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13.06.2017, 14:13

Kommentar von Rainer Franzke, Mitglied der kicker-Chefredaktion

5 nach 12 für den Fußball?

Nun ist klar, dass die Spiele der Champions League ab der Saison 2018/19 nur noch im Pay-TV übertragen werden. Der empörte Aufschrei einer großen Mehrheit der Fußballfans ist groß. Ist es jetzt 5 nach 12 für den Fußball? Ein Kommentar von Rainer Franzke.

ZDF-Mikrofone
Aus für das ZDF: Die Champions League wird ab 2018/19 nur noch im Pay-TV zu sehen sein.
© imagoZoomansicht

Nach den Olympischen Spielen, die ab 2018 von Eurosport übertragen werden (zum Teil gegen Gebühr), kommt es jetzt zum totalen Free-TV-Blackout in der Königsklasse. Und was die Preise für Übertragungen der Spiele in der Bundesliga am Freitagabend und am Montagabend (an fünf Spieltagen) bei Eurosport betrifft, haben die Fans zwei Monate vor dem Auftaktspiel am 18. August noch keine Klarheit.

Ist es tatsächlich 5 nach 12 für den Fußball und den gesamten Spitzensport?

Seit es Fernsehen gibt, sehen sich die deutschen Sportfreunde in einer äußerst komfortablen Situation. Über Jahrzehnte liefen die Großereignisse im sogenannten Free-TV bei ARD und ZDF, die natürlich auch nicht "for free" sind. 17,50 Euro muss jeder Haushalt pro Monat an "Rundfunkgebühren" entrichten, es handelt sich um eine Zwangsgebühr, die den öffentlich-rechtlichen Sendern pro Jahr über acht Milliarden Euro in die Kassen spült. Darüber hält sich die Aufregung in Grenzen. Und Grenzen waren jetzt beim milliardenschweren Poker um die verschiedenen Sportrechte eben auch ARD und ZDF gesetzt. Im Rahmen ihrer "Zwangsgebühr" konnten sie nicht mehr mitbieten mit privaten Unternehmen wie Sky, DAZN oder Eurosport.

Ein Kommentar von Rainer Franzke, Mitglied der kicker-Chefredaktion
Ein Kommentar von Rainer Franzke, Mitglied der kicker-Chefredaktion.
© imago

Natürlich gibt es kein Recht auf möglichst kostenfreien oder zumindest kostengünstigen Empfang von Sportereignissen.

Im Zusammenhang mit der jetzt erfolgten Rechtevergabe werden erneut hohe Eintrittspreise in der Bundesliga angeprangert, obwohl diese weitaus niedriger als in allen anderen Topligen Europas sind. Sind weniger als zehn Euro pro Spiel, wenn man die Jahreskarte für einen Kurvenbesucher umlegt, zu hoch? Sowohl bei den Tickets als auch beim Pay-TV erwecken die Diskussionen den Eindruck, dass der zu Beginn des Jahrtausends über ein Jahrzehnt populäre Slogan "Geiz ist geil" eines Elektronikkonzerns zu einem Markenbegriff der deutschen Fußballkultur geworden ist.

Wenn dem so ist, hilft auch der Blick über die Grenzen nach England, Spanien, Italien oder Frankreich nicht, wo der vermarktete Fußball in allen Bereichen den Fans deutlich höhere Summen abverlangt. Denn wenn sich das Konsumverhalten tatsächlich grundlegend verändern sollte und die deutschen Fans sich in Massen vom Fußball abwenden, könnte es am Ende des Tages heißen: 5 nach 12!

 

81 Leserkommentare

Fussballbeobachter
Beitrag melden
20.06.2017 | 20:28

Uff... Hätte nicht gedacht, dass sich bei diesem Thema...

eine derartige Diskussion ergibt.

Aus meiner Sicht:

1. CL im Free-TV aus meiner Sicht n[...]
Wolly-2009
Beitrag melden
19.06.2017 | 08:51

Brauchen wir nur Fußball im TV?

Welchen Verstand habt Ihr? Ihr regt Euch über GEZ Zwangsgebühren auf und merkt noch nicht mal, dass [...]
Rufus1968
Beitrag melden
18.06.2017 | 20:45

Ausgleich für Steuergelder

Ich habe die (von der GEZ-Gebühr abgesehene) kostenlose Berichterstattung als Ausgleich für die Steuergelder [...]
Kopperle
Beitrag melden
15.06.2017 | 16:03

@Mr. Monk

...jaaaaaa...das mit dem Puck stimmt genau...ich seh`s auch immer erst in der dritten Wiederholung auf [...]
TeamMaMo
Beitrag melden
15.06.2017 | 14:43

@alle

Nach meinem längeren Kommentar, fasse ich mich kürzer zusammen.
Ein Sky-Abo darf ich mir abonniere[...]

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