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11.07.2018, 11:10

Ein Kommentar zum Final-Einzug der Equipe Tricolore

Schön spielen? Frankreich hat andere Qualitäten

Die Franzosen können zum zweiten Mal Weltmeister werden. Gegen Belgien zogen sie letztlich verdient ins Finale ein. Wie ist das einzuordnen, was macht die Stärken dieser Mannschaft aus?


Ein Kommentar von Mounir Zitouni

Eine gute Gemeinschaft: Frankreich steht auch dank des Kollektivs im WM-Finale.
Eine gute Gemeinschaft: Frankreich steht auch dank des Kollektivs im WM-Finale.
© imagoZoomansicht

Frankreich steht im Finale. Ohne Glanz und Gloria. Eher nüchtern und abgeklärt. Schön ist das Spiel der Franzosen nicht, dafür effizient und ergebnisorientiert. Drei große Teams im Weltfußball mussten das leidvoll erleben. Argentinien, Uruguay und nun Belgien zogen gegen Didier Deschamps' Mannschaft den Kürzeren. In allen drei Fällen verdient. Der Weltmeister von 1998 hat es geschafft, ein Team zu formen, in dem sich alle dem Ziel des gemeinsamen Erfolgs unterordnen.

Wenn es heißt, dass diese WM das Turnier der Kollektive ist, dann ist Frankreich der beste Beweis dafür. Vorne ist ein Stürmer gesetzt, der in sechs Spielen kein Tor erzielte, ja noch nicht einmal einen Ball aufs Tor bekam. Und doch ist dieser Olivier Giroud wichtig, als Typ, als vorderster Kämpfer. Auch Paul Pogba versinnbildlicht den Weg dieser Mannschaft, die 2010 nach der WM in Südafrika ganz unten war, sehr gut. Von wegen Exzentriker. Kaum ein Spieler lebt in Russland den Teamgedanken mehr und intensiver als der Mann von Manchester United.

Frankreich ist spielerisch nicht das Maß aller Dinge bei dieser WM, es ist keine Mannschaft, die die Fans, Experten und Gegner vor Begeisterung in Ohnmacht fallen lässt. Frankreich ist noch nicht einmal eine Mannschaft, die "ihr" Spiel durchzieht. Deschamps richtet sich immer nach dem Gegner, arbeitet nach den Stärken der Gegner einen fast perfekten Matchplan aus. Bis hierhin mit großen Erfolg.

Schon 2014 wurde die beste Mannschaft Weltmeister

kicker-Redakteur Mounir Zitouni
kicker-Redakteur Mounir Zitouni
© kickerZoomansicht

Auch weil der französische Coach einen Fundus an Spielern hat, der beeindruckend ist. Wie kann man es anders sagen, wenn einer der weltbesten Stürmer wie Karim Benzema verzichtbar ist, ein Anthony Martial zu Hause bleiben muss oder der historische Rekordtransfer der Bundesliga, Ousmane Dembelé, nur ein Reservistendasein fristet und der Münchner Kingsley Coman verletzungsbedingt absagen musste?

Frankreich könnte zum zweiten Mal Weltmeister werden. Die großen charismatischen Anführer wie 1998 fehlen, doch schon 2014 wurde die beste Mannschaft Weltmeister und nicht die Mannschaft mit den besten Einzelspielern. Ein Trend, der 2018 verstärkt wurde. Die großen Individualisten sind alle schon zu Hause - auch das ist eine Botschaft dieser WM.

 
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weitere Infos zu Giroud

Vorname:Olivier
Nachname:Giroud
Nation: Frankreich
Verein:FC Chelsea
Geboren am:30.09.1986

weitere Infos zu Pogba

Vorname:Paul
Nachname:Pogba
Nation: Frankreich
Verein:Manchester United
Geboren am:15.03.1993

weitere Infos zu Dembelé

Vorname:Ousmane
Nachname:Dembelé
Nation: Frankreich
Verein:FC Barcelona
Geboren am:15.05.1997


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