den Tschechen Tomas Berdych 7:6 (7:2), 7:6 (7:1). Von den sieben deutschen Teilnehmern hatte keiner das Viertelfinale erreicht.

Federer zurück auf seinem Belag

Federer hatte sich mehr als zwei Monate von der Tennis-Tour zurückgezogen, trainiert und sich Zeit für seine Familie genommen. Priorität gegenüber der Sandplatz-Saison hat für ihn der neunte Wimbledon-Titel im Juli, auf den er sich in Stuttgart einstimmen will. Auch gegen den Argentinier Pella war Federer die fehlende Spielpraxis anzumerken, im Gegensatz zu seinem Auftaktspiel gegen den Hamburger Mischa Zverev geriet der 36-Jährige aber nur in der Schlussphase in Gefahr. Anders als der unermüdlich ans Netz stürmende ältere Zverev-Bruder ermöglichte der Weltranglisten-75. dem Topgesetzten mehr Rhythmus von der Grundlinie.

Federer beeindruckte nur phasenweise mit seiner Eleganz und seiner Selbstverständlichkeit. Seine Leistung reichte aber noch nicht an seine beste Form heran. Bei eigenem Aufschlag gab Federer dem Südamerikaner immerhin lange kaum eine Chance. Allerdings hatte der Topfavorit erhebliche Mühe in den letzten beiden Aufschlagspielen.

17 Titel hat der Baseler schon auf seinem Lieblingsbelag gefeiert, ein Erfolg beim eher unbedeutendem Turnier in Stuttgart zählt noch nicht dazu. Jetzt kann Federer schon am Tag vor dem Endspiel am Sonntag mit dem Sprung auf Platz eins für einen Glanzpunkt sorgen.

dpa

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Austragungsort:Stuttgart
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Die letzten Sieger:
2018  Roger Federer
2017  Lucas Pouille
2016  Dominic Thiem
2015  Rafael Nadal
2014  Roberto Bautista-Agut


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