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10.10.2018, 12:00

Wiedersehen des Verteidigers mit den alten Kollegen

Würzburgs Hägele: Alles unentschieden

Sieben Jahre lief Würzburgs Defensivallrounder Daniel Hägele für die SG Sonnenhof Großaspach auf. Im Sommer entschied sich der 29-Jährige für einen Tapetenwechsel und wechselte zu den Würzburger Kickers. Nun kam es für Hägele zum ersten Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub.

Daniel Hägele
Fühlt sich wohl in der neuen Heimat: Würzburgs Daniel Hägele.
© imagoZoomansicht

Würzburgs Daniel Hägele lachte. Kurz - aber er lachte. Nach wenigen Sekunden gingen seine Mundwinkel wieder nach unten. Leicht - aber nach unten. Ein unentschiedener Blick. Wie so vieles an diesem Abend. Hägeles Blick - unentschieden. Hägeles Leistung - unentschieden. Das Ergebnis, na klar - unentschieden. 0:0 im Drittligaspiel zwischen den Würzburgern Kickers und der SG Sonnenhof Großaspach. Zwischen dem Fünften und dem 18. des Klassements. Die suggerierte Langeweile.

Dabei war es das keineswegs, langweilig. Torlos, ja; trostlos, nein. Und dennoch: Die Partie werden die meisten Zuschauer schnell vergessen, die meisten - Hägele nicht. Der 29-Jährige stand am Montagabend im Mittelpunkt des Geschehens. Und das doppelt. Zunächst auf dem Platz, als er auf der Sechs die Rolle des personifizierten Navigationssystems einzunehmen versuchte: lenken, nach rechts und nach links; nach vorne und zurück.

"Ich konnte es ausblenden"

Und nach dem Spiel, als es um die 90 Minuten ging, und um Hägele selbst. Unter anderem um die Frage, wie es ist, in der Gegenwart auf seine Vergangenheit zu treffen. Im letzten Jahr lief Hägele noch für Großaspach auf. Nun stand er da im Trikot der Würzburger Kickers. Nicht mehr in diesem zumindest farblich goldigen Dress, das seine Gegenspieler trugen. "Es war schön, gegen die Jungs zu spielen, aber ich konnte es ausblenden", sagte Hägele, der in Schwäbisch-Gmünd aufwuchs - 60 Kilometer von Aspach entfernt. "Es war schwer, mich in Würzburg einzugewöhnen; ich war sechs Wochen verletzt", erinnerte sich der routinierte Stratege, den muskuläre Probleme plagten.

Vor seinem Wechsel an den Main kickte er nur für Vereine aus Baden-Württemberg: Aalen, Ulm, Großaspach. Bei der SGS blieb er sieben Jahre, von 2011 bis 2018. Ab 2013 trug er die Kapitänsbinde; 2014 stieg er mit dem Verein in die 3. Liga auf. Der bis heute größte Erfolg des kleinen Klubs. Viele Erinnerungen, wenig schlechte. Alle archiviert. Dann der Wechsel nach Würzburg, vom schwäbischen Dorf- zum unterfränkischen Großstadtklub. Mit 29 Jahren. In einem Alter, das im Fußball als nicht mehr ganz jung gilt, und zugleich als nicht zu alt. Ein unentschiedenes Alter eben. "Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt. Ich fühle mich wohl, die Mannschaft ist klasse", sagte der Sechser, der in dieser Saison auch schon als Innenverteidiger aufgelaufen war.

Für wen jubelte Hägeles Vater?

Dass es am Ende gegen seinen Ex-Klub, der mehr ist als das, nicht für einen Sieg reichte, sorgte bei Hägele für "gemischte Gefühle". 5074 Zuschauer sahen in der Flyeralarm-Arena, wie er auf dem Platz nach Wegen suchte, sie selten fand. Sie sahen, wie Hägele auf seine Vergangenheit traf, die ihn prägte. Darunter: Hägeles Papa. Dass sein Vater die Spieler Großaspachs anfeuerte - womöglich der Gewohnheit wegen -, schloss er aus. "Mein Papa ist für die Mannschaft, für die ich spiele." Sprach Hägele Junior, und lachte. Kurz - aber er lachte. Dann gingen seine Mundwinkel wieder nach unten. Unentschiedene Leistung. Unentschiedenes Spiel. Unentschiedener Blick. Alles unentschieden.

Moritz Scheidel

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weitere Infos zu Hägele

Vorname:Daniel
Nachname:Hägele
Nation: Deutschland
Verein:Würzburger Kickers
Geboren am:23.02.1989


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