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12.05.2019, 19:11

Deutsches Team damit mit sechs Punkten nach zwei Spielen

2:1 gegen Dänemark: Niederberger rettet Sieg

Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat nach einer äußerst umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung die Pflicht zum WM-Start erfolgreich gemeistert. Die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm besiegte am Sonntag Dänemark knapp mit 2:1. Das deutsche Nationalteam kann so mit dem beruhigenden Gefühl von zwei Siegen in die nächsten WM-Aufgaben gehen.

Matthias Plachta , Leon Draisaitl (li.)
Glückwünsche: Leon Draisaitl (li.) und Matthias Plachta nach dem 1:0.
© picture allianceZoomansicht

Tore von Matthias Plachta (31.) vom Meister Adler Mannheim und Frederik Tiffels (40.) von den Kölner Haien machten aber den verdienten Erfolg gegen die Dänen im slowakischen Kosice perfekt. Im achten WM-Spiel war es erst der dritte Sieg gegen Dänemark, das durch Mathias Bau noch einmal verkürzte (51.) und die Deutschen am Ende zittern ließ.

"Die Punktausbeute stimmt. Wir können aber bestimmt noch besser spielen", urteilte Torschütze Tiffels. "Es war ein Schritt in die richtige Richtung." Die Auswahl des DEB startete erstmals seit fünf Jahren wieder mit zwei Siegen aus zwei Spielen in eine Weltmeisterschaft. Am Samstag hatte Deutschland gegen Aufsteiger Großbritannien mühsam mit 3:1 gewonnen und liegt vor den kommenden Aufgaben gegen Frankreich und Gastgeber Slowakei am Dienstag und Mittwoch (jeweils 20.15 Uhr) auf dem angestrebten Weg ins Viertelfinale gut im Rennen.

Toraberkennung sorgt für Unverständnis

Schon am Dienstag gegen Frankreich könnte NHL-Keeper Philipp Grubauer zwischen die Pfosten rücken. Der Torhüter der Colorado Avalanche landete rund zwei Stunden vor dem Spiel gegen die Dänen in Kosice und sah die fragwürdige Schiedsrichterleistung nach der beschwerlichen Anreise aus Denver im Teamhotel im Fernsehen. Deutschland begann 22 Stunden nach dem zähen Auftakt gegen die Briten druckvoll und war erneut das spielbestimmende Team. In Überzahl ging das DEB-Team durch Iserlohns Lean Bergmann vermeintlich auch in Führung (7.).

Dänemarks Trainer Heinz Ehlers forderte das österreichisch-russische Schiedsrichtergespann aber zum Videostudium auf. Zur Verwunderung fast der kompletten Steel Arena in Kosice entschieden Manuel Nikolic und Evgeni Romasko auf kein Tor und begründeten dies mit einer Torhüterbehinderung. Yasin Ehliz hatte bei Bergmanns Schuss allerdings knapp außerhalb des Torraums seines bisherigen Iserlohner Teamkollegen Sebastian Dahm gestanden.

Worauf sich die Referees womöglich beriefen: Die Regelauslegung bei Torhüterbehinderung war jüngst schon häufiger im Hinblick auf eine Beeinträchtigung der Beweglichkeit des Keepers stark zugunsten der Torhüter ausgelegt worden. Dennoch war die Entscheidung von Nikolic und Romasko in Fall von Ehliz und Dahm zweifellos sehr strittig.

Dank Plachta, Tiffels und Niederberger zum Sieg

"Skandalös", twitterte daraufhin DEB-Vizepräsident Marc Hindelang. Auch Ehliz konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen: "Ich hätte eigentlich gedacht, dass alles gut war, dass ich den Torwart nicht behindert habe", sagte der Stürmer.

Auch in einigen anderen Situationen pflegten die Schiedsrichter immer wieder eine kleinliche und bisweilen willkürlich anmutende Linie in ihren Entscheidungen auf beiden Seiten. Mit Wut im Bauch gelang Deutschland im Mitteldrittel aber doch noch die überfällige Führung: In Überzahl traf Plachta auf Zuspiel von NHL-Topstürmer Leon Draisaitl.

Elf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels war es in Chicagos Dominik Kahun erneut ein NHL-Stürmer, der das 2:0 durch Draisaitl-Kumpel Tiffels auflegte. Im Schlussabschnitt verstärkten die Dänen gewaltig den Druck und ließen die Deutschen nach dem Anschlusstor noch einmal bangen. Doch die Auswahl von Söderholm rettete den Vorsprung auch dank Keeper Niederberger über die Zeit. "Jeder Spieler konnte sich im Vergleich zum Auftaktspiel steigern. Die kämpferische Leistung und das Penalty Killing waren heute insbesondere gut. Ich freue mich besonders für Mathias, der eine überragende Leistung gezeigt hat", meinte Söderholm nach der Partie - und gab den Spielern nun einen Tag frei.


Statistik zum Spiel:

Dänemark - Deutschland 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)

Dänemark: Dahm - Markus Lauridsen, Oliver Lauridsen; Lassen, Jensen Aabo; Larsen, Nicholas Jensen; Bruggisser - Storm, Nicklas Jensen, Eller; Madsen, Boedker, Regin; Jesper Jensen, Bau, Meyer; Jakobsen, Poulsen, Olesen
Deutschland: Niederberger (Düsseldorfer EG/33 Länderspiele) - Holzer (Anaheim Ducks/NHL/57), Moritz Müller (Kölner Haie/145); Yannic Seidenberg (Red Bull München/164), Seider (Adler Mannheim/3); Nowak (Düsseldorfer EG/23), Schopper (Straubing Tigers/20); Reul (Adler Mannheim/89) - Plachta (Adler Mannheim/82), Draisaitl (Edmonton Oilers/NHL/50), Eisenschmid (Adler Mannheim/15); Tiffels (Kölner Haie/35), Kahun (Chicago Blackhawks/NHL/56), Mauer (Red Bull München/77); Ehliz (Red Bull München/71), Hager (Red Bull München/140), Pföderl (Nürnberg Ice Tigers/36); Bergmann (Iserlohn Roosters/14), Fauser (Grizzlys Wolfsburg/46), Noebels (Eisbären Berlin/72)
Tore: 0:1 Plachta (30:27), 0:2 Tiffels (39:49), 1:2 Bau (50:19)
Zuschauer: 5605
Schiedsrichter: Nikolic (Österreich), Romasko (Russland)
Strafminuten: Deutschland 14 - Dänemark 14

jom/dpa

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Pl. VereinTorePkte.
1 Kanada36:1118
 
2 Finnland22:1116
 
3 Deutschland18:1815
 
4 USA27:1514
 
5 Slowakei28:1911
 
6 Dänemark18:236
 
7 Großbritannien9:412
 
8 Frankreich14:342

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