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17.06.2018, 20:44

Subaru verabschiedet sich vom WRX

Der Weltmeister sagt "Tschüss"

Wehmut bei Subaru: Die Tage des WRX, der über vier Fahrzeug-Generationen erfolgreich Motorsportgeschichte geschrieben hat, sind gezählt. Er geht in der Straßenversion leicht geliftet und aufgewertet in seine letzte Runde.

Subaru WRX STI
Kein leiser Abschied: Der sechsmalige Rallye-Weltmeister Subaru WRX STI verabschiedet sich auf der Rennstrecke.
© Hersteller

Es ist der Beginn einer würdigen Abschiedsrunde, den Subaru dem WRX STI bereitet. Auf der privaten Rennstrecke "Bilster Berg" bei Bad Driburg dürfen wir noch einmal ausloten, wo die Grenzen dieser erfolgreichen Fahrmaschine gesetzt sind. In das Prasseln des kraftvollen Boxermotors mischt sich ein Ton von Wehmut, denn der sechsmalige Rallye-Weltmeister, der nun nach fast 25 Jahren in der vierten Generation über den Asphalt düst, geht 2018 in Rente. Letztlich sind es die strengeren Abgasvorschriften, die dem kernigen Boliden den Garaus machen. Zumindest für die nächsten drei Jahre bündelt Subaru seine Entwicklungskapazitäten mehr auf dem Sektor künftiger Antriebe für Großserienfahrzeuge und weiterer Fahrerassistenzsysteme.

Noch ist der WRX STI nicht tot

Aber noch ist der WRX STI nicht tot, und seine treuen Fans reiben sich die Hände, weil der Jahrgang 2018 mit kleinem Facelift und zahlreichen Aufwertungen in die letzte Runde geht. Allerdings sind es eher Apothekermengen, die an die deutschen Händler verteilt werden (Preise ab 44.500 Euro, Topversion "Sport" ab 50.900 Euro).

Subaru WRX STI
Unauffällig sieht anders aus: Der WRX STI schultert einen mächtigen Heckspoiler.
© HerstellerZoomansicht

Was für die Käufer seit jeher zählt, ist diese Mischung aus Technikbegeisterung und Emotionen. Zu den Emotionen gehört zweifellos das Äußere. Denn der WRX wird sicher nicht als eines der elegantesten Autos in die Geschichte eingehen. Es fehlt an harmonischer Linienführung, zudem hindern auch die mächtige Luftansaughutze auf der Motorhaube und der voluminöse Heckspoiler den Fahrer daran, unauffällig am Straßenverkehr teilzunehmen. Dass manche Autofahrer bei seinem Anblick anerkennend den Daumen heben, hat mehr mit dem eindeutig puristischem Statement zu tun, das der Vollblut-Subaru setzt.

Und womit ködert der WRX die Technikbegeisterung? Da ist zunächst die schiere Kraft, die sich in den 300 PS unter der Haube manifestiert. Damit sprintet der kernig-spröde Geselle in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dass kein bisschen Vortrieb verloren geht, ist dem permanenten Allradantrieb zu verdanken. Steht das zügige Umrunden von Kurven an, leistet der ebenfalls typische Boxermotor einen interessanten Beitrag. Durch seine flache Bauweise zieht er den Schwerpunkt des Autos nach unten - und so klebt der Sportler noch besser auf der Straße und macht seinem Typenkürzel WRX STI alle Ehre: WRX steht für World Rally Cross/World Rally eXperimental, STI für die Motorsport Division Subaru Tecnica International. Der WRX kam übrigens 1995 als Impreza WRC zur Welt und gewann mit Carlos Sainz am Lenkrad die legendäre Rallye Akropolis.

Subaru WRX STI, Final Edition
Final Edition: Zum Abschied legt Subaru ein Sondermodell im auffälligen Sport-Dress auf, u. a. mit goldenen 19-Zöllern.
© Hersteller

Raubein ohne Harmoniebedürfnis

Die Proberunden auf der Rennstrecke verstärken den Eindruck, dass es sich beim WRX STI um einen ungewöhnlichen Vertreter der automobilen Zunft handelt. Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist knochig, als wolle es sich gegen zügige Gangwechsel wehren. Alle Abläufe im Cockpit tragen den Stempel eines Raubeins, das absolut keinen Wert auf Harmonie legt. Aber es lässt den Fahrer nicht im Stich: Der Kraftbolzen findet selbst aus den gemeinsten Kurven immer einen Weg, wenn der Fahrer nicht den Fehler macht, gegen ihn zu arbeiten, statt es mit ihm zusammen zu tun. Wenn sich der Motor bei den Drehzahlen bis zum Piepton (der zum Schalten mahnt) hocharbeitet, dann begleitet ihn dabei nicht der tiefe Bass oder das vehemente Trompeten, wie wir es von anderen Sportwagen kennen: Der WRX liefert ein akustisches Szenario, das sich eher an ein heiseres Rasseln anlehnt, als wolle er klarmachen, wie viele mechanische Bauteile in seinem Inneren zusammenarbeiten. Auch in diesem Punkt fällt er aus der Rolle.

Kann's der BRZ richten?

Subaru BRZ
Sportler, aber anders: Den BRX dürften die leidenschaftlichen WRX-Fans wohl nicht als Ersatz akzeptieren.
© HerstellerZoomansicht

Wenn der WRX ins Museum fährt, bricht Subaru ein Imageträger weg, der für technische Kompetenz steht. Und für Spaß. Für den Spaß ist dann allein der BRZ zuständig, der von den WRX-Puristen sicher nicht akzeptiert wird. Denn der BRZ ist ein reiner Hecktriebler, ihm "fehlen" 100 PS und der Turbo. Aber er hat dennoch seinen Reiz: Er ist leichter, lenkt freudiger ein, und geht tendenziell in schnell gefahrenen Kurven ins Übersteuern, was auf unbefestigtem Grund zu spektakulären Driftwinkeln führen kann.

Und er ist ab 33.480 Euro zu haben. Wer das einfach nicht akzeptieren kann, muss eben drei Jahre warten. Dann will Subaru seine Denkpause zum Thema WRX-Nachfolger beenden und die Sportfahrer mit einem Spaßauto der Zukunft überraschen. Jetzt fährt der WRX erst einmal bei etlichen Veranstaltungen auf seine verdiente Abschiedstour. Die Produktion für den deutschen Markt endet im Frühsommer 2018. Wehmut bei Subaru.

Klaus Brieter / mid

Subaru WRX STI in Kürze:

Wann er kommt: Sondermodell "Final Edition" bereits im Handel

Was ihn antreibt: 2,4-l-Vierzylinder-Turbo-Boxer mit 300 PS

Was er kostet: Ab 44.500 Euro, "Final Edition" ab 53.350 Euro

Was noch folgt: Nichts - der WRX STI geht in Rente

 

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