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14.06.2018, 20:45

Real-Boss und Ex-Nationaltrainer finden deutliche Worte

Frontalattacke: Perez und Lopetegui kritisieren Rubiales scharf

Bereits einen Tag nach seiner Entlassung als spanischer Nationaltrainer wurde Julen Lopetegui (51) als neuer Coach von Real Madrid vorgestellt. Präsident Florentino Perez konzentrierte sich bei seiner Rede aber vielmehr auf den spanischen Verbandspräsidenten, ehe Lopetegui von einem der traurigsten Tage seines Lebens berichtete.

Sie bildeten schon am Donnerstagabend eine verschworene Einheit: Reals neuer Trainer Julen Lopetegui (l.) und Präsident Florentino Perez.
Sie bildeten schon am Donnerstagabend eine verschworene Einheit: Reals neuer Trainer Julen Lopetegui (l.) und Präsident Florentino Perez.
© imagoZoomansicht

Gerade erst hatten Spaniens Kapitän Sergio Ramos und der nachgerückte WM-Coach Fernando Hierro in Sotschi gesprochen, da begann in Madrid die Vorstellung des neuen Trainers. Real wird ab der kommenden Spielzeit von Julen Lopetegui gecoacht, der erst am Mittwoch von seiner Aufgabe als spanischer Nationaltrainer entbunden wurde. Um 19.14 Uhr begann die Präsentation mit einem emotionalen Highlight-Video des einstigen Torhüters mit Real-Vergangenheit. Sichtlich bewegt saß er mit seiner Frau und den drei Kindern in der ersten Reihe.

Nach längerem Applaus betrat dann Real-Präsident Florentino Perez mit ernster Miene die Bühne. Ohne große emotionale Regungen kam er gleich zur Sache: "Wir wollten es eigentlich nach der WM machen, aber wegen verschiedener Umstände stehen wir nun hier. Es ist eine große Befriedigung, hier jemanden präsentieren zu können, der unser Haus perfekt kennt."

"Du hattest zwei Träume, die sich hätten perfekt vereinen lassen"

Zu Lopetegui gerichtet fügte Perez an: "Ich weiß, dass es für dich ein Tag mit gemischten Gefühlen ist, weil du von der WM geträumt hast. Du hattest zwei Träume, die sich hätten perfekt vereinen lassen: die WM mit Spanien gewinnen und Trainer von Real Madrid werden." Verbandspräsident Luis Rubiales hatte allerdings etwas dagegen, was bei den Königlichen niemand so recht verstehen kann.

"Es gibt keinen Fall in der Geschichte des Fußballs, in der das als Illoyalität ausgelegt wurde. Wir haben innerhalb weniger Stunden eine Einigung erzielt und beschlossen, dies so schnell wie möglich als Akt der Transparenz und vor der WM zu tun, um Unruhen zu vermeiden, die die Nationalmannschaft hätten beeinflussen können", setzte Perez an und legte nach: "Was eigentlich ein normaler Vorgang sein sollte, führte zu gekränktem Stolz. Es gab Dutzende von Fällen, bei denen vor und während eines großen Turniers Verträge unterschrieben wurden - in keinem Fall war das Real Madrid. Wir müssen alle gemeinsam dafür arbeiten, um denjenigen gegenüberzutreten, die unser Image beschädigen wollen."

"Kein einziges Argument" für den Rauswurf

Perez war noch nicht fertig. "Es fällt uns immer noch schwer zu verstehen, warum diese Einigung eine so hoffungsvolle spanische Mannschaft hätte stören sollen. Es hätte sie nicht im Geringsten getroffen, es gibt kein einziges Argument, das rechtfertigt, dass Lopetegui morgen nicht auf der spanischen Bank sitzt." Es wird aber so kommen.

Gestern war der traurigste Tag meines Lebens seit dem Tod meiner Mutter.Julen Lopetegui über seinen Rauswurf

Dann durfte auch Lopetegui auf die Bühne, dankte an dem "hochemotionalen" Tag erst einmal für das Vertrauen der Verantwortlichen. Auf die Entlassung angesprochen erwiderte er: "Gestern war der traurigste Tag meines Lebens seit dem Tod meiner Mutter." Lopetegui kämpfte mit den Tränen und schob hinterher, dass aber der Donnerstag "der glücklichste Tag meines Lebens" sei. "Ich hatte das Glück, hier in der Jugendabteilung zu spielen, auch in der ersten Mannschaft und die Werte von Real Madrid leben zu können."

Die neue "Rolle" müsse er nun annehmen. "Morgen feuere ich die Mannschaft wie jeder andere Spanier an." Natürlich wurde auch Lopetegui zu Rubiales befragt. Sein Kommentar: "Loyalität heißt, die Wahrheit zu sagen. Als es etwas zu sagen gab, war er der erste, der es wusste. Ich wollte dann eine Pressekonferenz geben, aber es kam nicht dazu, weil er sehr weit weg war. Der Vertrag musste vor der WM geschlossen werden. Ich habe es gesagt, weil ich ehrlich zu allen sein wollte und die Spieler haben es sehr gut verstanden."

"Respekt und Zuneigung" von den Spielern

Lopetegui wollte anschließend nicht noch "mehr Details verraten". Es ging ihm hauptsächlich darum, "Transparenz zu zeigen". "Wir haben uns professionell und ehrlich verhalten", sagte Lopetegui auch in Richtung Perez. "Es war ein surrealer Tag", wiederholte der 51-Jährige noch einmal und schloss: "Das Schöne war der anschließende Respekt und die Zuneigung der Spieler."

msc

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