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11.07.2018, 12:05

Verteidiger rücken in Russland in den Fokus

Ein Hummels-Tweet bringt den WM-Trend auf den Punkt

Die WM in Russland ist auch eine Endrunde der Standards. Auf einen anderen wichtigen Trend wies Mats Hummels schon vor einigen Tagen via Twitter hin: Die entscheidenden Tore schießen die Verteidiger.

Eines haben sie alle gemeinsam: Harry Maguire, Mats Hummels und Samuel Umtiti (v.l.) sind Verteidiger.
Eines haben sie alle gemeinsam: Harry Maguire, Mats Hummels und Samuel Umtiti (v.l.) sind Verteidiger.
© imago (3)Zoomansicht

Es war der 27. Juni 2018, es lief die 87. Minute - und die deutschen Fans in Kasan hatten den Torschrei auf den Lippen: Im extrem spannenden Vergleich mit Südkorea brachte Mesut Özil eine Flanke von rechts perfekt in die Mitte, doch der aufgerückte und deswegen vom Gegner völlig übersehene Mats Hummels bekam die Kugel nur an die Schulter. Ein halbwegs platzierter Kopfball hätte wohl gereicht, und Deutschland wäre womöglich nicht sensationell in der Vorrunde gescheitert.

Wäre, wenn und aber. Am 6. Juli meldete sich Hummels nochmal via Twitter zu Wort, gerade erst hatte Frankreichs Raphael Varane gegen Uruguay den Grundstein für den Halbfinal-Einzug gelegt. "Das Schlimmste ist gerade, dass alle Innenverteidiger jetzt treffen und mich so an meine große Chance erinnern", haderte der 29-Jährige.

Hummels hatte da durchaus einen wunden Punkt getroffen, nicht nur bei sich selbst. Seine Aussage bringt den WM-Trend - natürlich getragen von der großen Standard-Dominanz - ziemlich gut auf den Punkt: Die Verteidiger sind es, die die entscheidenden Tore schießen. Am letzten Spieltag der Vorrunde war es Marcos Rojo, der Argentinien vor einem vorzeitigen Heimflug bewahrte. Dem Defensivspezialisten von Manchester United gelang der späte 2:1-Siegtreffer gegen Nigeria. Und man nehme nur Kolumbien: Nicht James oder Falcao wurden WM-Helden der Südamerikaner. Es war Yerry Mina, der im Winter zu Barcelona gewechselt war und dort in der zweiten Halbserie wenig überzeugen konnte. Der 1,95-Meter-Hüne, den die Katalanen gerne in die Premier League weiterverkaufen würden, rückte zum zweiten Spiel in die Mannschaft und köpfte drei entscheidende Tore. Ihm war es überhaupt zu verdanken, dass sich Kolumbien im Achtelfinale gegen England in die Verlängerung rettete.

Nichts Neues im Viertelfinale

Belgien stand derweil in der Runde der letzten 16 gegen Japan mit dem Rücken zur Wand (0:2), ehe Innenverteidiger Jan Vertonghen mit einem sehenswerten Kopfball die Trendwende einleitete. Auch das Viertelfinale lieferte neue Nahrung für den Trend: Englands bulliger Verteidiger Harry Maguire brachte die Three Lions gegen Schweden auf die Siegerstraße. Im Spiel zwischen Russland und Kroatien wurde die Verlängerung zur Sache der Verteidiger: Der umstrittene Domagoj Vida brachte die Feurigen erstmals in Führung, ehe Russlands Rechtsverteidiger Mario Fernandes doch das Elfmeterschießen erzwang.

Im Halbfinale geht es einfach so weiter, denn ausgerechnet Innenverteidiger Samuel Umtiti entschied das spannende Duell zwischen Frankreich und Belgien. Hummels kennt das Gefühl natürlich: 2014 war er es, der im Viertelfinale gegen Frankreich das goldene Tor per Kopf erzielte - und so den Weg für den Titel ebnete.

2014: Nur 4 von 17

Ein Blick zurück auf 2014: Die Abhängigkeit von Standard-Situationen war da weit nicht so eklatant wie vier Jahre später, in Viertel-, Halbfinale, Spiel um Platz drei und Endspiel erzielten nur die Brasilianer Thiago Silva und David Luiz, Niederlandes Daley Blind sowie eben Hummels Verteidigertore (4 von insgesamt 17). 2018 sind es jetzt bereits 5 von 10 - und drei Partien stehen ja noch aus. Im Endspiel am Sonntag (17 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ist Frankreichs Gegner also gut beraten, nicht nur Olivier Giroud, Antoine Griezmann oder Kylian Mbappé auf dem Schirm zu haben.

msc

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© getty images (3)

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weitere Infos zu Hummels

Vorname:Mats
Nachname:Hummels
Nation: Deutschland
Verein:Bayern München
Geboren am:16.12.1988


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