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19.05.2018, 16:21

FCK wirft überragendem SC-Kapitän Tätlichkeit vor

Packendes Finale - Freiburgs Herrmann doppelt im Fokus

Schöne Kombinationen, viele Torchancen, intensive Zweikämpfe, Emotionen und Spannung bis zur letzten Sekunde. Der 1. FC Kaiserslautern und der SC Freiburg lieferten sich im U-19-Finale einen hochklassigen, packenden Pokalfight - mit dem besseren Ende für den südbadischen Rekordchampion, der sich durch das 2:1 den sechsten Titel sicherte. Ein kleiner Misston: Die Lauterer beschwerten sich hinterher über eine angebliche Tätlichkeit, die sich aber nicht belegen lässt.


Aus Berlin berichtet Carsten Schröter-Lorenz


Freiburger Jubel mit dem Pokal
Der sechste Streich: Freiburger Jubel mit dem Pokal.
© imagoZoomansicht

"Beide Teams haben ein tolles Spiel gemacht, Freiburg hat stark gespielt und ein Tor mehr geschossen. Wir akzeptieren das. Dafür Glückwunsch", sagte Lauterns NLZ-Leiter Manfred Paula, zeigte sich aber nicht nur wegen der knappen Niederlage zerknirscht: "Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, weil das Spiel diese Szene nicht nötig gehabt hätte." Was er meint: Aus seiner und der Sicht mehrerer FCK-Akteure habe Freiburgs Luca Herrmann in der Nähe der beiden Spielerbänke eine ungeahndete Tätlichkeit an Innenverteidiger Nico Hotopp begangen. "Es war ein Schlag in die Magengegend, danach blutete er auch aus der Nase, durfte deshalb nicht gleich aufs Spielfeld und fehlte uns beim 1:2 hinten in der Zuordnung", erläuterte Paula seine Wahrnehmung.

Herrmann selbst, mit seiner Ballsicherheit, Präsenz und Stärke im Spiel gegen den Ball der Dreh- und Angelpunkt im Freiburger Spiel und überragender Mann auf dem Rasen, wies den Vorwurf zurück: "Ich werde selbst in den Gegner reingeschubst, treffe ihn dann leider mit dem Knie. Aber eine Tätlichkeit habe ich auf jeden Fall nicht begangen." Die TV-Bilder können eine Tätlichkeit ebenso wenig belegen. Eher handelte es sich um einen für den Lauterer Spieler unglücklichen Zusammenprall, bei dem Herrmann, wohl auch um sich selbst zu schützen, die Arme vor den Körper nahm. Ein Nasentreffer bei Hotopp war in den ausgestrahlten Kameraeinstellungen des Senders Sport1 nicht zu erkennen. Dafür aber der Zeitpunkt. Hotopp musste noch vor dem eigenen Anschlusstreffer durch Luis Kersthold - Anil Gözütok und Torben Müsel per Pfostenschuss hatten exzellente Vorarbeit geleistet - das Spielfeld verlassen. Er verpasste also beide Treffer, die kurz hintereinander fielen.

Direkte Antwort als Knackpunkt

Eindeutig der Knackpunkt in der ausgeglichenen Partie. "Kaiserslautern war nicht wach nach dem 1:1, sondern noch voller Freude und in der Emotion drin. Das haben wir bemerkt und zum Glück bestrafen können. Unser Linksaußen Daniele Bruno ist nach dem Anstoß direkt durchgestartet, sehr gut, dass wir die Situation so ausnutzen konnten", analysierte Herrmann die Schlüsselszene. Lauterns starker Keeper Lennart Grill, der einige gute Paraden während der 90 Minuten zeigte und aufmerksam mitspielte, war gegen den platzierten Kopfball des freistehenden Carlo Boukhalfa machtlos und dementsprechend bedient. Unabhängig vom kurzzeitigen Fehlen Hotopps kritisierte er: "Das darf nicht passieren. Wir hatten das ganze Momentum auf unserer Seite."

Schon beim 0:1 hatte sich die FCK-Defensive eine folgenschwere Unaufmerksamkeit geleistet. Nach Flanke des effektiven Bruno hatte der eingelaufene und klein gewachsene Rechtsaußen Enzo Leopold ungedeckt per Flugkopfball vollstrecken können. "Das Chancenverhältnis war mindestens ausgeglichen, vielleicht mit leichten Vorteilen für Lautern. Aber von der Spielanlage her habe ich uns einen Tick besser gesehen. Wenn du direkt nach dem 1:1 in dieser Form das 2:1 machst, ist der Sieg schon auch verdient", resümierte Freiburgs Trainer Thomas Stamm: "Die Jungs haben sich belohnt nach einer schwierigen Saison und vor allem einer komplizierten Rückrunde."

Kaiserslauterns Innenverteidiger Nico Hotopp (re.)
Seine zwischenzeitliche Verletzung zog Diskussionen nach sich: Kaiserslauterns Innenverteidiger Nico Hotopp (re.).
© Getty ImagesZoomansicht

Bei aller Enttäuschung sprach auch FCK-Coach Marco Laping seinen bis zum Ende kämpfenden und oft auch spielerisch überzeugenden Spielern ein Kompliment aus: "Das tut jetzt erstmal weh, aber die Jungs werden das verarbeiten. Ich bin sehr stolz darauf, was sie geleistet haben in der Rückrunde und im Pokal auf dem Weg in dieses Finale, wo sie wie Freiburg richtig guten Fußball gespielt haben."

Lauterns Kapitän Paul Will, der in der Nachspielzeit mit einem aussichtsreichen Flachschuss aus 20 Metern nur knapp das Freiburger Tor verfehlte, verwies voller Stolz auf die im Cup ausgeschalteten Topteams Bayern, Bremen und Hoffenheim. Nur die Krönung fehlte aus Lauterer Sicht.

Er hat sehr erwachsen gespielt. Vor allem defensiv war das super.Freiburgs Trainer Thomas Stamm über Luca Herrmann

Dafür feierten die Freiburger Akteure in ihren roten Rekordsieger-Shirts ("6 Richtige") ausgelassen mit ihren Fans. Und Herrmann bekam noch ein dickes Sonderlob von seinem Trainer: "Er hat sehr erwachsen gespielt. Vor allem defensiv war das super. Daran haben wir in den letzten Jahren gearbeitet. Dass er mit Ball immer Lösungen und keinen Stress hat, wussten wir schon länger." Auf diesem Weg muss Herrmann nun weiterarbeiten. Dann könnte tatsächlich nach längerer Durststrecke bald mal wieder ein Freiburger Fußballschüler bei den Profis von Christian Streich Fuß fassen.

 
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Vorname:Thomas
Nachname:Stamm
Nation: Schweiz


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