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05.02.2018, 18:55

Die Philadelphia Eagles nach dem ersten Super-Bowl-Triumph

Foles' Touchdown-Catch ist den Chicago Bears zu verdanken

Der Super-Bowl-Sieg hat das Underdog-Märchen mit dem aus Eagles-Sicht bestmöglichen Kapitel abgeschlossen. Es war ein Triumph, der sogar dem sonst so kühlen Nick Foles Tränen in die Augen trieb - und ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern verschaffte.

Nick Foles
Der erste Quarterback, der im Super Bowl einen Touchdown warf und fing: Nick Foles.
© Getty ImagesZoomansicht

Ein bisschen ist diese Szene in all dem Jubel nach Spielschluss fast untergegangen: 5 Minuten und 39 Sekunden standen im Schlussviertel des 52. Super Bowls noch auf der Uhr, als Doug Pederson über Sieg oder Niederlage entschied. An der eigenen 45-Yards-Linie, bei einem Punkt Rückstand, riskierte Philadelphias Head Coach beim vierten Versuch alles und ließ seine Offense auf dem Feld - mal wieder.

Es sollte sich auszahlen, Nick Foles fand Tight End Zach Ertz zum neuen First Down. Sechs Spielzüge später kombinierte sich das Duo in die Endzone zur erneuten Führung für die Eagles. Sie sollten sie nicht mehr hergeben.

Zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte sind die Philadelphia Eagles nach dem 41:33 gegen die New England Patriots Super-Bowl-Champion. Und das, obwohl so viel gegen sie gesprochen hatte; obwohl Quarterback Carson Wentz wie auch Darren Sproles, Jason Peters oder Jordan Hicks seit Monaten verletzt fehlten, obwohl auf der Gegenseite Tom Brady stand.

Ich habe an ihn geglaubt, das Team hat an ihn geglaubt - jeder hier hat an ihn geglaubt.Doug Pederson über Nick Foles

"Dieser Moment ist einfach unglaublich." Es dauerte bis zur Titelvergabe auf der Tribüne, ehe Nick Foles - mit seiner sieben Monate jungen Tochter auf dem Arm - erstmals wirklich Emotionen zeigte. Der Backup-Quarterback, der schon im NFC Championship Game gegen Minnesota (38:7) brilliert hatte, wuchs einmal mehr über sich hinaus und schrieb damit das finale Kapitel für die Außenseiter-Geschichte, die Philly durch die gesamten Play-offs begleitet hat.

"Viele Leute haben ihn abgeschrieben", erinnerte sich Coach Pederson. "Sie dachten, dass er das nicht zu Ende bringen kann. Ich habe an ihn geglaubt, das Team hat an ihn geglaubt - jeder hier hat an ihn geglaubt."

Foles mit Tränen in den Augen: "Das hier ist, worum es im Leben geht"

Während der Partie, des größten Offensivfeuerwerks aller Zeiten, hatte sich Foles nichts anmerken lassen, wirkte stets "total ruhig", wie er es selbst sagte, und führte sein Team zum historischen Triumph. "Das hier. Das hier ist, worum es im Leben geht", erzählte Foles mit Tränen in den Augen, während Tochter Lily jetzt den souveränen Part übernahm.

Ich würde nicht hier stehen, wenn ich auf meinem Weg nicht tausende Fehler gemacht hätte. Scheitern gehört dazu, wir sind Menschen.Nick Foles, der mit 27 Jahren ans Karriereende dachte

Die erste Vince-Lombardi-Trophäe nach Philadelphia gebracht zu haben, wird die Eagles, wird Foles sowieso schon unsterblich machen. Doch der 29-Jährige verschaffte sich gleichzeitig einen Platz in den Geschichtsbüchern mit seinem Touchdown-Catch kurz vor der Pause - nie zuvor hatte ein Quarterback im Super Bowl neben einem Touchdown-Pass auch selbst einen gefangen.

Der Trickspielzug - gesehen in Chicago

Dass es überhaupt so weit kam, ist den Chicago Bears zu verdanken. Die nämlich hatten diesen Trickspielzug, den Pederson den "Philly Special" taufte, 2016 gegen die Minnesota Vikings praktiziert. Press Taylor, der Assistenz-Quarterbacks-Coach der Eagles, hatte das im Vorfeld des Championship Games aufgezeichnet und seinem Head Coach vorgelegt.

Nick Foles
Nick Foles und Tochter Lily.
© Getty ImagesZoomansicht

Pederson war sofort angetan, anders als Offensive Coordinator Frank Reich: "Ich fragte ihn, 'Doug, willst du das wirklich gegen die Vikings machen, die haben das doch letztes Jahr erst gesehen?' Aber ihr kennt Doug", denn der reagierte in seiner gewohnt angriffslustigen Art. "Hell, yeah I do."

Nur war Philly gegen Minnesota schon soweit davongezogen, dass der Spielzug nicht mehr von Nöten war. Also sparte Pederson ihn sich auf und wagte ihn im Super Bowl, im Spiel der Spiele, gegen die New England Patriots. Running Back Corey Clement fing den Snap von Center Jason Kelce, übergab den Toss an Tight End Trey Burton und der fand den in die Endzone gelaufenen Foles.

"Das ist der größte Spaß, den ich jemals beim Football spielen hatte"

Es war wie diese Szene im Schlussviertel, die über Sieg oder Niederlage entschied, bei 4th & Goal. "Are you kidding me?", reagierte Reich und zog seinen Hut, den er nicht hatte, vor Pederson. "Ich sage euch mal was. Für einen Coach in dieser Situation, so einen Spielzug zu wählen - das ist einfach beeindruckend. Es hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können."

Pedersons Mut wurde belohnt, wie der des gesamten Teams. Wieder mal, zum dritten und entscheidenden Mal sind die Eagles in der Underdog-Rolle aufgeblüht. "Das hat uns als Team zusammengeschweißt", erzählte Ertz, der den entscheidenden Touchdown erzielte. "Das ist der größte Spaß, den ich jemals beim Football spielen hatte."

mkr

 
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weitere Infos zu Pederson

Vorname:Doug
Nachname:Pederson
Nation: USA

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Vorname:Bill
Nachname:Belichick
Nation: USA


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