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11.04.2019, 13:06

Darum verneigt sich die Sportwelt

Dirk Nowitzki: Eine Liga für sich - auch unter Legenden

Nun ist auch das letzte Spiel vorüber. Dirk Nowitzki hat seine aktive Karriere beendet. Es verlässt ein Mann die große Sportbühne, der in einer eigenen Liga spielt - auch unter Legenden. Er hat vielen Menschen viel gegeben. Man sollte ihn nun in sein Privatleben entlassen. kicker-Redakteur Carsten Schröter-Lorenz würdigt die Nummer 41.

Dirk Nowitzki
Der beste deutsche Basketballer der Geschichte: Dirk Nowitzki.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Elogen nehmen kein Ende. Nicht nur die gesamte Sportwelt verneigt sich vor Nowitzkis außergewöhnlicher Karriere in 21 Spielzeiten bei den Dallas Mavericks. Seine Erfolge sind beeindruckend, aber nicht unübertroffen. Es gibt NBA-Stars, die zum Beispiel wesentlich öfter als einmal Meister wurden und vor allem in den vergangenen Jahren zeigten andere Akteure individuell bessere Leistungen als der 2,13-Meter-Mann aus Deutschland. Das ist jedoch nicht entscheidend.

Warum also werden dem gebürtigen Würzburger solch eine unglaubliche Wertschätzung und Beliebtheit aus aller Welt zuteil? Man kann sich der Antwort nur annähern. Nowitzki veränderte durch seinen Spielstil eine ganze Sportart, führte einen zuvor erfolglosen Klub zur bisher einzigen Meisterschaft und blieb dabei ein normaler Typ - soweit es ihm im überdrehten US-Profizirkus möglich war. Die Mischung aus einer bodenständigen, bescheidenen und sympathischen Persönlichkeit, beispielloser Vereins- und Nationalmannschaftstreue und sportlichen Höchstleistungen über viele Jahre berührte die Menschen auf besondere Weise.

Nowitzkis außergewöhnliches Standing wird vor allem deutlich, wenn man sich vor Augen führt, wie andere Legenden und Größen des Sports mit ihm umgehen. Der große Blonde nahm schon einmal Abschied, von der deutschen Nationalmannschaft, nach 153 Einsätzen, für die er nach harten NBA-Saisons stets seine Sommerpause geopfert hatte. 2015 war das und der Rahmen durchaus bitter - anders als das nun perfekt getimte Ende nach einer emotionalen Abschiedstournee durch die NBA.

Gasols Geste des Respekts

Damals aber, in der Heim-Vorrunde der Europameisterschaft, hatte das DBB-Team in Berlin gerade das entscheidende Spiel gegen Spanien mit nur einem Punkt Unterschied verloren und damit das Weiterkommen verpasst. Nowitzki stand nach seinem einzigen Turnier-Auftritt in Deutschland alleine auf dem Parkett, ihm schwappten Standing Ovations aus der gesamten Arena entgegen, unter Tränen verließ er das Spielfeld.

Wenig später gab er seine letzten Interviews im DBB-Dress. Ein paar Meter daneben Pau Gasol - so etwas wie der Nowitzki Spaniens. Seit 2001 spielt er in der NBA und ist eine der größten Stars der stolzen und erfolgreichen Sportnation. Als Gasol fertig war, wollte er nicht einfach bei Nowitzki durchs Bild laufen. Der Spanier, der wenig später wertvollster Spieler des Turniers und zum dritten Mal Europameister werden sollte, ging mit seinen ebenfalls 2,13 Metern in die Hocke und bewegte sich so unauffällig wie möglich hinter Nowitzki entlang.

Nowitzki hat nie einen Sonderstatus für sich beansprucht

Eine kleine Geste, die viel aussagt. In den vergangenen Wochen folgten nun zahlreiche größere, aber nicht weniger außergewöhnliche Gesten. Für wen nimmt ein gegnerischer Meister-Coach, Doc Rivers von den Los Angeles Clippers, während eines Pflichtspiels in eigener Halle extra eine Auszeit, nur um das Publikum zum Applaus für einen "der Größten aller Zeiten" aufzufordern? Für wen stehen beim Heim-Abschied fünf Poster-Idole aus der Kindheit und Jugend, allesamt NBA-Ikonen, Spalier und überbieten sich mit Superlativen in ihren Ehrerbietungen? Für wen lassen die San Antonio Spurs, der Erzrivale aus der Nachbarschaft, vor dem letzten Spiel einen emotionalen Film der Anerkennung über den Videowürfel laufen? Für Nowitzki! Er spielt sogar unter Legenden in einer eigenen Liga - vor allem, weil er selbst nie einen Sonderstatus für sich beansprucht hat und keine Starallüren an den Tag legte.

Dieser Sportler hat vielen Menschen viel gegeben und wird ihnen fehlen. Dabei hat er, wie es sein Trainer Rick Carlisle treffend formulierte, im Gegenzug wenig verlangt. Nun kann man ihm etwas zurückgeben: Ihn in ein halbwegs normales, nicht vom Profisport bestimmtes Leben in Dallas mit seiner Familie fernab der Öffentlichkeit entlassen - auch wenn viele Nowitzki gerne in anderer Funktion auf der großen Bühne behalten würden. Sollte er irgendwann Verlangen danach verspüren, wird er es tun - auf seine Weise.

 
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Vereinsname:Dallas Mavericks
Anschrift:Dallas Mavericks
The Pavilion
2909 Taylor Street
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Internet:http://www.nba.com/mavericks/

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Teamname:Deutschland
Anschrift:Deutscher Basketball Bund
Schwanenstraße 6-10
58089 Hagen
Deutschland
Telefon: (00 49) - (0) 23 31 - 10 60
Telefax: (00 49) - (0) 23 31 - 10 61 79
Internet:http://www.basketball-bund.de/


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