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11.07.2018, 15:35

Kult-Trainer zurück bei Werder

Schaaf: "Inhaltlich wollen wir top sein"

Er ist wieder da: Thomas Schaaf, der 1972 als Jugendspieler bei Werder begann, später 281 Bundesligapartien für den Klub bestritt und schließlich eine glorreiche Ära als Cheftrainer inklusive Double-Gewinn 2004 prägte, arbeitet gut fünf Jahre nach der Trennung als Coach wieder für die Grün-Weißen. Der neue Posten des 57-Jährigen lautet: Technischer Direktor.

Nach fünf Jahren zurück bei Werder: Thomas Schaaf.
Nach fünf Jahren zurück bei Werder: Thomas Schaaf.
© imagoZoomansicht

Als solcher kümmert sich die Klub-Ikone seit 1. Juli um die Weiterentwicklung des gesamten Nachwuchsbereichs und eine noch engere Anbindung an die Profis. Bei seiner offiziellen Vorstellung an diesem Mittwoch sprach Schaaf unter anderem über ...

... seine persönliche Motivation: "Es hätte Alternativen gegeben, auch als Trainer. Aber für mich war es in meiner Karriere nie ausschlaggebend, dahin zu gehen, wo es am meisten Geld gibt. Oder unbedingt etwas Bestimmtes erreicht haben zu müssen, beispielsweise unbedingt einmal Nationaltrainer gewesen zu sein. Mit dem, was ich erreicht habe, kann ich schon zufrieden sein. Viel wichtiger aber ist mir die Aufgabe, etwas bewegen zu können. Werder ist ein Verein, der sich der Nachwuchsarbeit sehr intensiv verschrieben hat. Da mitzuwirken, ist für mich sehr reizvoll. Ich komme als Trainer aus dem Nachwuchsbereich, und auch als Cheftrainer war der Blick dorthin für mich immer ein großes Thema. Es geht nicht darum, dass wir hier von der Infrastruktur die allermodernsten Möglichkeiten haben wie andere. Aber inhaltlich und von den Personen her wollen wir top sein."

Für mich war es in meiner Karriere nie ausschlaggebend, unbedingt etwas Bestimmtes erreicht haben zu müssen, beispielsweise einmal Nationaltrainer gewesen zu sein.Thomas Schaaf

... seine konkreten Aufgaben: "Zunächst geht es darum, alle Nachwuchsmannschaften richtig kennenzulernen. Ich werde aber auch beim Profitraining zuschauen, war auch am Dienstag beim Blitzturnier in Bremerhaven. Zum einen, um zu sehen, wie sich unsere jungen Spieler beim Bundesligateam schlagen. Aber auch, um zu schauen: Was ist bei den Profis gefragt, wie können wir das bestmöglich im Nachwuchs umsetzen? An anderen Tagen werde ich auch viel im Büro zu finden sein. Dazu kommt das Mentoring für unsere Nachwuchstrainer. Sie sollen sich immer mit mir austauschen können, wenn sie Bedarf sehen. Aber ich werde sie auch von mir aus mit Themen konfrontieren, die sie weiterbringen."

... seinen Kontakt zu Chefcoach Florian Kohfeldt: "Hier geht der Austausch nur in eine Richtung. Florian weiß, dass das Angebot meinerseits besteht, und er entscheidet, wann und ob er darauf zurückkommt. Aber ich weiß, dass Florian es nutzen will und halte das auch für sinnvoll. Es wird nicht so sein, dass ihm jemand reinquatscht. Aber ein solcher Austausch ist gut und im normalen Business-Bereich längst gang und gäbe."

... Werder Spielphilosophie: "Wir wollen uns weiterentwickeln, verbessern. Das geht nicht, wenn man nur an die Defensive denkt. Wir sind überzeugt, dass man über die Offensive mehr bewegen kann. Wir wollen im Spiel selbst aktiv sein, möglichst viel davon bestimmen. Das macht auch den Spielern am meisten Spaß, die man defensiv natürlich trotzdem in die Pflicht nehmen muss."

... die Erfolgsdefinition seiner Arbeit: "Ich will mithelfen, dass Werder für etwas steht, eben auch eine bestimmte Fußballphilosophie. Die muss man immer wieder im laufenden Prozess anpassen und optimieren. Und in diesem Rahmen wollen wir Nachwuchs- und Profibereich noch enger verzahnen. Da geht es auch darum, wie trainiert wird mit dem Ziel, die Anpassungsphase an den Profibereich zu verringern. Die Jungs, die rauskommen, sollen möglichst schon so weit sein, dass sie sich nur noch in zwei, drei Punkten ranarbeiten müssen, um es in der Bundesliga zu schaffen."

Prinzipiell schließe ich nichts aus. Aber in dem Zeitraum, für den ich mich jetzt hier gebunden habe, stehe ich nicht als Trainer zur Verfügung.Schaaf

... internationale Trends und ihre Folgen: "Generell wurde in den letzten Jahren viel auf Ballbesitz gesetzt. Jetzt haben viele Mannschaften Ballbesitz, aber es kommt nichts dabei raus. Also wird die Effektivität hinterfragt. Der Ballbesitz hat nämlich eine Gegenreaktion hervorgerufen, also muss man sich jetzt wieder Gedanken machen: Was macht man, wenn der Gegner tief steht, die Passwege zustellt? Eigentlich muss man sich solche Gedanken schon vorher machen: Was mache ich als nächstes, wenn der Gegner ein Gegenmittel gefunden hat? Aktuell geht es also darum, wie man gegen eine kompakte Defensive vorgeht. Dementsprechend muss man dann wieder ausbilden und trainieren. So war es eine Erkenntnis der letzten EM (Anm. d. Red.: 2016 in Frankreich), dass wieder zentrale Mittelstürmer mit einer bestimmten Größe gefragt sind. Solche Entwicklungen zu erkennen und vorbereitet zu sein, gehört dazu."

... eine deutsche Standortbestimmung: "Wie gesagt: Den eigenen Prozess muss man im Detail immer wieder hinterfragen. Aber es ist typisch deutsch, gleich alles infrage zu stellen, wenn mal etwas nicht funktioniert. Das muss man nicht machen. Wir waren nicht nur Weltmeister 2014, sondern wurden letztes Jahr auch Europameister mit der U 21. Dabei waren zehn Spieler, die da auch noch hätten mitwirken können, gar nicht dabei, weil sie schon zur A-Mannschaft zählten oder verletzt waren. Was den unmittelbaren Nachwuchs angeht, sind wir also gut aufgestellt."

... eine mögliche Zukunft als Trainer: "Prinzipiell schließe ich nichts aus. Aber in dem Zeitraum, für den ich mich jetzt hier gebunden habe, stehe ich nicht als Trainer zur Verfügung. Weder intern noch extern. Die Position jetzt benötigt einfach langfristiges Arbeiten."

Aufgezeichnet von Thiemo Müller

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weitere Infos zu Schaaf

Vorname:Thomas
Nachname:Schaaf
Nation: Deutschland

weitere Infos zu Kohfeldt

Vorname:Florian
Nachname:Kohfeldt
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen

Vereinsdaten

Vereinsname:Werder Bremen
Gründungsdatum:04.02.1899
Mitglieder:36.500 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Grün-Weiß
Anschrift:Franz-Böhmert-Straße 1c
28205 Bremen
Telefon: (04 21) 43 45 90
Telefax: (04 21) 49 35 55
E-Mail: info@werder.de
Internet:http://www.werder.de


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