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11.06.2018, 13:50

Neue Messverfahren sorgen für Lieferengpässe

Bitte warten!

Krisenstimmung bei den Automobilherstellern: Das neue WLTP-Messverfahren zur Verbrauchsmessung und die Einführung des Partikelfilters für Benzin-Direkteinspritzer verursachen Lieferengpässe, denn die Prüfstände sind hoffnungslos ausgebucht. Zudem fehlt es an Personal. Für die Kunden bedeutet das, dass einzelne Modelle derzeit gar nicht erhältlich sind.

Prüfstandsmessung bei Mercedes
Messung bei Mercedes: Bedingt durch die Umstellung auf WLTP sind Prüfstände derzeit ausgebucht.
© Mercedes

Wartezeiten beim Fahrzeugkauf, das kennt man schon. Derzeit muss ein Gros der Neuwagenkäufer aber besonders viel Geduld aufbringen. So gut wie alle Hersteller melden Lieferengpässe, manche Modelle wurden sogar vorübergehend vom Markt genommen und sind derzeit überhaupt nicht erhältlich.

Der Grund hat vier Buchstaben: WLTP. Das steht für "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure" und meint einen neuen Testzyklus zur Verbrauchsmessung, der im September 2018 den bisher gebräuchlichen NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) ablöst. Neuwagen ohne WLTP-Zertifikat dürfen dann nicht mehr verkauft werden. Der realitätsnähere WLTP soll mit der leidigen Diskrepanz zwischen Labor- und Straßenmesswerten aufräumen. Um das WLTP-Gütesiegel zu bekommen, sind allerdings Messungen erforderlich. Und genau hier hakt es: Die Prüfstände der technischen Dienste und Behörden sowie der Hersteller selbst sind auf Monate hin ausgebucht, etliche Neuwagen stehen somit in der Warteschlange. Auch das Errichten neuer Prüfstände ist nicht wirklich eine Option. Zu lange würde es dauern - und später, wenn der durch die spezielle Situation entstandene Stau abgearbeitet ist, stünden die teuren Prüfstände ungenutzt da.

Der Zeitplan ist nicht einzuhalten

Weiteres Problem: Das WLTP-Prozedere ist schon an sich komplexer als das des NEFZ. So muss sich nicht, wie bisher, nur das Basismodell einer Modellreihe den Tests unterziehen. Auch andere Motor-Getriebe-Versionen und solche mit Sonderausstattungen werden unter die Lupe genommen. Das kostet Zeit. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet damit, dass für die deutschen Konzernmarken derzeit noch über 500 WLTP-Genehmigungen anstehen, die eigentlich bis zum 1. September 2018 abgearbeitet werden müssten. Ein Unterfangen, das wohl nicht zu schaffen ist.

VW Golf GTE
Gibt's grad nicht: VW hat den Golf - und auch den Passat - als Plug-in-Hybrid vorübergehend vom Markt genommen.
© HerstellerZoomansicht

Darüber hinaus verkompliziert sich die Situation durch die verschärften Grenzwerte, denen sich Benziner hinsichtlich ihres Rußpartikelausstoßes stellen müssen. Für die meisten Benzin-Direkteinspritzer wird es nicht mehr ohne Ottopartikelfilter (OPF) abgehen. Auch hier sind die Umrüstung der Modellpalette und die Neutypisierung aber mit zeitlichem Aufwand verbunden, der letztlich in Verzögerungen bei der Auslieferung mündet.

Ab September 2019 wird außerdem RDE ("Real Driving Emissions") Pflicht, bei dem die Emissionen eines Fahrzeugs auch im echten Fahrbetrieb nachgemessen werden, was wiederum Manpower und Zeit bindet.

Wartezeiten und Auslieferungsstopps

Weil sie ihre Zeitpläne nicht einhalten können, konfrontieren die Hersteller ihre Kunden mit Wartezeiten und teilweise sogar Auslieferungsstopps. Nur einige Beispiele: VW hat Golf und Passat als Plug-in-Hybrid vorübergehend vom Markt genommen und weist den brandneuen Touareg vorerst nur in einer Motorvariante aus. BMW muss unter anderem bei den Benzin-Varianten des Flaggschiffs 7er passen, man munkelt von einer einjährigen Zwangspause, bedingt durch die Umstellung auf OPF. Auch Porsche spricht von einem "vorübergehend eingeschränkten Modellangebot", online kann derzeit kein Fahrzeug konfiguriert werden, lediglich die Händler selbst nehmen noch Bestellungen an. Ford wiederum hat Probleme mit seinen Vans S-Max und Galaxy sowie dem SUV Kuga. Auch Renault und Hyundai haben Schwierigkeiten.

Neben der Kundschaft, die nicht beliefert werden kann, sieht sich auch die Belegschaft der Hersteller von Konsequenzen betroffen. Wenn es ganz hart kommt, droht durch die zurückgefahrene Produktion beispielsweise bei VW sogar Kurzarbeit.

Die vertrösteten Kunden sollte sich nun freilich nicht dazu verleiten lassen, einen Benziner ohne OPF zu erwerben. Spätestens beim Wiederverkauf kommt ein solches Defizit unnötig teuer zu stehen. Grundsätzlich empfehlenswert sind Modelle, die der modernen und ab September 2019 gültigen Abgasnorm Euro 6d Temp Genüge tun und insofern vor Fahrverboten sicher sind. Eine entsprechende Positivliste ist beim ADAC unter (www.adac.de/infotestrat/umwelt-und-innovation/abgas/modelle_mit_euro_6d_temp) abzurufen.

ule

 

kicker

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