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14.06.2018, 20:28

Wie 2002 startet Saudi-Arabien mit Debakel

Trainer Pizzi muss nun liefern

0:5 zum Auftakt und das nach guten Leistungen zuvor, wie beim Test in Deutschland. Trainer Juan Antonio Pizzi hatte sichtlich Schwierigkeiten, das Dargebotene zu verdauen. Gegen Uruguay geht es schon um alles, auch was die Zukunft des Coachs anbelangt.


Aus Moskau berichtet Mounir Zitouni

Juan Antonio Pizzi
Verlor mit seiner Elf das Auftaktspiel der WM mit 0:5 gegen Russland: Saudi-Arabiens Coach Juan Antonio Pizzi.
© imagoZoomansicht

Mohammed Bin Salman ist ein ziemlich mächtiger Mann. Der Saudi ist in der absoluten Monarchie auf der arabischen Halbinsel Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretender Premierminister auf einmal. Zum Auftaktspiel der WM hatte sich der Saudi einen ganz besonderen Platz ausgesucht. Zusammen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und FIFA-Chef Gianni Infantino schaute er sich die Partie aus einer gemütlichen VIP-Loge an. Was anfangs wie ein lustiges Get-together aussah, wurde für bin Salman schnell zum Alptraum. Mit Grauen schaute er aufs Spielfeld. Seine Landsleute waren gegenüber den letzten Partien nicht mehr wiederzuerkennen.

Was nach einem solchen Debakel in Saudi-Arabien passieren kann

Mit jedem Gegentor rutschte der Araber tiefer in seinen Sessel und musste irgendwie die bemitleidenden Gesten seiner zwei Nebenleute bis zum Schluss ertragen. 0:5 hieß es am Ende. Damit hatte keiner gerechnet. In Ländern wie Saudi-Arabien kann es schon mal passieren, dass nach solcher Art Debakel ein Prinz einfach mal so verfügt, dass der Trainer sich einen anderen Job suchen kann.

Wir waren weit weg von dem, was wir zeigen wollten, aber diese Leistung ist kein Richtwert.Juan Antonio Pizzi

Deshalb war es später, unten im Bauch des Lushniki-Stadions, durchaus berechtigt, auf der Pressekonferenz Trainer Juan Antonio Pizzi zu fragen, ob er denn bis zum Turnierende überhaupt noch Trainer sei. "Ich versuche die Dinge so gut zu machen, wie möglich. Das sind Entscheidungen, die nicht in meiner Hand liegen. Ich glaube daran, dass diese Spieler mehr können. Wir müssen jetzt an das nächste Spiel denken."

Da geht es schon um alles für die Saudis und das ausgerechnet gegen Uruguay. Doch wie soll da was gehen, angesichts der Leistung gegen Russland? Torwart und Innenverteidigung wirkten überfordert, dazu präsentierten sich die Spieler mit einer katastrophalen Zweikampfführung in den wichtigen Duellen, es kamen Massen an Fehlpässen dazu und wenig Durchschlagskraft nach vorne.

Nur Al-Sahlawi kann sich ab und an in Szene setzen

Fertig war das desolate Paket. Allein Stürmer Mohammed Al-Sahlawi konnte sich ab und an in Szene setzen. "Wir waren weit weg von dem, was wir zeigen wollten", konnte Pizzi das Gezeigte nicht fassen. "Aber diese Leistung ist kein Richtwert. Wir können mehr", versicherte er den mitgereisten arabischen Medienvertretern.

Es werden schwere nächste Tage für den Argentinier, der erst seit November in Amt und Würden ist. Noch gibt sich der Ex-Stürmer kämpferisch. "Wir müssen unseren Optimismus wiederfinden. Darum geht es jetzt." Das alleine wird nicht langen, um gegen Uruguay zu punkten und weiter im Turnier zu bleiben. 2002 startete Saudi-Arabien mit einem 0:8 ins WM-Turnier, damals gegen Deutschland. Das Team beendete die WM mit null Punkten und 0:12 Toren. Trainer Nasser Al Johar musste danach seinen Hut nehmen. Pizzi droht das gleiche Schicksal. Er muss jetzt liefern.

Weltmeisterschaft, 2018, Vorrunde, 1. Spieltag
Russland - Saudi-Arabien 5:0
Russland - Saudi-Arabien 5:0
Geschichtsträchtig

Das Luschniki-Stadion an Tag eins der WM.
© Getty Images

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weitere Infos zu Pizzi

Vorname:Juan Antonio
Nachname:Pizzi
Nation: Spanien


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