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13.10.2018, 12:27

Volvo XC60 D5 - BMW X3 30d - Land Rover Discovery Sport SD4

Im Vergleich: Drei Premium-SUVs mit sauberem Diesel

Er schafft es nicht aus den Schlagzeilen, der Diesel. Dabei ist seiner modernsten und der Schadstoffnorm Euro 6d-Temp entsprechenden Ausprägung letztlich überhaupt nichts vorzuwerfen. Fachleute rechnen damit, dass solche Sauber-Selbstzünder schon in wenigen Jahren gefragte Gebrauchte sein werden. Vor allem für SUVs stellt der Diesel nach wie vor eine adäquate Antriebsform dar. Zum Vergleich stellen sich drei Vertreter aus der Premiumklasse: Der Volvo XC60 D5 tritt gegen den BMW X3 30d und den Land Rover Discovery Sport SD4 an.

Land Rover Discovery Sport
Land Rover Discovery Sport: Er darf bis zu 2,5 Tonnen an den Haken nehmen.
© HerstellerZoomansicht

Geht Diesel noch? In bestimmter Hinsicht ja. Grund ist die zunehmende Zertifizierung von Modellen nach der neuesten Abgasnorm Euro 6d-Temp, die so etwas wie einen Freifahrtschein in die von Fahrverboten bedrohten Innenstädte darstellt. Auf das entsprechende Gütesiegel können beispielsweise SUVs wie der Volvo XC60 D5, der BMW X3 30d und der Land Rover Discovery Sport SD4 verweisen. Mit ihnen kann der Kunde wieder ungetrübte Freude am Drehmoment empfinden, und kommt - beim SUV durchaus von Bedeutung - mit erträglichen Tankrechnungen davon. Als Alternative zum Volvo-Diesel fließen in diesen Test auch Erfahrungen mit der Plug-in-Version des XC60 ein.

Alle machen ordentlich Dampf

In den gewählten Versionen machen die Selbstzünder ordentlich Dampf. Zwei der drei Kontrahenten sind mit Zweiliter-Vierzylindern ausgerüstet, der X3 30d mit einem Dreiliter-Sechszylinder. Zugleich ist er der Stärkste im Trio - mit 195 kW/265 PS und bulligen 620 Newtonmeter Drehmoment. Zudem agiert er sparsam mit etwas weniger als acht Litern in der Praxis (im Mix genormt: 6,0 l/100 km). Trotz des geringeren Hubraums und mit zwei Zylindern weniger kann der 173 kW/235 PS-Vierzylinder (480 Nm) im XC60 D5 gut mithalten. Beim Spurt auf Tempo 100 in acht rund Sekunden nimmt ihm der BMW dennoch gut zwei Sekunden ab und fährt auch in der Spitze um 10 km/h schneller als der Volvo mit 230 km/h - in der Praxis kann man die Werte freilich vernachlässigen. Auf ähnlichem Leistungsniveau rangiert der etwas knorrige Motor im Discovery Sport SD4 HSE, der über eine Neungangautomatik schaltet, die aber nicht ideal angepasst erscheint. Die beiden anderen begnügen sich mit ebenfalls guten acht Stufen. Zum Verbrauch: Mit knapp acht Litern im Test hält sich der Treibstoffdurst des Volvo ebenfalls in Grenzen; 5,8 l/100 km sind es im genormten Mix. Der Land Rover liegt etwas höher bei gut acht Litern im Test. Alle drei Premium-SUVs sind mit Allradantrieb ausgerüstet.

BMW X3
BMW X3 30d: Als einziger des Diesel-Trios ist er mit einem Sechszylinder motorisiert und dank 265 PS auch der Stärkste.
© HerstellerZoomansicht

Geschmeidiger Sechszylinder im X3

Besonders geschmeidig und außergewöhnlich durchzugsstark läuft der BMW-Sechszylinder mit seiner vorzüglichen Automatik. Der Motor im Land Rover könnte harmonischer arbeiten, da hilft - wie gesagt - auch die Neungangautomatik wenig. Das Leergewicht des Discovery markiert mit geringfügig über zwei Tonnen knapp die obere Position. Auf den Haken nehmen darf er immerhin bis zu 2,5 Tonnen, gefolgt vom Volvo mit 2,4 Tonnen und dem BMW mit nur zwei Tonnen Anhängelast.

Beim Fahrverhalten dominiert der X3, der besonders bei forcierter Fahrweise zeigt, was er kann. Ob in haarigen Biegungen oder geradeaus bei hohem Tempo, er scheint immer zu wissen, was der Fahrer will. Dabei helfen adaptive Dämpfer (im Testwagen für 600 Euro Mehrpreis). Auf die Lenkung spricht der Bayer exakt an, was sich vom Discovery nicht sagen lässt, zumal er schnelle Manöver mit Wankbewegungen quittiert. Doch Offroad ist der hochbauende SUV eine Klasse für sich, mit verschiedenen Fahrprogrammen für jeden schwierigen Untergrund im Gelände, dazu langen Federwegen. On-Road gilt: Cruisen kann der Brite besser als Querrinnen wegstecken und Kurven. Hier kann der XC60 speziell durch seine Luftfederung punkten, die allerdings mit knapp 2.300 Euro extra zu Buche schlägt. Aber auch sonst benimmt sich der kühle Schwede artig, wenn auch nicht so willig wie der BMW, der nicht zuletzt besonders leise ist. Seit die Schweden den knurrigen Fünfzylinder abgeschafft haben, setzen sie auf Vierzylinder bis maximal zwei Litern Hubraum. Das bewährt sich, wenn sich der Fahrer zurückhält. Nur bei hohen Drehzahlen meldet sich der Motor mit einem hellklingenden Geräusch.

Discovery mit bis zu sieben Sitzen

Alle drei Modelle gehören der gehobenen Mittelklasse an, was sich nicht zuletzt beim Komfort und dem Ausstattungsstandard niederschlägt. Der Discovery ist mit 4,60 Metern Länge der kürzeste Teilnehmer der Runde, verfügt aber über fürstliche Platzverhältnisse in der zweiten Reihe oder lässt sich in der dritten Reihe zum Siebensitzer aufrüsten. Ohne die zusätzliche Reihe bietet er den größten Gepäckraum (689 bis 1.698 Liter), gefolgt vom X3 mit einer dreiteiligen Rücksitzlehne (550/1.600 l) und dem XC60 (505/1.432 l), die beide um 4,70 Meter lang sind. Bei den angebotenen Assistenten haben BMW und Volvo bis hin zum teilautonomen Fahren die Nase vorn. Was die Bedienung betrifft, so kommen manche mit dem zentralen Volvo-Monitor nicht gut zurecht.

Stichwort Preise: Da ragt der BMW X3 xDrive 30d M Sport, nicht zuletzt wohl wegen seines Sechszylinders, heraus. 62.700 Euro kostet er, zumal mit der teuren M-Ausstattung. Für den Land Rover Discovery Sport SD4 HSE werden 56.650 Euro fällig. Volvo verlangt für den XC60 D5 AWD R Design 56.850 Euro - wie bei den anderen beiden in der jeweils gefahrenen Variante. Günstiger wird der X3, wenn der Käufer den 20d wählt, dessen Zweiliter-Vierzylinder 140 kW/190 PS (75 PS weniger als der 30d) leistet. In der getesteten Version für 47.600 Euro überzeugte er ebenfalls.

Alternative bei Volvo: Ein Plug-in-Hybrid

Volvo XC60
Volvo XC60: Ihn gibt es auch als Plug-in-Hybrid, die teilelektrische Diesel-Alternative fährt bis zu 43 km mit Strom.
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Ist denn der Plug in-Hybrid eine Alternative zum Diesel? Wir machten die Probe aufs Exempel. Konkret beim Volvo XC60, dessen 223 kW/303-PS-Turbobenziner mit einem 65 kW/87 PS-Elektromotor kombiniert ist und der dann T8 Twin Engine AWD R-Design heißt. Zumindest die genormten Verbrauchswerte versprechen schier Unglaubliches: Nur 2,3 Liter Super und etwa 18 kWh Strom soll der XC mit den beiden Antriebsarten auf 100 Kilometer verbrauchen. Okay, solange der voll aufgeladene Stromer, dessen Reichweite maximal 43 Kilometer beträgt, mit nur geringem Leistungsabruf (und bis max. 125 km/h) bewegt wird, mag das in der Praxis machbar sein. Aber wehe, wenn der starke XC60 auf die Langstrecke muss. Dann rauschen laut Bordcomputer im Durchschnitt 7,8 Liter durch die Einspritzventile; eher noch mehr sind es bei zügiger Autobahnfahrt (Spitze: 230 km/h).

Auf die in der Realität höheren Verbrauchswerte und Benzinpreise - insbesondere gegenüber dem Diesel - muss sich der Kunde also einstellen. Zudem kann und will der XC60 in dieser Konstellation wohl nicht als typisches Stadtauto bezeichnet werden. Dafür ist er zu groß und auch zu teuer: Der Preis des teilelektrischen Topmodells, das manches Gewissen besänftigen soll, liegt bei 70.450 Euro, ein rundum komplett ausgestattetes Modell strebt sogar auf die 90.000 Euro-Marke zu.

Ingo Reuss

BMW X3 xDrive 30d: 3.0 Sechszylinder-Diesel, 265 PS, 640 Nm, genormter Mixverbrauch 6,0 l/100 km, ab 56.400 Euro (Basispreis der Baureihe: 44.600 Euro)

Land Rover Discovery Sport SD4: 2.0 Vierzylinder-Diesel, 240 PS, 500 Nm, genormter Mix: 6,4 l/100 km, ab 51.400 Euro (Basispreis der Reihe: 35.100 Euro)

Volvo XC60 DS AWD: 2.0 Vierzylinder-Diesel, 235 PS, 480 Nm, genormter Mix: 5,8 l/100 km, ab 53.500 Euro (Basispreis der Reihe: 41.400 Euro)

Weitere Konkurrenten: Mercedes GLC, Audi Q5, VW Tiguan

 

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