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03.04.2019, 09:20

DEL, Play-offs, Halbfinale

München vs. Augsburg - Das ungleiche Nachbarschaftsduell

Nur rund 50 Kilometer liegen zwischen den beiden Stadien der Halbfinalserie zwischen Meister EHC Red Bull München und den Augsburger Panthern. Obwohl beide Klubs nicht nur geographisch, sondern auch tabellarisch als Zweiter und Dritter nach der Hauptrunde nahe beieinander lagen, trennen beide Welten. Auf der einen Seite der finanziell auf Rosen gebettete Serienmeister aus Oberbayern, der nach 52 Spielen mit 23 Punkten Vorsprung auf den jetzigen Halbfinalgegner abschloss. Auf der anderen Seite die budgetär stark limitierten Schwaben, die nach einer Ausnahmesaison überraschend im Semifinale stehen.

EHC Red Bull München (2.) - Augsburger Panther (3.)

Augsburg in der Defensive: Gelingt gegen München der große Coup?
Augsburg in der Defensive: Gelingt gegen München der große Coup?
© imago

Der Weg ins Halbfinale:
Trotz zahlreicher, zum Teil langwieriger Verletzungen im Saisonverlauf lieferten die Münchner dem späteren Hauptrundenersten Mannheim lange einen harten Kampf um Platz eins und zogen obendrein noch ins Finale der Champions Hockey League ein (Niederlage gegen Göteborg). Im Viertelfinale hatte das Team von Meistertrainer Don Jackson erneut einige Mühe (4:2) mit den Eisbären Berlin, die dem EHC schon im Finale 2018 beim knappen 4:3 auf Augenhöhe begegnet waren.

Dank großer Konstanz, wenig Verletzungen und sogar einer kleinen Steigerung im Verlauf der Saison verdienten sich die Augsburger das Heimrecht für die erste Play-off-Runde redlich. In der Endrunde erwischte der AEV mit einem 7:1 in Spiel eins einen Start nach Maß. Doch die Düsseldorfer EG konterte und führte zwischenzeitlich mit 2:1. Ein knapper Erfolg in Spiel sieben am Sonntag vor heimischem Publikum, den Center Drew LeBlanc mit seinem Treffer zum 2:1-Endstand in der 44. Minute perfekt gemacht hatte, ließ die Panther über ihren erst zweiten Halbfinaleinzug der DEL-Geschichte jubeln.

Die Teams im Vergleich:
Ähnlich wie Mannheim ist bei den Münchnern Ausgeglichenheit der große Trumpf: So kann Jackson gerade im Angriff auf, für DEL-Maßstäbe, enorme Qualität und Kaderbreite vertrauen. In der ersten Runde gegen Berlin waren die beiden Nationalspieler Yasin Ehliz (sieben Scorerpunkte) und Patrick Hager (sechs) die besten Punktesammler. Aber auch Spieler wie John Mitchell, Trevor Parkes oder Mark Voakes, die noch blass blieben, können jeder Zeit ein Spiel entscheiden. Allerdings: Gegen Berlin blieb die sonst so gut geölte Offensivmaschinerie bei den beiden Niederlagen gleich zweimal ohne Treffer. In der Defensive verfügt der Meister dank Akteuren wie Yannic Seidenberg, Derek Joslin, Daryl Boyle oder Defensivverteidiger Keith Aulie über jede Menge Erfahrung.

Ein kurzer Blick auf die Eiszeiten genügt: Augsburgs Coach Mike Stewart setzte in den Play-offs bis dato verstärkt auf seine Topspieler, da er nicht über die eine ähnliche Breite im Kader verfügt. Ganz anders als München spielten mit Brady Lamb (23:18 Minuten) und Patrick McNeill (22:59) nicht nur zwei Verteidiger im Schnitt pro Spiel deutlich über 20 Minuten, sondern mit Topscorer LeBlanc (21:50), den bestem Hauptrunden-Scorer Matt White (24:22) sowie Adam Payerl (20:45) sogar auch drei Angreifer. In der Defensive besitzt der AEV in Simon Sezemsky, McNeill und Lamb über drei offensivfreudige Spieler. Die Düsseldorfer Paradereihe mit Jaedon Descheneau, Philip Gogulla und Alexander Barta bekam die Augsburger Defensive im Viertelfinale aber kaum in den Griff.

Starker Rückhalt: Münchens Torwart Danny aus den Birken.
Starker Rückhalt: Münchens Torwart Danny aus den Birken.
© imagoZoomansicht

Die Torhüterposition:
Nationaltorhüter und "Spieler des Jahres" Danny aus den Birken ist mit einer Fangquote von soliden 91,0 Prozent der statistisch beste der verbliebenen vier Starter in den Play-offs. Augsburger Olivier Roy kommt auf den etwas schwächeren Wert von 90,2 Prozent. In der Hauptrunde war aus den Birken auf 92,6 Prozent gekommen, Roy in der Rangfolge direkt dahinter auf 91,7. In Sachen Gegentorschnitt aber überragte der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang mit nur 1,91 Gegentoren pro Spiel (Roy: 2,42). Zumindest ein kleiner Vorteil dürfte auch auf der Torhüterposition also auf Seiten des Meisters liegen.

Die Ausfälle:
Mit Nationalverteidiger Konrad Abeltshauser, der sich in der Serie gegen die Eisbären schwer am Knie verletzte und bereits operiert wurde, fehlt dem Titelverteidiger ein Schlüsselspieler in der Abwehr. Auch Routinier Jason Jaffray wird in dieser Saison nicht mehr spielen. Der Einsatz von NHL-Veteran Matt Stajan ist zudem - zumindest zu Beginn der Serie - stark gefährdet. Wie schon im gesamten Saisonverlauf kann Stewart bei den Panthern nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nahezu, denn ob Christoph Ullmann nach dem Schockmoment in Spiel sechs in Düsseldorf am vergangenen Freitag in dieser Saison noch einmal spielen kann, ist fraglich. Zudem fehlt mit T.J. Trevelyan ein weiterer Stürmer für die - im Vergleich mit München - längst nicht so üppig besetzte Kadertiefe.

Hauptrunde: 2:1, 2:0, 2:3, 4:1.

kicker-Tipp:
Augsburg verfügt über die Einstellung, Struktur und Fitness, um das gegen die Eisbären nicht restlos überzeugende München ebenfalls zu ärgern. Zum Weiterkommen reicht es aber nicht. Der Serienmeister gewinnt mit 4:2 und zieht zum vierten Mal in Folge ins Finale ein.

jom

 
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