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03.01.2019, 23:45

Quarterback der Kansas City Chiefs greift erst nach Bye-Week ein

Wer vermisst Mahomes? 16 Spiele, 16 Ausrufezeichen

Mit einer starken Bilanz von 12:4 sind die Kansas City Chiefs als bestes Team der AFC in die Play-offs gestürmt - und haben deswegen am kommenden Wochenende frei. Da kommt bei einigen neutralen Football-Fans vielleicht etwas Wehmut auf. Schließlich kann Raketen-Quarterback Patrick Mahomes die Zuschauer erst wieder in zwei Wochen in der Divisional Round mit Würfen verwöhnen.

Patrick Mahomes
Greift nach einer überragenden Regular Season erstmals in den Play-offs ein: Patrick Mahomes.
© imagoZoomansicht

Schlagzeilen rund um Patrick Mahomes gab es während der 17 Spieltagswochen in der NFL und ganz speziell während seiner 16 absolvierten sowie im Grunde stets famosen Auftritten genug: Der Quarterback der Chiefs, seines Zeichens auch Nachfolger des zu den Washington Redskins gegangenen Alex Smith, ließ Experten und vor allem auch Fans aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Allein schon seine Zahlen nach dem Ende der Regular Season lesen sich phänomenal - und lassen bereits spektakuläre Plays erahnen: 5097 erworfene Yards, eine Passquote von 66 Prozent, unfassbare 50 Touchdown-Pässe und nur zwölf Interceptions (sechs Fumbles), dazu noch zwei erlaufene Touchdowns. Der 23-Jährige ist zudem einer wahren Legende dieses Sports gefährlich nahe gekommen: Über 5000 Passing Yards und mindestens 50 Touchdown-Pässen innerhalb einer Regular Season hat bis dato nur der zweimalige Super-Bowl-Champion Peyton Manning (einmal mit Indianapolis, einmal mit Denver) erreicht - im Jahr 2013 und im fortgeschrittenen Alter von 37 mit 5477 Yards und ganzen 55 Touchdowns. Tom Brady hat derweil ebenfalls 50 TDs im Jahr 2007 verzeichnet, allerdings dabei keine 5000+ Yards.

16 Auftritte, 16 Highlight-Plays

Doch nackte Zahlen werden der äußerst ansehnlichen Spielweise von Mahomes nicht gerecht. Schließlich trägt der Sophomore (Student oder Spieler im zweiten Jahr) nicht umsonst Spitznamen wie "Rekordjäger mit Raketen-Arm", hat bereits zum Auftakt einen "Nuklear-Start" hingelegt und längst innerhalb der Franchise-Geschichte in Kansas City ganze 34 Ex-Spielmacher in den Schatten gestellt.

Zum Abschluss der Regular Season und vor dem Einstieg in sein erstes Play-off-Spiel am nächsten Wochenende (Divisional Round) lohnt sich deswegen ein Blick zurück auf seine 16 Partien in dieser Saison - und diesbezüglich jeweils auf sein Highlight-Play in jeder dieser Partien.

Spiel 1: bei den Chargers (38:28)
Bereits sein erster Touchdown-Pass in dieser Saison lässt erahnen, auf was für einen Athleten sich die NFL hier freuen darf. Eine Schuss aus der Hüfte landet beim pfeilschnellen Receiver Tyreek Hill - letztlich springt so ein TD über 58 Yards heraus. Es soll zugleich der erste von am Ende sieben TD-Würfen über 50 Yards sein.

Spiel 2: bei den Steelers (42:37)
In der gegnerischen Hälfte positioniert sich Mahomes, bekommt den Ball, handelt schnell und wirft das Ei präzise auf die linke Flanke zu Hill (27 Yards, Touchdown). Eigentlich nichts besonderes - wäre da nicht der Fakt, das dies zu diesem Zeitpunkt bereits sein sechster TD-Pass allein in diesem einen Spiel (!) gewesen ist.

Spiel 3: gegen die 49ers (35:27)
Hier werden die Augen weit aufgerissen. Mahomes hat sich soeben mit seiner Offense in die gegnerische Red Zone gearbeitet, hält den Ball nahe der 10-Yard-Linie - und findet keine Anspielstationen. Die Defense-Spieler rennen an und der Chiefs-Quarterback weicht mehrmals elegant aus, rutscht gar weg, blickt auf und wirft den Ball präzise wie ein Schweizer Uhrwerk aus vollem Lauf rechts ins Eck der Endzone zu Receiver Chris Conley (4-Yard-TD).

Spiel 4: bei den Broncos (27:23)
An einem Pass über sechs Yards ist normalerweise wenig ungewöhnlich. In diesem Fall aber schon: Mahomes befindet sich in Denver schon im Fallen, wird von Star-Linebacker Von Miller an beiden Knöcheln zu Boden gerissen - und bringt doch noch kurzerhand einen Pass bei Hill an (Third Down). So bleibt der gesamte Drive im vierten Quarter am Leben - und letztlich springt der Sieg heraus.

Patrick-Mahomes-Tattoo
Bei dem ein oder anderen Fan schon als Tattoo verewigt: Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes.
© imagoZoomansicht

Spiel 5: gegen die Jaguars (30:14)
Einmal mehr gerät Mahomes gegen eine gefährliche Defensive aus Jacksonville unter Druck - und einmal mehr befreit er sich mit einer famosen Aktion: ein kurzer Schritt hier, ein kurzer Move da sowie ein akkurater Pass aus dem Armgelenk links raus zum von Star-Cornerback Jalen Ramsey eng gedeckten Hill (36 Yards). Interessant an diesem Tag übrigens, dass dies das einzige Spiel von Mahomes sein soll, in dem ihm kein einziger TD-Pass glückt. Trotzdem gewinnt sein Team und verbessert die Bilanz auf 5:0.

Spiel 6: bei den Patriots (40:43)
Bei den im Super Bowl gegen Philadelphia unterlegenen New England Patriots um den fünfmaligen Champion Tom Brady geht es richtig wild zur Sache. Die Chiefs liegen im dritten Quarter bereits mit 9:24 zurück, als Mahomes unter Druck kommt - und doch wieder elegant ausweicht, um eine 67-Yard-Bombe bei Running Back Kareem Hunt (inzwischen aufgrund eines Skandals aus dem Kader geflogen) zu landen. Letztlich verliert Kansas City aber das erste Spiel.

Spiel 7: gegen die Bengals (45:10)
An der gegnerischen 3-Yard-Linie wird der Snap nach hinten ausgeführt, Mahomes langt daneben, der Ball fällt zu Boden. Doch der Zweitjahres-Spielmacher (Erstrunden-Pick an zehnter Stelle im Jahr 2017, College Texas Tech) handelt schnell, schnappt sich das Ei, hat die Augen offen und Hill für drei Yards in der Endzone.

Spiel 8: gegen die Broncos (30:23)
Mahomes sieht eine Abwehrwelle auf sich zueilen, erkennt aber auch das Eins-gegen-eins zwischen Sammy Watkins und einem Gegenspieler. Also klappt der Spielmacher seinen rechten Arm nach oben, um einen höher angesetzten Pass (quasi eine Regenbogen-Kurve) zu bringen. Das Resultat: 13-Yard-Touchdown.

Spiel 9: bei den Browns (37:21)
Auch hier wird hoch geworfen, hier allerdings nicht in einem Bogen - sondern hoch und gerade die Linie entlang. Denn Mahomes weiß im Duell mit Cleveland, dass Tight End Travis Kelce in der Endzone das Ziel sein soll. Und er weiß, dass nur der 1,98 Meter große Zielspieler sein hohes Zuspiel fangen kann. Der Gegner hat keine Chance - Touchdown über 13 Yards.

Spiel 10: gegen die Cardinals (26:14)
Dieses Zusammenspiel funktioniert einfach: Mahomes erkennt noch in der ersten Minute dieser Partie in der Defense von Arizona eine Lücke, dorthin kommt der Ball - und dort fängt ihn der pfeilschnelle und mit Spitznamen Cheetah (Gepard) ausgestattete Hill (Touchdown über 37 Yards).

Spiel 11: bei den Rams (51:54)
Das 54:51-Feuerwerk in Los Angeles lässt den neutralen Fan vor Freude überkochen, hier wird in Sachen Offensive alles geboten - insgesamt eben stolze 105 Punkte auf der Anzeigentafel. Mahomes zeigt dabei einmal mehr sein Können mit seinem famosen Arm. Und wenngleich sein Team am Ende eine zweite Saisonniederlage einstecken muss, so haut der Sophomore insgesamt sechs TD-Pässe raus - darunter einen zu Hill innerhalb der eigenen 30-Yard-Zone über stolze 73 Yards!

Spiel 12: bei den Raiders (40:33)
Zwölf Sekunden sind in Oakland noch auf der Uhr in Hälfte eins, es steht 13:7 für Kansas City. Ans Abknien oder an ein sicheres Field Goal denkt Mahomes aber keineswegs, er fordert den Ball von der gegnerischen 6-Yard-Linie, läuft ein wenig nach rechts und findet Kelce mit einem tiefen Pass in den Endzone.

Patrick Mahomes
Hat am Wild-Card-Wochenende frei - und greift dann in der NFL-Endrunde an: Patrick Mahomes.
© imagoZoomansicht

Spiel 13: gegen die Ravens (27:24 nach Verlängerung)
Mit diesem Overtime-Sieg schnappen sich die Chiefs vorzeitig das sichere Play-off-Ticket - und zeigen einmal mehr, dass sie einen Quarterback voller Zauberkunststücke in den eigenen Reihen wissen. Da wirft der 23-Jährige zum Beispiel unter Bedrängnis einen No-Look-Pass links raus zu Receiver Demarcus Robinson, ehe er kurz vor Spielschluss beim Stand von 17:24 gejagt wird, bis an die rechte Außenlinie schreitet und aus vollem Lauf entgegen gegen der Körperhaltung nach vorne zu Hill wirft (48 Yards). Damit legt er den Grundstein für das 24:24 - und damit zugleich den Grundstein zum Sieg in der Nachspielzeit.

Spiel 14: gegen die Chargers (28:29)
Noch im ersten Viertel beim Stand von 0:0 arbeitet sich Kansas City bis in die Red Zone vor, als Mahomes nach dem Snap etwas lethargisch wirkt. Es scheint, als gebe er dieses Play auf - er findet einfach keine Anspielstation. Trotzdem wirft er den Ball nicht weg, wird auf einmal schnell, holt aus und findet Robinson für einen 5-Yard-TD.

Spiel 15: bei den Seahawks (31:38)
Zum ersten Mal in dieser Regular Season verlieren die Chiefs zwei Spiele in Folge. An Mahomes liegt das nicht unbedingt, wirft der Smith-Nachfolger doch nach kurzer Körpertäuschung und einem Schritt raus aus der Box aus der Hüfte zu Running Back Charcandrick West - Touchdown über 25 Yards zum 17:17-Ausgleich.

Spiel 16: gegen die Raiders (35:3)
Die Play-offs hat Kansas City zu diesem Zeitpunkt längst sicher, doch es soll noch der Number-One-Spot und damit das exklusive Heimrecht innerhalb der gesamten Play-offs sein. Also schlagen die Chiefs gegen den direkten AFC-West-Rivalen aus Oakland mit einem saftigen 35:3 zu - und Mahomes wird dabei mit seinem letzten und zugleich 50. Touchdown-Pass in dieser Saison seine längste Granate. Tief innerhalb der eigenen Hälfte findet der Sophomore Robinson. 89 Yards. Punkt.

Play-offs: Weiter Fluch - oder endlich mit Mahomes Segen?

Und nun? Jetzt bereiten sich die Kansas City Chiefs einmal mehr auf die Play-offs vor - Mahomes selbst auf seinen allerersten Auftritt in der NFL-Endrunde. Dabei soll ein aus KC-Sicht nerviger Fluch endlich abgelegt werden: Seit 1993 hat das Franchise trotz zehn Teilnahmen nicht einmal mehr die Conference Finals erreicht und hierbei überhaupt nur eine von elf Partien in den Play-offs gewonnen.

mag

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Vereinsdaten

Vereinsname:Kansas City Chiefs
Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Rot, gold, weiß
Anschrift:Kansas City Chiefs
One Arrowhead Drive
Kansas City, Missouri, USA 64129
Internet:http://www.kcchiefs.com/

Arrowhead Stadium

Stadionkapazität: 78.097

weitere Infos zu Reid

Vorname:Andy
Nachname:Reid
Nation: USA


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