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09.02.2019, 15:26

Expeditionsfahrzeug von Venturi - Prinz Albert als Testfahrer

Antarctica: Emissionsfrei durch die weißen Weiten

Als im Januar das Schnee-Chaos tobte, hätte sich mancher Alpenbewohner wohl dieses Gefährt gewünscht: Der Antarctica ist ein kettenbewehrtes Schneemobil, das sich mit Elektroantrieb und somit lokal emissionsfrei durch die weißen Weiten arbeitet. Dass der Antarctica vom monegassischen Hersteller Venturi kommt, ist kein Zufall.

Venturi Antarctica
Venturi Antarctica: Dank Elektroantrieb fährt das kettenbewehrte Schneemobil lokal emissionsfrei.
© Hersteller

Dass der Klimawandel gerade die Arktis und die Antarktis in besonderem Maße heimsucht, wird allgemein beklagt. Umso befremdlicher fand es das monegassische Staatsoberhaupt Prinz Albert, dass im Gebiet um den Südpol nicht emissionsfrei gefahren wird. Und so kam es, dass der monegassische Automobilzulieferer Venturi den Auftrag bekam, ein Schneemobil zu bauen, das abgastechnisch eine weiße Weste besitzt.

Für Temperaturen bis zu minus 50 Grad

Als Ergebnis fährt nun das programmatisch "Antarctica" getaufte Gefährt vor: Eine ziemlich skurril aussehende Kabine auf Schneeketten, die drei Personen sowie deren Gepäck aufnimmt und die über zwei seitliche Schiebetüren zu entern ist. An Front und Heck befinden sich zwei Fenster, die sich öffnen lassen. Immer vorausgesetzt, die Passagiere halten den Kältestoß aus, denn das Schneemobil ist für Temperaturen bis zu minus 50 Grad konzipiert.

Den Antrieb übernehmen zwei Motoren mit jeweils 60 kW/81 PS Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit beschränkt sich auf 20 km/h, und spätestens nach 45 Kilometern sollte das Team mit dem rund zwei Tonnen schweren Antarctica eine Ladestation ansteuern, die sich in der Antarktis allerdings nicht hinter jedem Eisberg findet.

Venturi Antarctica
Erste Erprobung: Noch nicht in der Antarktis, aber in den französischen Alpen und in Kanada.
© HerstellerZoomansicht

Der Prinz fährt mit

Im März soll das kettenbewehrte Expeditionsfahrzeug zu seinem ersten Einsatz in der Antarktis aufbrechen. An Bord: Prinz Albert, Xavier Chevrin von Venturi Nordamerika und Astronaut Chris Hadfield. Das eisige Unternehmen steht unter dem Motto "Back to Telegraph Creek" und führt über eine 42 Kilometer lange Strecke zwischen Dease Lake und Telegraph Creek. Eine Hommage an André Citroen und seine "Croisiére Blanche": Das Rennen sollte 1934 durch das nordwestliche Kanada führen, blieb aber aufgrund der unwirtlichen Rahmenbedingungen unvollendet.

Nach der prinzlichen Feuertaufe soll der Venturi Antarctica einem Forscherteam übergeben werden.

Expertise aus der Formel E

Motorsportfans ist der Name "Venturi" aus der elektrischen Rennserie Formel E bekannt. Zu den Gründern und Eigentümern gehört der Hollywood-Schauspieler Leonardo di Caprio, Teamkapitänin ist Susie Wolff, die Ehefrau von Toto Wolff, Motorsport-Chef von Mercedes. Für die Saison 2018/2019 wurde Ex-Formel-1-Pilot Felipe Massa verpflichtet.

ule

 

kicker

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