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11.07.2018, 10:15

Ein Kommentar von kicker-Korrespondent Oliver Birkner

Dieser Wechsel steht für knallharte Kalkulation - und Poesie

Cristiano Ronaldo ist bei Juventus Turin gelandet, die Ausgaben für den Weltfußballer sind astronomisch. Allerdings von Juve nüchtern kalkuliert, der Deal könnte aufgehen. CR7 soll mithelfen, die Sehnsucht nach dem Henkelpott zu stillen. Auf jeden Fall rückt der Calcio wieder vermehrt in den Weltfokus. Ein Kommentar von kicker-Korrespondent Oliver Birkner.

Cristiano Ronaldo
Der Anfang der Liaison? Cristiano Ronaldo trifft noch im Trikot von Real Madrid gegen seinen zukünftigen Klub Juventus Turin.
© picture allianceZoomansicht

Frisches Hemd an, einen schmucken Rucksack aufgesetzt und hinein in den Privatjet Richtung Griechenland. Wenige Stunden später stieß dort Präsident Andrea Agnelli mit Cristiano Ronaldo auf das kommende Epos an. So funktionieren seriös geführte, globale Firmen. Juventus vermeidet das posaunende Palaver und macht sich ans Werk.

Vor einer Woche erschien die Liaison zwischen Cristiano Ronaldo und der Juve noch ein wahnwitziger Sommernachtstraum, am Dienstag vermeldete Turin offiziell die Fusion zweier Weltmarken. Das Imperium Juventus mit der Holding Exor im Rücken, die im Vorjahr einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro vermeldete, begrüßt die portugiesische Fußball- und Marketingmaschinerie CR7. Macht außerdem 50 Millionen plus 303 Millionen Follower in den sozialen Netzwerken, die man nun mögen kann oder nicht, an denen allerdings niemand mehr vorbeikommt. Auch nicht Stan Libuda.

Online-Shop bricht zusammen - Ticketpreise steigen

Die Ausgaben sind astronomisch, doch von der nüchternen Juve freilich kalkuliert. Niemand repräsentiert den modernen Marketing-Fußball kongenialer als die portugiesische Welt-Ikone. Bereits wenige Minuten nach Bekanntgabe brach die Verbindung zum Online-Shop zusammen, der die neue Nummer 7 bereits im Sortiment führte. 84,95 Euro kostet Kinder das Tragen ihres Traumes, Erwachsene zahlen dafür stolze 60 Euro mehr. Experten rechnen mit fast 100 Millionen Euro Mehreinnahmen im Sponsorenbereich und nun wird verständlich, warum der Klub die Preise der Jahreskarten kürzlich um 30 Prozent anzog. Allein wird sich Ronaldo kaum finanzieren, indes gewaltig dazu beitragen. Maradona kostete Napoli 1984 umgerechnet 19 Millionen Euro, der erste Ronaldo Inter 1997 rund 37 Millionen. Es zeigt, in welch abstruse Sphären der Calcio entstiegen ist.

Juve-Fans präsentieren ihre offiziellen Cristiano Ronaldo-Shirts
Juve-Fans präsentieren ihre offiziellen Cristiano Ronaldo-Shirts
© Getty Images

Der von den Gazetten getaufte "Jahrhundert-Deal" schenkt den Tifosi aber auch jene Poesie, für die der Fußball trotz allem noch lebt. Vor drei Monaten honorierte das gesamte Juventus Stadium Ronaldos Meisterwerk-Fallrückzieher mit seufzenden Ovationen und womöglich zündete an jenem Abend der erste amouröse Funke zwischen dem frisch liierten Paar. Den sieben Meisterschaften in Folge stehen sieben verlorene Endspiele in der Königsklasse entgegen. Und CR7 soll den Seelen der Juventini das nagende Schmachten nach dem Henkelpott endlich erfüllen. Der Portugiese hat oftmals bewiesen, dass ihm inflationäre Titel in keinster Weise den Appetit verderben.

Higuain muss weichen, Buffon sich hinterfragen

Oliver Birkner
Oliver Birkner

Für Ronaldo wird Gonzalo Higuain aus dem vor allem in der Offensive hoch qualifizierten Kader weichen müssen, die Stadt wird es verschmerzen. Der kürzlich umgezogene Gigi Buffon mag sich indes fragen, ob der Wechsel nach Paris tatsächlich die beste aller Ideen war. Cleverness kann man Italien kaum absprechen. Keine WM? Na, dann holen wir uns eben den weltbesten Kicker in die Liga. Raffiniert. Von der Lokomotive Juventus wird die gesamte Serie A ausgiebig profitieren. Nach den Zicos, Maradonas, Platinis, Matthäus' oder Zidanes schielte das angekratzte Image des Calcio zuletzt jahrelang nostalgisch auf andere Länder. Nun steht Italien zweifelsohne wieder im weltweiten Fokus - in puncto Interesse liquider Sponsoren, und dem der Fetischisten des atemberaubenden Spieles.

Diese Spieler kosteten am meisten
Teuerste Fußballer: CR7 auf Rang 3 und 7
Neymar
1. Neymar - 222 Millionen Euro

Er ist nicht nur der teuerste Fußballer der Welt - sondern der mit großem Abstand teuerste: Am 3. August 2017 wechselte Neymar (25) für die festgeschriebene Ablösesumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain.
© imago

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weitere Infos zu Cristiano Ronaldo

Vorname:Cristiano Ronaldo
Nachname:Dos Santos Aveiro
Nation: Portugal
Verein:Juventus Turin
Geboren am:05.02.1985


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