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10.08.2018, 09:23

Premier-League-Vorschau, Teil 6

Was heißt Fortschritt auf Portugiesisch? ManUnited im Check

Wenn sowieso keiner was erwartet, kann es doch eigentlich nur gut werden, oder? Manchester United spielt gefühlt um den Klassenerhalt, weil José Mourinho nicht aufhören kann zu meckern. Wird es etwa so schlimm wie bei seinem schlimmsten Feind?

José Mourinho
Rat- oder lustlos? José Mourinho und ManUnited.
© Getty Images (3)Zoomansicht

So ein bisschen, wenn's sein muss, könnte Manchester United auch das Schalke 04 der Premier League genannt werden. Absurd, oder? Naja! Beide wurden Vizemeister, beide haben ihre (und alle anderen) Zuschauer nicht unbedingt vom Hocker gerissen mit einem Fußball, der vor allem auf einer wasserdichten Defensive basiert. Warum, zum Glück, trotzdem niemand vom Schalke 04 der Premier League spricht, dürfte daran liegen, dass sich eine Vizemeisterschaft noch nie so falsch angefühlt hat wie die von José Mourinho & Co. im Vorjahr.

Auch Schalke war zu keinem Zeitpunkt ein Konkurrent des FC Bayern, aber am Ende immerhin hochzufrieden mit einem zweiten Platz und der Rückkehr in die Champions League. Auch die war ein Grund, warum die Stimmungslage im roten Teil Manchesters nach dem 9. Spieltag (1:2 bei Aufsteiger Huddersfield) nie wieder euphorisch wurde. Das destruktive Achtelfinal-Aus gegen einen nicht mal guten FC Sevilla redete sich Mourinho schön, wie es eben nur Mourinho kann.

"Liverpool kauft alles und jeden" - Mourinho ätzt gegen alles und jeden

Es sollte der Anfang sein von wirren Wutreden, schonungslosem Spott an den eigenen Spielern und ausnahmslosen Attacken gegen seinen Kollegen. Über was Mourinho in dieser Sommer-Vorbereitung gemeckert hat, lässt sich an zwei Händen bald nicht mehr abzählen. Seine eigene Mannschaft spielt nicht gut (1:4 gegen Liverpool), weil es ja gar nicht seine Mannschaft ist. Seine Spieler sind entweder zu dick (Valencia) oder zu vaterfreudig (Martial) und seine Kollegen brechen Wort (Klopp).

Dabei wäre Mourinho derzeit wohl gerne in Klopps Lage; immerhin hat der Liverpool-Coach jeden Wunsch (auf dem Transfermarkt) erfüllt bekommen, sukzessive die Baustellen der vergangenen Saison geschlossen und marschiert bestens gelaunt durch einen heißen Sommer. Dass er dabei so tief in die Tasche griff, wie er es eigentlich nie vorhatte, ist eben Teil eines aus den Fugen geratenen Marktes - immerhin steht Klopp dazu.

Nur Mourinho ("Liverpool kauft alles und jeden"; "Die anderen haben schon fantastische Teams, wir nicht") bleibt auf der Strecke und bekommt nicht einmal annähernd alle Spieler, die er will; auch das hat er bereits öffentlich kundgetan. Fred (25, fast 60 Millionen Euro) und Diogo Dalot (19, über 20 Millionen) sind neben Ersatz-Ersatz-Keeper Lee Grant (35, etwa eine Million) die einzigen Neuzugänge. Harry Maguire, Jerome Boateng oder Diego Godin kamen nicht hinzu. Die Transferphase offenbarte, dass Mourinhos Wunschliste nicht zu den Plänen der Klubführung passte - sie hielt ihr Geld am Ende lieber zurück, als es für einen zu alten, fertigen Spieler auszugeben, der Mourinho vorschwebte.

Pogba und Lukaku funktionieren scheinbar nur in Manchester nicht

Tabellenrechner Premier League

Am heutigen Freitag (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) eröffnet United gegen Leicester City die neue Premier-League-Saison; die Ausreden liegen schon bereit: viele Verletzte, viele WM-Rückkehrer, kaum Neuzugänge. Und die Generalprobe beim FC Bayern (0:1) hat bei den Fans wenig bis gar keine Hoffnung darauf gemacht, dass Mourinho irgendwie gewillt ist, seine "Philosophie" zu verändern oder wenigstens anzupassen.

Dabei hat die Weltmeisterschaft so schön veranschaulicht, was Paul Pogba eigentlich spielen kann, wenn er in einem Team spielt, das auch spielen will. Was für ein eiskalter Torjäger Romelu Lukaku sein kann, wenn er bedient wird und sich nicht selbst bedienen muss. Noch dazu hatte Alexis Sanchez nach fünf Jahren mal wieder Urlaub und musste nicht mit der chilenischen Nationalmannschaft durch Südamerika, Nordamerika oder Russland tingeln.

Die anderen stellen Rekorde auf - Mourinhos Sturheit erinnert an Wenger

Es ist ja nicht alles schlecht. Die über 400 Millionen Euro, die seit Mourinhos Ankunft 2016 in den Kader gesteckt wurden, haben dem Portugiesen tatsächlich ein konkurrenzfähiges Team beschert. Der zweite Platz 2017/18 war Uniteds beste Platzierung seit dem Titel 2013, er selbst spricht "von einem meiner größten Erfolge im Fußball". Doch reicht das, wenn sich Spieler kaum weiterzuentwickeln scheinen? Man muss Mourinho zugutehalten, dass zwei Champions-League-, drei Premier-League- und ein La-Liga-Titel natürlich nicht aus Zufall in seiner Vitrine gelandet sind. Die Europa League (2017) und den FA Cup hat er sogar mit ManUnited gewonnen - aber auch hier gilt: Reicht das?

Mourinhos Sturheit, etwas Neues auszuprobieren, während Guardiolas ManCity in der Premier League und Klopps Reds in der Champions League neue Torrekorde aufstellen (106 bzw. 47), erinnert fast schon ein bisschen an seinen ewigen - und inzwischen gegangenen - Feind Arsene Wenger, den er einst als "Spezialist im Versagen" beschimpfte.

"Eine schwierige Saison" prophezeite Mourinho, trotzdem freut er sich auf den Auftakt gegen Leicester: "Endlich ist die Vorbereitung vorbei, so eine schwierige Vorbereitung ist endlich vorbei." Ist es seine Amtszeit bald auch?

Mario Krischel

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© imago (3), getty images

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Vorname:José
Nachname:Mourinho
Nation: Portugal
Verein:Manchester United

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Vorname:Paul
Nachname:Pogba
Nation: Frankreich
Verein:Manchester United
Geboren am:15.03.1993

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Vorname:Romelu
Nachname:Lukaku
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Geboren am:13.05.1993

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Vorname:Alexis
Nachname:Sanchez
Nation: Chile
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Geboren am:19.12.1988


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