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09.01.2019, 09:30

Großer deutscher Hoffnungsträger im kicker-Interview

Kohlbacher: "Wenn man einmal diesen Ruf weghat..."

Ihn zu verteidigen, wenn er am Kreis den Ball gefangen hat, ist fast unmöglich: Jannik Kohlbacher (23) gehört zu den größten deutschen Hoffnungsträgern. Im zweiten Teil des großen kicker-Interviews spricht der Europameister von 2016 über anfängliche Abwehrprobleme, Andy Schmid - und seine Begeisterung für den Fußball.

Blick in eine große Zukunft? Kreisläufer Jannik Kohlbacher hofft auf eine erfolgreiche Heim-WM.
Blick in eine große Zukunft? Kreisläufer Jannik Kohlbacher hofft auf eine erfolgreiche Heim-WM.
© imagoZoomansicht

kicker: Ein großes Thema war zu Ihrem Karriere-Start auch die Abwehr: Sie haben sich stetig gesteigert, mit Oliver Roggisch bei den Löwen auch einen passenden Ansprechpartner. Was hat anfangs nicht gepasst - an der Körperlichkeit kann es ja nicht gelegen haben?

Kohlbacher: Vielleicht war ich anfangs ein bisschen zu schwer. Ich hatte zwischenzeitlich 120, 125 Kilogramm, wodurch man nicht ganz so schnell auf den Beinen war. Aber ich habe eigentlich die letzten vier Jahre gar keine Probleme in der Abwehr gehabt. Wenn man einmal diesen Ruf weghat, wird man immer damit in Verbindung gebracht. Ich denke aber, dass ich das in Wetzlar und jetzt bei den Löwen schon gezeigt habe, dass ich auf der Halbposition ganz gut verteidigen kann.

kicker: Bei Ihrem Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen ging es um den nächsten Karriereschritt. Sie haben von "neuen Zielen" gesprochen, die Sie sich gesteckt haben. Welche sind das erstmal auf Ihre persönliche Entwicklung heruntergebrochen?

Kohlbacher: Natürlich wollte ich den Wechsel in eine Weltklasse-Mannschaft - genau das ist eingetreten. Ansonsten wollte ich mich individuell als auch im Spielverständnis, gerade zusammen mit Andy Schmid, verbessern. Auch das hat bisher ganz gut geklappt.

kicker: Und die Ziele mit den Löwen? Das Champions-League-Final-Four wäre ja mal eines, oder?

Kohlbacher: Ich denke, da werden wir die nächsten Wochen nach der WM drüber sprechen. Da das Thema Pokal jetzt keine Rolle mehr für uns spielt (35:37 n.V. im Viertelfinale bei den Füchsen, d.Red.), muss man einfach mal schauen, wie wir in der Champions League vorankommen. Wir haben noch vier Spiele in der Gruppenphase, da müsste man eigentlich sechs Punkte holen. In Barcelona hat in diesem Jahr noch keine Mannschaft gewonnen, aber selbst da sind wir nicht chancenlos, wenn wir unser Spiel durchkriegen. Am Ende zeigt sich, wo man in der Gruppe landet und welche Ausgangsposition man hat.

Er ist nicht umsonst mit dem Titel 'Das Handballgehirn' umschrieben.

kicker: Speziell das Zusammenspiel mit Andy Schmid klappt trotz der kurzen Zeit zusammen schon hervorragend. Was macht Ihren Spielmacher so speziell?

Kohlbacher: Andy ist ein sehr cleverer Spieler, der eigentlich zu jeder Zeit geniale Momente haben kann. Außerdem ist der Unterschied, dass er eben nicht nur mit dem Kreis spielt, sondern neben dem Einsatz seiner Nebenleute auch unglaublich gute Sprung-, Schlag- und Hüftwürfe draufhat - die ganze Palette. So weiß die Abwehr eigentlich nie, was auf sie zukommt.

kicker: In der Nationalmannschaft fehlt ein Spielmacher der Güteklasse von Andy Schmid. Für Sie als Kreisläufer macht ein solches Zusammenspiel aber vieles einfacher. Nun wurde Martin Strobel zurückgeholt, Simon Ernst plagt sich schon sehr lange mit Verletzungen rum. Wie sehen Sie Deutschland auf der Mitte aufgestellt?

Kohlbacher: Ich denke, dass wir auf der Mitte ganz gut aufgestellt sind. Wir haben da mit Martin Strobel und Fabi Wiede zwei sehr intelligente Spieler. Martin hat ja damals bei der EM schon unser Spiel aufgezogen und auch einige Jahre davor. Er ist nicht umsonst mit dem Titel 'Das Handballgehirn' umschrieben. Ich denke, dass er das Spiel richtig gut lesen und führen kann. Fabi zeigt das auch Woche für Woche in Berlin, dass er sowohl auf der Mitte als auch auf Halbrechts spielen kann. Er hat genau diese Mischung aus torgefährlichem Shooter, der aus dem Rückraum die einfachen Tore macht, und cleverem Spielmacher, der den Kreis als auch den Rückraum gut einsetzt. Wir haben da zwei unterschiedliche, aber auch zwei starke Typen.

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kicker: Im Nationalmannschafts-Steckbrief zählen Sie Fußball zu Ihren Hobbys. Sie sind in Hessen geboren. Gibt es einen Bundesligisten oder Zweitligisten, dem Sie speziell die Daumen drücken?

Kohlbacher: (lacht) Es gibt einen Bundesligisten in Hessen und ich bin auch Sympathisant der Eintracht. Dennoch bin ich seit Kindertagen eigentlich Fan des FC Bayern. Bei der Eintracht war ich aber auch schon des Öfteren im Stadion. Mit unserem Betreuer von Wetzlar waren wir oft dort, weil unser Physiotherapeut auch die Eintracht betreute.

Da bin ich ehrlich: An dieses Thema habe ich noch keinen Gedanken verschwendet.

kicker: Zum Abschluss eine etwas andere Frage: Druck ist im Leistungssport oft ein Tabu-Thema. Eine Heim-WM könnte aber bei einem womöglich durchwachsenen Start ins Turnier auch zum Ballast werden. Welche Gedanken haben Sie zu diesem Thema?

Kohlbacher: Da bin ich ehrlich: An dieses Thema habe ich noch keinen Gedanken verschwendet. Es überwiegt die Vorfreude und Motivation. Man ist richtig heiß darauf, endlich in dieses Turnier starten zu können. Das überwiegt einfach viel zu sehr, als dass man daran denken könnte. Auch das Selbstvertrauen ist groß genug, um nicht zu denken: 'Oh Gott, was wäre wenn...' Wir wissen, dass wir schwere Gegner haben, aber wir kennen auch unsere Qualitäten. Da machen wir uns keine Sorgen.


Im ersten Teil des kicker-Interviews sprach Kohlbacher unter anderem schon über seine beeindruckende körperliche Stärke, die Konkurrenz in der Nationalmannschaft und ein großes Vorbild aus Jugendtagen.

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