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25.02.2018, 09:39

DEB-Team unterliegt OAR erst in der Verlängerung

Historisches Silber: 55 Sekunden fehlten zum Gold

In einem hochspannenden olympischen Finale unterlag die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft dem Topfavoriten Russland erst in der Verlängerung mit 3:4. Nach zweimaligem Rückstand hatte das DEB-Team in der Schlussphase der Partie sogar geführt, am Ende aber fehlten 55 Sekunden zum Gewinn der Goldmedaille.

Voinov trifft eine Sekunde vor Drittelende

Danny aus den Birken (li.), Nikita Gusev
Glich für Russland spät aus: Nikita Gusev (re.).
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Im Vergleich zum 4:3 gegen Kanada konnte Bundestrainer Marco Sturm die gleiche Aufstellung aufbieten. Auch Stürmer David Wolf konnte trotz mehrerer Blessuren mitwirken. Nach gerade einmal 15 Sekunden bot sich dem DEB-Team nach einem Beinstellen von Sergei Andronov gleich ein Powerplay. Außer einem verdeckten Schuss von Yannic Seidenberg von der blauen Linie, den Keeper Vasili Koshechkin mit dem Schoner parierte, erzeugte das deutsche Team dabei aber keine größere Gefahr. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels nahm der Druck der Sbornaja zu, auch wenn es den Deutschen zumeist gelang, keine Schüsse aus dem Zentrum zuzulassen und ab und an auch Gegenangriffe zu initiieren.

Nachdem Christian Ehrhoff Mitte des Drittels wegen Hakens auf die Strafbank musste, rückte erstmals Danny aus den Birken in den Mittelpunkt. Und der Keeper parierte prompt stark gegen Kirill Kaprizov und auch Pavel Datsyuk (14.). Auch bei einer Direktabnahme von Nikita Gusev (18.) war der Münchner Keeper auf dem Posten. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt geriet das DEB-Team dann aber unmittelbar vor der ersten Pause doch in Rückstand. Yasin Ehliz verpasste es zunächst, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu befördern, sodass Russland in Scheibenbesitz kam. Der freigespielte Abwehrspieler Slava Voynov beförderte den Puck schließlich mit einem wuchtigen Schlagschuss ins linke Toreck. Nur noch eine Sekunde Spielzeit stand zum Zeitpunkt des Treffers noch auf der Uhr!

Koshechkin patzt, Schütz gleicht aus

Felix Schütz (li.), Brooks Macek
Jubel nach dem 1:1: Felix Schütz (li.) und Brooks Macek.
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Kurz nach Wiederbeginn bot sich dem deutschen Team eine erste gute Gelegenheit. Frank Mauer kam nach einem Abpraller von der Bande im Slot mit der Rückhand zum Schuss, doch Koshechkin parierte. Russland präsentierte sich nun etwas passiver, was auch daran lag, dass das DEB-Team selbst aktiver wurde. Beim Ausgleich hatte Felix Schütz, der halbrechts vor dem Tor aus spitzem Winkel mit der Rückhand abzog, auch ein wenig Glück. Denn Keeper Koshechkin unterschätzte den flatternden Puck und bugsierte das Spielgerät sogar noch unglücklich selbst mit der Stockhand ins eigene Tor (30.).

Erst in der Schlussphase des Mittelabschnitts erhöhte die Sbornaja wieder den Druck. Der von Ilya Kovalchuk angespielte Voynov bugsierte die schwierig abzunehmende Scheibe aus kurzer Distanz jedoch am Tor vorbei (36.) und so blieb es nach 40 Minuten beim 1:1.

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© picture alliance/getty images

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55 Sekunden fehlen - Gusev trifft doppelt

Zu Beginn des Schlussabschnitts wirkte die Sbornaja ein wenig gehemmt, während das deutsche Team nun Blut geleckt hatte. Gute Chancen blieben in dem von der Spannung lebenden Spiel zunächst aus. Dies änderte sich in den letzten zehn Minuten vor Ende des dritten Drittels abrupt. Zunächst überlistete Gusev aus den Birken mit einem Handgelenkschuss aus ganz spitzem Winkel, der von der Maske des Torhüters ins Tor prallte (54.). Die Vorentscheidung? Mitnichten! Denn nur ganze zehn Sekunden später hatte das deutsche Team die Partie schon wieder ausgeglichen. Ehliz und Mauer spielten gegen kurz desorientierte Russen Dominik Kahun vor dem Tor frei, der Koshechkin aus kurzer Distanz überwand.

Dominik Kahun, Yasin Ehliz, Jonas Müller (v.li.)
Dominik Kahun jubelt nach dem 2:2 mit einen Teamkollegen.
© Getty ImagesZoomansicht

Und es kam sogar noch besser für das mutige DEB-Team: Jonas Müller nutzte den ihm gewährten Raum in der 57. Minute eiskalt aus und schlenzte den Puck durch die Beine von Koshechkin zur ersten Führung für den Außenseiter. Gut zwei Minuten vor der Schlusssirene leistete sich Sergei Kalinin auch noch eine unnötige Strafe. Doch als nur noch 55 Sekunden bis zu einer deutschen Goldmedaille fehlten, traf erneut Gusev mit einem Rückhandschuss an aus den Birken vorbei ins kurze Eck. Mit 3:3 ging das Spiel so in die Overtime.

In der mit Vier-gegen-Vier ausgetragenen Verlängerung hatten die technisch versierteren Russen mehr vom Spiel, profitierten beim entscheidenden Treffer aber auch von einer harten Entscheidung der Referees zugunsten der Sbornaja. Reimer musste in der 70. Minute wegen hohen Stocks auf die Strafbank, obwohl Datsyuk den Schläger des deutschen Stürmers unbeabsichtigt selbst mit seinem Schläger in sein Gesicht befördert hatte. 29 Sekunden benötigten die Russen um die Vier-gegen-Drei-Überzahl eiskalt auszunutzen: Kaprizov traf nach Pass von Gusev per Direktabnahme. Die Entscheidung.

Die russischen Spieler jubeln nach dem ersten Olympiasieg seit 1992.
© Getty Images

Statistik zum Spiel:

OAR: Koshechkin - Gavrikov, Voinov; Kiselevich, Nesterov; Zubarev, Zub; Jakovlev - Kovalchuk, Kalinin, Andronov; Gusev, Datsyuk, Kaprizov; Shirokov, Prokhorkin, Barabanov; Telegin, Grigorenko, Mozyakin; Kablukov
Deutschland: Aus den Birken - Ehrhoff, Boyle; Jo. Müller, Yannic Seidenberg; Mo. Müller, Hördler; Krupp - Noebels, Goc, Macek; Schütz, Hager, Reimer; Kink, Kahun, Mauer; Plachta, Fauser, Ehliz; Wolf
Tore: 1:0 (20.) Voinov, 1:1 (30.) Schütz, 2:1 Gusev (54.), 2:2 (54.) Kahun, 2:3 (57.) J. Müller, 3:3 (60.) Gusev, 4:3 (70.) Kaprizov.
Zuschauer: 5075.
Schiedsrichter: Lemelin (USA), Rantala (Finnland).
Strafminuten: OAR 4 - Deutschland 6.

jom

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