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23.04.2019, 01:05

National Football League wählt die Stars von morgen

Telefonleitung steht! Die NFL geht in die Draft-Woche

In den Vereinigten Staaten machen sich dieser Tage 32 hochmotivierte Football-Teams bereit für die große, alljährliche Talente-Schau. Der NFL-Draft steht schließlich kurz bevor und geht zwischen dem 25. und 27. April in Nashville, Tennessee über die Bühne. Der kicker erklärt das Prozedere - und blickt auf eine kleine Anzahl richtig kurioser Fälle.

Der NFL-Draft
"The Pick Is In": Der NFL-Draft 2019 steht bevor - und verspricht wie immer Spannung.
© imagoZoomansicht

Die alljährliche Lotterie um die heißesten College-Abgänger, die in der Folge als Rookies in die National Football League einsteigen, geht vom kommenden Donnerstag bis Samstag über die Bühne. Das Hauptaugenmerk liegt dabei sicherlich auf Top-Talent Kyler Murray (21), der eigentlich das Gegenteil eines prototypischen Quarterbacks ist - und sich zuerst für Baseball, dann aber doch für American Football entschieden hat.

Während sich Murray also auf einen Anruf gefasst macht, sich mental auf spannende Stunden wappnet und den Draft live mit Freunden wie Familie auf dem Sofa gespannt verfolgen wird, rödeln die Macher der Teams in den Büros.

Wie läuft der Draft ab?

Um eine gewisse Balance zwischen den einzelnen Mannschaften zu gewährleisten, dürfen die Teams, die in der vorangegangenen Saison - in diesem Fall 2018/19 - am schlechtesten abgeschnitten haben, zuerst wählen. So starten in diesem Jahr die Arizona Cardinals, die auch direkt in Verbindung gebracht werden, Top-Prospect Murray als neuen Spielmacher zu holen und dafür den erst letztes Jahr geangelten Josh Rosen direkt wieder zu opfern. Es folgen die San Francisco 49ers, die New York Jets, die Oakland Raiders, die Tampa Bay Buccaneers, die New York Giants, die Jacksonville Jaguars, die Detroit Lions, die Buffalo Bills und die Denver Broncos. Champion New England kommt laut derzeitiger Order zum Schluss in Runde eins.

An der Reihenfolge, und hier wird es spannend, kann sich allerdings während des Drafts stets etwas ändern. Denn in den heißen Stunden glühen die Leitungen auch zwischen den einzelnen Verantwortlichen. Warum? Weil Teams untereinander verhandeln, um eventuell weiter vor zu kommen - und deswegen mit dem Verhandlungspartner einen sicherlich kostspieligen Deal eingehen werden müssen.

Kyler Murray
Heißes Eisen im NFL-Draft 2019: Kyler Murray.
© imagoZoomansicht

Die Teams können ihre bereits sicheren Draft-Picks dabei als "Währung" benutzen. Es ist sogar möglich, Draft-Picks für folgende Saisons zu erbeten oder einzutauschen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Team in der ersten Draft-Runde keinen (!) Spieler verpflichten darf - und ein anderes Team sogar mehrere.

Ganz einfach formuliert läuft der Draft so ab: Nach einer festgelegten Reihenfolge können die 32 Team-Bosse ihre (Spieler-)Wahl treffen. Dafür haben sie in der ersten Runde zehn Minuten Zeit. Innerhalb dieses strikt festgelegten Rahmens müssen sie sich auch über Trades einigen, was im Anschluss auf der Bühne von Commissioner Roger Goodell live mitgeteilt wird. In den nachfolgenden Runden reduziert sich die Zeit auf sieben (2. Runde), fünf (3. Bis 6. Runde) und vier Minuten (7. Runde).

Zusätzliche "Joker"

Darüber hinaus gibt es hierbei auch noch die sogenannten "Compensatory Picks". Diese werden von der NFL zusätzlich zu den feststehenden Picks verteilt - in diesem Jahr sind es 32 Picks für 15 verschiedene Teams. Mit diesen sollen Abgänge von Free Agents ausgeglichen werden. Die Picks finden zwischen der vierten und siebten Runde statt. Die zusätzlichen Wahlrechte werden dabei immer am Ende der Runde wahrgenommen. Im besten Fall bekommt ein Team also den 33. Pick der dritten Runde. Ein einzelnes Team kann dabei pro Draft maximal vier "Compensatory Picks" bekommen - und die NFL verteilt insgesamt lediglich so viele dieser zusätzlichen Wahlrechte, wie es Mannschaften in der Liga gibt, also 32.

Jubiläum
Der kommende Draft ist ein besonderer, schließlich läutet er die exakt 100. NFL-Saison ein.
© imago

Der Draft - eine bewährte Geschichte

Der erste Draft der Geschichte findet im Übrigen im Ritz-Carlton Hotel in Philadelphia am 8. Februar 1936 statt. Dieser geht vom damaligen Commissioner Bert Bell aus, der das Überleben der Liga in Gefahr sieht, da die Chicago Bears, die Green Bay Packers, die New York Giants und die Washington Redskins zu dieser Zeit eine dominierende Vormachtstellung haben und schwächere Teams dieser Zeit hinterherhinken, große College-Talente zu verpflichten.

Dass sich das System seither bewährt hat, steht außer Frage. Teams, die sich akribisch auf den Draft vorbereiten und die richtige Wahl treffen, können teilweise innerhalb kürzester Zeit wieder ein starkes Team stellen - und im allerbesten Fall sogar um die Play-offs, um den Titel mitspielen.

Große Fehlgriffe

Ryan Leaf
Entpuppte sich als Draft-Enttäuschung: Ryan Leaf.
© imagoZoomansicht

Falsche Entscheidungen gehören aber auch zum NFL-Draft, das haben die vergangenen Jahrzehnte immer wieder bewiesen - und machen die Lotterie eben auch spannend. Ist ein auserkorener Spieler am Ende tatsächlich der erhoffte Heilsbringer? Passt dessen Charakter? Erfüllt sich der Plan? Die Vergangenheit hat gezeigt: Massive Fehler gibt es abseits der erfolgreichen Geschichten um die Patrick Mahomes' (Kansas City), Tom Bradys (New England) & Co...

Beispiele gefällig? Ein gewisser JaMarcus Russell wird im Draft 2007 mit dem ersten Pick von den Oakland Raiders geholt - und liefert nie ab, mit einem Video-Trick lässt sich der Spielmacher zudem der stets vorgeworfenen Faulheit überlisten. Wer ist besser, heißt es dagegen im Draft 1998: Die spätere Legende Peyton Manning oder Ryan Leaf? Am Ende steht fest: Leaf (zweiter Pick von den Chargers) erfüllt die Prophezeiung nie, wirft in seiner ersten Saison zwei Touchdowns sowie ganze 15 Interceptions und hört nach erfolglosen Anläufen in Tampa, Dallas und Seattle bereits nach vier Jahren auf. Drogen- und Alkoholsucht führen obendrein zum Absturz. Für diverse Diebstähle und Drogenvergehen geht Leaf 2012 ins Gefängnis, im Dezember 2014 kommt er auf Bewährung frei.

mag

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