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05.05.2019, 00:32

VAR-Projektleiter Drees über die Hand-Aufreger vom Samstag

Drees in Erklärungsnot: "Er hat es einfach nicht gesehen"

Neues Wochenende, neuer Wirbel ums Handspiel: Dr. Jochen Drees, der VAR-Projektleiter beim DFB, versuchte am Abend, die Entscheidungen in München, Berlin und Bremen zu erklären.

Berlin, Bremen, München - der Samstag brachte gleich drei neue Hand-Aufreger.
Berlin, Bremen, München - der Samstag brachte gleich drei neue Hand-Aufreger.
© imago images (3)Zoomansicht

Anfang der Woche hatte DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich noch davon gesprochen, dass die deutschen Referees die Handspiel-Linie "sehr konsequent und berechenbar" umsetzen. Dann kam der Samstag.

In Berlin wehrte Hertha-Verteidiger Karim Rekik einen Ball in Torwartmanier mit der Hand ab - keine Videoüberprüfung, kein Handelfmeter. In München wurde Jerome Boateng im Wegdrehen mit angelegtem Arm angeschossen - Videoüberprüfung, Handelfmeter. In Bremen sprang Mario Götze ein Ball an den Arm - Videoüberprüfung, kein Handelfmeter.

Wie ist das alles zu erklären? Dr. Jochen Drees, Projektleiter für den Bereich Video-Assistent beim DFB und am Nachmittag noch als "Supervisor" im "Kölner Keller" vor Ort, versuchte es wenige Stunden später im ZDF-Sportstudio zumindest.

Rekik? "Die Szene ploppte eigentlich erst in der Halbzeit auf"

Der Fall Rekik: Es gebe "überhaupt keine Diskussion", dass der VfB Stuttgart einen Elfmeter hätte erhalten müssen, räumte Drees ein, während Rekik selbst sein Handspiel gar nicht mitbekommen haben wollte. Warum griff Videoassistent Günter Perl nicht ein, wenn schon Schiedsrichter Daniel Schlager das Handspiel nicht erkannt hatte? "Er hat es einfach nicht gesehen", so Drees über Perl, "einen der Besten, die wir haben". "Die Situation war unscheinbar, es hat niemand reklamiert. Die Szene ploppte eigentlich erst in der Halbzeit auf."

Doch wie konnte Perl "das vielleicht klarste Handspiel der Saison" (VfB-Profi Esswein) übersehen? Sind die Videoassistenten laut IFAB-Protokoll nicht dazu angehalten, "die TV-Bilder (...) zu jedem Vorfall im Zusammenhang mit (...) einem Strafstoß" zu überprüfen? "Wir leiten die Videoschiedsrichter nicht dazu an, als Detektive zu arbeiten", hält Drees dagegen. "Wir sagen ja nicht: Versucht jede Szene zu zerteilen, in kleinsten Teilen zu suchen, ob vielleicht was Strafbares drin ist."

Zwar dürfe eine solche Fehlentscheidung "nicht passieren", sie sei "auch für uns nur schwer zu erklären". Doch letztlich, so Drees, seien "Menschen und keine Maschinen" am Werk; Perl etwa sei "eben einfach mal ein Fehler unterlaufen. So wie auch den Spielern mal ein Fehler unterläuft."

Boateng? "Kein Elfmeter" - Götze? "Fachlich richtiges Ergebnis"

Der Fall Boateng: Für Drees war es "richtig", dass der Videoschiedsrichter Referee Christian Dingert den Gang in die Review-Area empfahl. Doch die "Ermessensentscheidung" hätte danach anders ausfallen müssen: Boatengs Handspiel - für Drees wie sogar für 96-Trainer Thomas Doll "kein Elfmeter".

Der Fall Götze: Hier habe die korrekte Videoüberprüfung zu einem "fachlich richtigen Ergebnis" geführt, lobte Drees Schiedsrichter Marco Fritz und entgegnete Florian Kohfeldt ("Im Kontext dieser Saison ist es ein glasklares Handspiel"): Diesen Elfmeter würde der Werder-Trainer auf der anderen Seite "auch nicht gegen sich haben" wollen.

"Grundsätzlich", räumte Drees zumindest ein, "kann ich verstehen, dass man mit der Art, wie im Moment das Handspiel ausgelegt wird, ein Problem hat." Am Samstag sorgte es einmal mehr für viele Diskussionen - und, so Drees, im "Kölner Keller" für "bedrückte Stimmung in der Nachbesprechung".

jpe

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Bundesliga, 2018/19, 32. Spieltag
Bundesliga, 2018/19, 32. Spieltag
Gute-Laune-Jovic

Vor dem Anpfiff ist bei Frankfurts Luka Jovic die Laune bestens. Gegen Leverkusen wird der Torjäger geschont und darf erstmal auf der Bank Platz nehmen.
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