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11.10.2018, 15:03

NBA-Dynastien, Teil 2: Lakers vs. Celtics

Magic gegen Bird - die Rettung der Liga

Die moderne NBA, wie sie aus der Sportwelt nicht mehr wegzudenken ist, hätte es ohne diese beiden Spieler wahrscheinlich nicht gegeben. Earvin "Magic" Johnson und Larry Bird, da sind sich Experten sicher, haben die Liga gerettet. Warum es zuvor schlecht um sie stand und Magic gegen Bird die beste Spielerrivalität aller Zeiten ist: Teil 2 der Serie.

Larry Bird (l.) und Magic Johnson
Der stete Kampf um ganz oben: Larry Bird (l.) und Magic Johnson (2.v.l.) prägten die NBA der 1980er-Jahre.
© Getty ImagesZoomansicht

Der große Hype begann mit einem College-Spiel, dem Endspiel um die US-College-Meisterschaft 1979. Michigan State traf auf Indiana State, aber eigentlich spielte "Magic" gegen "The Bird". Der das Rampenlicht suchende und wortgewandte Johnson, mit 2,06 Metern ein ungewöhnlich großer Spielmacher, faszinierte mit tollem Ballgefühl und überraschenden Trickpässen; der unscheinbare und medienscheue Forward Bird (ebenfalls 2,06 Meter groß) gab stets 110 Prozent und war ein exzellenter Schütze.

Auf den ersten Blick zwei absolute Gegensätze - ohne zu erwähnen, dass Johnson dunkel- und Bird hellhäutig ist. Wie gemalt war daher die Situation, dass Johnson von den Los Angeles Lakers gedraftet wurde, während Bird bei den Boston Celtics landete. Auf der einen Seite die schillernde Westküsten-Metropole, auf der anderen Seite die Sport-Hochburg aus dem hartgesottenen Osten - zudem zwei alte Rivalen.

Schlägereien und Drogensucht

Dass ein College-Spiel so viel Aufmerksamkeit generieren und die Ankunft der beiden Hoffnungsträger für die Liga so wichtig werden konnte, lässt sich mit dem damaligen Zustand der NBA erklären: Die Zuschauerzahlen waren im Keller, der TV-Vertrag miserabel und das öffentliche Interesse gesunken. Der Basketball war unattraktiver, Star-Spieler und -Mannschaften rarer und einige Profis drogenabhängig geworden. Auch Schlägereien sorgten für Negativ-Schlagzeilen. Mit der ABA gab eine konkurrierende Liga, die durch Innovationen wie der Drei-Punkte-Linie oder dem Slam-Dunk-Contest reizte - Ideen, die die NBA nach der Auflösung der ABA 1976 übernahm.

Traumstarts und Besessenheit

Magic Johnson
Der Dirigent der "Showtime Lakers": Magic leitet einen seiner Spielzüge ein.
© imagoZoomansicht

Die zwei Hoffnungsträger machten bald von sich reden: Johnson, der das College-Finale im Vorjahr übrigens gewann, wuchs in den NBA-Finals 1980 über sich hinaus und führte die Lakers medienwirksam zum Titel - "Rookie of the year" wurde aber Bird. 1981 gewann auch er seine erste Meisterschaft, 1982 legten Johnsons Lakers wieder vor. Vereint wurden die beiden neuen Sterne am Basketballhimmel durch ihre jeweilige Besessenheit vom Gegenüber. Für Johnson gab es in der Regular Season die zwei Duelle mit Boston "und dann die 80 anderen" - Bird schlug "jeden Morgen nach dem Aufstehen zuerst in der Zeitung Magics Statistiken nach."

Jeden Morgen nach dem Aufstehen schlug ich in der Zeitung zuerst seine Statistiken nach. Alles andere interessierte mich nicht.Larry Bird über Magic Johnson

Nachdem Johnson und Bird ihre ersten Titel gegen andere Mannschaften errungen hatten, kam es 1984 zu der heiß ersehnten Finalpaarung Lakers gegen Celtics. Bird war erstmals MVP geworden, Johnson wollte beweisen, dass der falsche Spieler ausgezeichnet worden war. Doch ausgerechnet Magic erwischte eine rabenschwarze Serie, in der er mehrmals patzte und zusehen musste, wie Bird das erste große NBA-Duell für sich entschied.

Annäherung in Mamas Küche

Larry Bird
Treffsicher: Kam Bird frei zum Wurf, verfehlte er - aus jeder Distanz - nur selten.
© imagoZoomansicht

Im selben Jahr kam es zwischen den beiden Giganten ihres Sports, die sich in puncto Spielintelligenz und Uneigennützigkeit durchaus ähnelten, zu einer ersten Annäherung: Im Rahmen eines Werbespots für Converse hielten sie sich gemeinsam auf dem Grundstück von Birds Mutter auf und entwickelten allmählich eine tiefe Freundschaft, die - was an Birds grenzenlosem Professionalismus lag - erst nach den aktiven Karrieren beider wirklich florierte.

Im Finale 1985 trafen sie sich wieder, diesmal behielt Magic die Oberhand. Die Lakers gewannen als erstes Auswärtsteam im berühmten Boston Garden einen Titel. Besitzer Jerry Buss frohlockte im Rückblick auf die 60er-Jahre: "Nun kann nicht mehr gesagt werden, dass die Lakers die Celtics nie geschlagen haben." 1986 (Boston siegte) verpassten die Lakers das Finale, 1987 kam es zum Höhepunkt einer Ära: Dem dritten und letzten direkten Finalduell der Giganten, das Johnson und L.A. für sich entschieden. In der Folge löste Magic, der auch 1988 Meister wurde, Bird als bester Spieler der Liga ab - die Celtics sollten über 20 Jahre keine Final-Serie mehr erreichen.

Kareem und Co.: Die "Sidekicks"

Auf dem Court hatten Magic und "Larry Legend", was ihre Duelle umso spektakulärer machte, auch sensationelle Mitspieler: Johnson profitierte von All-Time-Leading-Scorer Kareem Abdul-Jabbar, außerdem brillierten James Worthy oder Defensivspezialist Michael Cooper bei den auf schnelle Gegenstöße spezialisierten "Showtime Lakers". Bird bildete mit Kevin McHale und Robert Parish den vielleicht besten Frontcourt aller Zeiten, der giftige Spielmacher Dennis Johnson wusste diesen in Szene zu setzen.

In jeder einzelnen Final-Serie der 1980er-Jahre waren entweder die Lakers, die Celtics oder beide vertreten, am Ende hatte Magic die Nase mit 5:3 Titeln vorn. In Sachen MVP-Auszeichnungen glich der drei Jahre jüngere Johnson, nachdem Bird 1984, 1985 und 1986 vorgelegt hatte, 1987, 1989 und 1990 aus.

Zwei tragische Enden - was sie hinterließen

Magic, ein notorischer Lebemann, wurde 32-jährig urplötzlich positiv auf HIV getestet - das sofortige Karriereende im November 1991 war unausweichlich (Kurzzeit-Comeback 1996). Birds Abgang war dagegen ein schleichender Prozess. Sein Rücken bereitete ihm seit Mitte der 80er-Jahre Probleme, der überehrgeizige Forward spielte aber oft gegen den Schmerz an - was seinen Gesundheitszustand nicht verbesserte. Kurz nach Johnson hängte auch dessen Pendant 1992 die Basketballschuhe an den Nagel.

David Stern, ab 1984 neuer Commissioner der NBA, kurbelte Marketing und Merchandising der Liga mächtig an, im selben Jahr unterschrieb sie einen hoch dotierten TV-Deal. Basierend auf dem Wirken und der Rivalität Johnsons und Birds, die der Liga eine Narrative verschafften, Fans sich wieder mit ihr identifizieren ließen und ein in den 70ern vermisstes Spektakel boten.

"Dream Team" - zum Abschied zusammen

Magic und Larry
Für immer miteinander verbunden: Nach ihren Spielerkarrieren wurden Johnson und Bird gute Freunde.
© Getty ImagesZoomansicht

Vor ihren jeweiligen Karriereenden gaben die beiden Superstars der 80er-Jahre, die der NBA als "Presidents of Basketball operations" (Johnson bei den Lakers, Bird bei den Indiana Pacers, die er vier Jahre lang trainierte) bis zuletzt erhalten blieben, eine große Abschiedsshow - zusammen. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, erstmals trat auch Team USA mit Profis an, spielten der kaum noch bewegliche Bird und der erkrankte Johnson auf derselben Seite. Im legendären "Dream Team", das sich spielend leicht zur Goldmedaille dominierte. Der große Star dieser Mannschaft war aber bereits ein anderer, doch der wird erst im nächsten Teil der Serie vorgestellt...


- Teil 1: Russells Celtics: Ein revolutionäres Superteam -
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Kareem Abdul-Jabbar liegt vorn - Nowitzki 6.
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Platz eins: Kareem Abdul-Jabbar (38.387 Punkte)
Platz eins: Kareem Abdul-Jabbar (38.387 Punkte)

© Getty Images

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