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09.01.2019, 17:00

Quarterback der Indianapolis Colts kommt eindrucksvoll zurück

Captain Luck: Zwischen Dschungelbuch und Playbook

Nach einer von Seuchen und Verletzungen geplagten jüngeren Vergangenheit hat es Andrew Luck eindrucksvoll zurück aufs Football-Feld geschafft. Der einige Zeit in Frankfurt am Main aufgewachsene Quarterback hat seine Indianapolis Colts sogar zurück in die Play-offs geführt - und gastiert nun in Kansas City. Ablenkung vom Alltag findet der 29-Jährige beim Lesen, vor gut drei Jahren hat er einen Buchklub ins Leben gerufen.

Andrew Luck
Wieder gesund - und zugleich erfolgreich mit den Indianapolis Colts unterwegs: Andrew Luck.
© imagoZoomansicht

Seine große Liebe muss Andrew Luck einfach teilen. Der Spielmacher liest für sein Leben gern, schon seit er ein kleiner Junge war - da lag es auf der Hand, eines Tages einen Buchklub zu gründen. "Wenn nur ein Kind Spaß an einem Buch findet, das es sonst nicht zur Hand genommen hätte, ist es ein guter Tag", sagt der Quarterback von den Indianapolis Colts.

Jeden Monat wird im "Andrew Luck Book Club" über zwei Werke diskutiert, der NFL-Profi ist auf einer Mission. Immer wird ein Angebot für die "Rookies" und eins für die "Veterans" vorgestellt. Im Januar, Zeit der NFL-Play-offs, empfiehlt der Spielmacher den jüngeren Lesern Kiplings Klassiker "Das Dschungelbuch", den älteren Monica Woods' "The One-in-a-Million Boy".

Luck hat die Leidenschaft für bedrucktes Papier auch im Beruf geholfen. Der 29-Jährige muss sich wie alle anderen Footballer auch durch das dicke Playbook seines Teams ackern. Darin stehen Spielzüge, Laufwege, Formationen, Kommandos. Nur wer alles verinnerlicht und perfekt abgestimmt ausführt, kann erfolgreich sein.

Manning-Nachfolger und Hoffnungsträger

Bei den Colts um die "Leseratte" Luck, einst ein Ausnahmespieler am Stanford College, hat das zuletzt ausgezeichnet funktioniert. Nach der enttäuschenden abgelaufenen Saison, als der Schlüsselspieler wegen der Folgen einer Schulteroperation nur Zuschauer war und Indianapolis ganze vier Siege holte, ist das zweimal erfolgreiche Franchise (16:13 als Baltimore Colts gegen Dallas am 17. Januar 1971, 29:17 mit Legende Peyton Manning gegen die Chicago Bears am 4. Februar 2007) wieder oben dabei.

Am Wild-Card-Weekend setzten sich die Colts nach einer dominanten Vorstellung bei den Houston Texans durch (21:7). Luck warf zwei Touchdown-Pässe, sorgte für 222 Yards Raumgewinn und zeigte mal wieder, warum er im NFL-Draft 2012 an Position eins ausgewählt worden war. Am Samstag (22.35 Uhr MEZ) dürfte es im Viertelfinale (Divisional Round) bei den Kansas City Chiefs allerdings deutlich schwieriger werden.

Dass mit ihm wieder zu rechnen ist, hat Luck schon in der Regular Season gezeigt. Seine 39 Touchdown-Pässe und 4593 Yards konnten sich sehen lassen, nur 2014/15 (40/4761) war der Quarterback besser. Damals kam im Halbfinale das Aus gegen den späteren Super-Bowl-Champion New England Patriots (7:45), Auslöser des "DeflateGate"-Skandals. Die Patriots sollen damals die Bälle zu weich aufgepumpt haben, das Thema hielt die USA eine ganze Weile in Atem.

"Das wird ein Spaß"

Andrew Luck und Peyton Manning
Nachfolger und Vorgänger: Andrew Luck (links) und Colts- wie Broncos-Legende Peyton Manning.
© imago

Es könnte schon bald zur Neuauflage kommen, doch der "inoffizielle NFL-Bibliothekar" (Wall Street Journal) hat - neben der Literatur - erst einmal nur die Chiefs im Kopf. "Das wird ein Spaß, einfach großartig", so Luck, der Sohn des ehemaligen Quarterbacks Oliver Luck, der von 1982 bis 1986 für die Houston Oilers in spielte und einst Commissioner der NFL Europe war. Deshalb wuchs der Sprössling zunächst in Frankfurt am Main in Deutschland auf und besuchte dort eine internationale Schule. Inzwischen ist er großer Hoffnungsträger und Erbe des großen Peyton Manning - und er traut den Colts nach dem Sieg in Houston alles zu: "Wir sind wie ein Kandidat für den Super Bowl aufgetreten."

Bis es zurück aufs Feld geht, wird sich Luck Gedanken machen, welche Bücher er noch vorstellen oder mit welchem Autor er im Podcast über seine zweite Passion reden kann. Auch das gehört zu den Angeboten des Online-Buchklubs (andrewluckbookclub.com). Black Beauty, Eragon und Papillon sind schon im Archiv.

"Dearest mother..."

Derweil räumt ein seit Dezember 2015 aktiver Twitter-Kanal mit dem Titel "Capt. Andrew Luck" reihenweise Follower ab - und zwar auf eine besonders kreative wie witzige Weise. Dabei schreibt ein vermeintlicher Feldgeneral namens Andrew, dessen wahre Identität weiter unbekannt ist (hin und wieder wird der reale Luck dahinter vermutet), kurze Nachrichten an seine Mutter ("Dearest Mother"). Das alles soll an den damaligen Briefverkehr in Zeiten von Bürgerkriegen erinnern. Dort steht zum Beispiel am 6. Januar nach dem Sieg über die Houston Texans: "Liebste Mutter, meine Zeit weg von der Heimat verlängert sich. Unsere Truppe war siegreich über die Texaner. Erstaunlich! Es war eine hart geführte Schlacht, aber unsere Linien haben standgehalten. Ich bin so überwältigt, dass sogar mein Stift beim Schreiben dieses Briefes erzittert wie Espenlaub." In Anlehnung an das Duell in Kansas City steht aktuell: "Liebste Mutter, ich habe dein Pflegepaket mit geschmorten Taubenschenkeln und frischem Eichhörnchenöl erhalten." Damit sollte der Captain gut ausgestattet sein.

mag/sid

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Gründungsdatum:23.01.1953
Vereinsfarben:Blau und weiß
Anschrift:Indianapolis Colts
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Indianapolis, Indiana, USA 46254
Internet:http://www.colts.com/

Vereinsdaten

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Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Rot, gold, weiß
Anschrift:Kansas City Chiefs
One Arrowhead Drive
Kansas City, Missouri, USA 64129
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Gründungsdatum:14.08.1959
Vereinsfarben:orange, marineblau, weiß
Anschrift:Denver Broncos
13655 Broncos Parkway
Englewood, Colorado, USA 80112
Internet:http://www.denverbroncos.com/

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Vorname:Frank Michael
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