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18.04.2019, 11:00

DEL, Play-offs, Finale

Mannheim vs. München - Gigantenduell mit Fragezeichen

Es ist das Duell des Hauptrundenersten gegen den Serienmeister. Wenn die Adler Mannheim und der EHC Red Bull München ab dem heutigen Donnerstag aufeinandertreffen, dann stehen sich auch die beiden finanzkräftigsten Klubs der DEL gegenüber. Über weite Strecken der Saison waren die Kurpfälzer "nur" der erste Herausforderer in der Hoffnung, den Champion von 2016-18 vom Thron zu stürzen. Doch mittlerweile haben sich die Vorzeichen ein wenig verändert?

Adler Mannheim (1.) - EHC Red Bull München (2.)

München oder Mannheim: Wer hat am Ende die Nase vorne?
München oder Mannheim: Wer hat am Ende die Nase vorne?
© imagoZoomansicht

Der Weg ins Halbfinale:
Die Adler waren noch vor München das dominierende Team der Hauptrunde, stellten die beste Defensive (117 Gegentore) wie Offensive (194 Tore) und kamen mit 116 Punkten auf einen neuen DEL-Rekord. Im Viertelfinale gegen Nürnberg siegte das Team von Coach Pavel Gross, der nach 2016 und 2017 (noch mit Wolfsburg jeweils gegen München) zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im Finale steht, trotz kleinerer defensiver Schwächen souverän mit 4:1. Im Halbfinale dann sorgten die Mannheimer beim 4:0 gegen die Kölner Haie für einen weiteren Rekord: Nur drei Gegentore in einer Play-off-Serie nach dem Modus "Best-of-seven" hatte zuvor noch kein Team in der DEL-Geschichte kassiert.

München tat sich da schon deutlich schwerer: Im Viertelfinale hatten die Oberbayern, wie schon im Finale 2018 (4:3), einige Probleme mit den Eisbären Berlin und blieben bei den beiden Niederlagen (Serienendstand: 4:2) jeweils ohne eigenen Treffer. In der längsten Play-off-Serie der DEL-Historie, dem packenden 4:3 gegen die Augsburger Panther, bei dem die Spiele eins und drei jeweils bis in die dritte Verlängerung gingen, hatten die Münchner dann - durchaus überraschend - noch größere Probleme. Inklusive des Finaleinzugs in der Champions Hockey League musste das Team von Coach Don Jackson damit bereits satte 17 Pflichtspiele mehr als die Adler absolvieren, vier davon in den letzten Play-off-Wochen.

Die Ausfälle:
Mit Nationalverteidiger Konrad Abeltshauser, der sich in der Serie gegen die Eisbären schwer am Knie verletzte, fehlt beim Titelverteidiger nicht nur ein Schlüsselspieler in der Abwehr. Im Angriff ist die Saison für Jason Jaffray (Hüftverletzung) bereits beendet. Mit Maximilian Kastner, der aufgrund einer in Spiel sechs des Halbfinals erlittenen Handverletzung bereits operiert werden mussten, fehlt gegen die Adler ein weiterer wichtiger Akteur komplett. Die Adler dagegen sind nicht nur sehr ausgeruht, sondern gehen mit Ausnahme von Allrounder Janik Möser (Knieverletzung), der allerdings ohnehin nicht zu den absoluten Stammkräften gehört, in voller Stärke in die Endspiele.

Die Teams im Vergleich:
Schon in der Hauptrunde waren die Adler mit 194 erzielten Treffern das mit Abstand torhungrigste Team (vor München mit 176). In den Play-offs erzielten die Kurpfälzer bislang 38 Tore in nur neun Partien, was einem herausragenden Schnitt von 4,22 Toren pro Spiel entspricht. München dagegen kam gerade mal auf 27 Treffer in 13 Spielen (2,08 Tore). Im Halbfinale gegen den AEV schaffte es der EHC gar nur ein einziges Mal, mehr als zwei Treffer zu erzielen - beim 3:4 in Augsburg in Spiel zwei. In Sachen Gegentoren (siehe Torhüter) liegen beide Teams dagegen - wie schon in der Hauptrunde - sehr nahe beieinander.

Trevor Parkes
Trevor Parkes wäre mit München gerne wieder obenauf.
© imago

Trotz der weniger gespielten Partien rangieren drei Mannheimer unter den besten vier Scorern der Play-offs: Verteidiger Mark Katic (zwölf Scorerpunkte) sowie Luke Adam (elf) und der deutsche Shootingstar Markus Eisenschmid (zehn; sieben davon Tore). Bei München hat dagegen bislang kein Spieler mehr als neun Zähler (Mark Voakes). Vor allem die Torproduktion stockt, Justin Shugg führt hier mit vier Treffern. Dennoch: Die große Siegermentalität und Kompaktheit des Meisters sorgte letztlich - trotz der in den drei Jahren zuvor ungekannten Probleme - dafür, dass Jacksons Teams nunmehr elf Play-off-Serien in Folge gewann.

Die Torhüterposition:
Münchens Meisterkeeper Danny aus den Birken lieferte sich im Halbfinale ein Torhüterduell der Extraklasse mit Olivier Roy, in der der Augsburger stärker beschäftigt war und mit 93,95 Fangquote herausragende Leistungen zeigte. Aus den Birken stand dem jedoch kaum nach, seine 93,39 Prozent sind ebenfalls herausragend. Endras (91,79 Prozent) rangiert unter allen Play-off-Keepern "nur" auf Rang vier, kassierte jedoch in Sachen Gegentoren (1,76 pro Spiel) hinter der gerade im Semifinale so sicheren Adler-Defensive kaum mehr Treffer im Schnitt als aus den Birken (1,66). Damit sind beide Finaltorhüter in dieser Statistik in den Play-offs führend.

Hauptrunde: 4:5 n.P., 1:0 n.P., 3:1, 1:2.

kicker-Tipp: Sind die Kraftreserven des Meisters tatsächlich erschöpft? Das Traumfinale wirkt jedenfalls aufgrund der zuletzt taumelnden Münchner längst nicht mehr so offen, wie es noch nach der Hauptrunde schien. Sollte es dem Titelverteidiger indes gelingen, die ausgeruhten und vor Selbstbewusstsein strotzenden Adler in der Anfangsphase der Serie zum Nachdenken zu bringen, ist Titel Nummer vier in Folge vielleicht doch in Reichweite. Falls nicht, gewinnen die Kurpfälzer glatt mit 4:1.

Joachim Meyer

 
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