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13.05.2018, 19:48

Der 1,5 TSI schickt zwei Zylinder in die Pause

Skoda Karoq: Vario-SUV als Freund der Familie

Am Anfang stand auch ein Abschied: Der Karoq hat Ende vergangenen Jahres den äußerst beliebten Yeti abgelöst; ein Abgang, der kundenseitig durchaus betrauert wurde. Dazu besteht indes kein Anlass. Der Karoq macht optisch zwar nicht mehr so trotzig sein eigenes Ding wie der Yeti. Unterm Strich ist er aber natürlich das modernere, geräumigere und schlicht bessere Auto. Gerade Familien kommt das variable Platzangebot zupass. Wir haben uns das Skoda-SUV als 1,5 TSI mit 150 PS starkem Benziner näher angesehen.

Skoda Karoq
Skoda Karoq: Der Nachfolger des Yeti misst 4,38 Meter in der Länge, technoide Sachlichkeit prägt das Design.
© Hersteller

Wie er aussieht: Mit 4,38 Metern Länge ist der Karoq in einer anderen Größenordnung unterwegs als der 16 Zentimeter kürzere Vorgänger Yeti. Vor allem aber geht ihm dessen charaktervolle Kantigkeit ab. Der Karoq ist mehr in Richtung Mainstream und Crossover gebürstet. Uns gefiel indes die technoide Sachlichkeit des Designs, das sich stark am großen Bruder Skoda Kodiaq orientiert.

Wie er eingerichtet ist: Die Verarbeitungsqualität fällt geradezu penibel aus, Volkswagen-Konzern halt, wenn auch die Materialauswahl aus "innenpolitischen" Gründen nicht das Level des eng verwandten, aber auch teureren VW Tiguan erreicht. Trotzdem machen Klavierlack, Chromdeko, Ambientelicht und der brillant auflösende 9,2-Zoll-Touchscreen des selbsterklärenden Top-Infotainments Columbus (2.290 Euro) viel her. Gern hätten wir die Lautstärke indes noch händisch geregelt, und wir vermissten ein Head-up-Display in der Preisliste. Ein digitales und frei konfigurierbares Cockpit wird zum Modelljahr 2019 lieferbar sein. Und dass eine Lenkradheizung ein alles andere als dekadentes Extra ist, zeigt sich an kalten Tagen, beim Karoq erwärmt sich der Lenkradkranz dankenswerterweise gesamt und nicht nur partiell.

Skoda Karoq Cockpit
Frei konfigurierbar: Das digitale Cockpit soll für den Karoq in Bälde lieferbar sein.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: Gerne kaufen sich Familien bei einem SUV ein, ihr Begehr richtet sich auf variables Platzangebot, und hier kann der Karoq zweifelsfrei liefern. Mama und Papa reisen auf großen, komfortablen Vordersitzen, im Fond ist ordentlich Raum vorhanden, nicht nur für Kids, auch Onkel Herbert und Tante Helga fühlen sich als Hinterbänkler wohl. Unsere Empfehlung gilt dem Sitzsystem Varioflex (390 Euro) das für die rückwärtige Räumlichkeit drei Einzelsitze mit neigungsverstellbarer Lehne vorsieht. Sie lassen sich außerdem längs verschieben und sogar - allerdings etwas fummelig - ausbauen. Wird das mittlere Sitzelement verbannt, lassen sich die beiden äußeren Sitze zur Mitte hin verschieben. Beim gut ausgeformten Gepäckraum, der sich mit doppeltem Ladeboden, Trennnetz und Taschenhaken organisiert, ergibt sich eine Variabilität zwischen 521 und 1.630 Litern. Zum Preis von 400 Euro lässt sich eine elektrische Heckklappenbedienung ordern. Und dann sind da noch die vielbeworbenen "Simply-Clever"-Details, vom in die Heckklappe einzuhakenden flexiblen Rollo über den Regenschirm unterm Beifahrersitz und der abnehmbaren LED-Akkutaschenlampe im Kofferraum bis hin zu den durchdachten Ablagen im Innenraum.

Was er leistet: SUV und Diesel - diese klassische Kombination bröckelt, der Selbstzünder fällt zunehmend aus dem Beuteschema der Kunden. Deshalb wollten wir nähere Bekanntschaft mit dem neuen 1,5-l-TSI schließen, einem Vierzylinder-Turbo mit 150 PS und 250 Newtonmetern Drehmoment, der im Teilllastbereich und bis 130 km/h die Zylinder zwei und drei in die Pause schickt. Der Fahrer wird darüber via Display informiert, ansonsten funktioniert der Vorgang unmerklich. Der TSI hört sich ein bisschen knurrig an, er lässt den Karoq aber entschlossen losmarschieren und ist keineswegs damit überfordert, den Wagen - der mit knapp 1,4 Tonnen Lebendgewicht keineswegs übergewichtig erscheint - angemessen zu beschleunigen. Als Topspeed sind 203 km/h drin, das sollte reichen. Ein 7-G-DSG verwaltete in unserem Testwagen die Gänge, es schaltet schnell, sauber und gelassen. Alternativ gibt es eine Variante mit manueller Sechsgangschaltung, die 1.800 Euro weniger kostet.

Wie er sich fährt: Der Karoq ist kein Sportler, das erwartet der Kunde im Falle eines Kompakt-SUVs aber auch nicht. Handlich ambitioniert folgt der Skoda aber den Lenkbefehlen und agiert mit engagierter Leichtfüßigkeit. Schlecht gepflegten Straßen begegnet er mit unaufdringlichem Komfort, Kanaldeckel oder Querfugen bleiben aber nicht undetektiert. Zum Thema Geländegängigkeit ist zu sagen, dass hier nur die Vorderräder angetrieben werden. Eine 4x4-Variante des 1,5 TSI soll aber nachgereicht werden. Auf Wunsch assistieren zahlreiche elektronische Helfer, von der adaptiven Fahrwerksregelung bis hin zum Stauassistenten.

Skoda Karoq
Nicht immer muss es Diesel sein: Der 1,5 TSI will mit automatischer Zylinderabschaltung eine sparsame Alternative sein.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel er verbraucht: Die automatische Zylinderabschaltung soll rund 0,5 Liter Kraftstoffersparnis pro 100 Kilometer bringen. Unser Testverbrauch lag bei relaxter Fahrweise um 1,3 Liter über dem Normwert, 6,9 statt 5,6 l/100 km also. Für einen Benziner ist das kein schlechtes Resultat.

Was er bietet: Der Skoda Karoq 1,5 TSI ACT wird in den Ausstattungsvarianten "Ambition" und "Style" angeboten. Der Lieferumfang ist gut, sie umfasst bei "Ambition" beispielsweise Aluräder, Klimaanlage, Multifunktionstasten am Lenkrad, Tempomat und Speedlimiter, Parksensoren hinten, elektronische Querdifferenzialsperre, City-Notbremsfunktion mit Personenerkennung sowie einen Fahrlichtassistenten und einen Regensensor. Beim Style kommen unter anderem Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung und diverser optischer Zierrat dazu. Von Fahrprofilauswahl über Standheizung und die diversen Assistenzsysteme bis hin zur Rückfahrkamera bietet die Preisliste dazu eine umfangreiche Spielwiese. Was er kostet: Als handgeschalteter Ambition ab 26.490 Euro, als Style ab 28.090 Euro.

Was wir meinen: Der Karoq ist ein würdiger Nachfolger des Yeti. Das großzügige und variable Platzangebot, die durchdachten Details, die schöne Verarbeitungsqualität und der faire, wenn auch nicht billige Preis dürften ihn ähnlich beliebt wie seinen Vorgänger machen. Der agile und verhältnismäßig verbrauchsgünstige 1,5 TSI mit automatischer Zylinderabschaltung ist eine Empfehlung wert. Schade nur, dass es ihn nicht in Kombination mit Allradantrieb gibt - wer die 4x4-Option ziehen möchte, muss sich noch in Geduld üben oder den Top-Diesel 2.0 TDI SCR wählen.

Ulla Ellmer

Die Daten des Skoda Karoq 1.5 TSI ACT DSG

Hubraum 1498 ccm, Zylinder 4, Leistung 110 kW/150 PS bei 5.000 - 6.000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1.500 - 3.500/min, Spitze 203 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 8,6 sec, Normverbrauch innerorts 6,8, außerorts 5,0, kombiniert 5,6 l S pro 100 km, Testverbrauch 6,9 l S/100 km, CO2-Emission 127 g/km, Schadstoffklasse Euro 6, Energie-Effizienzklasse B, Länge 4,38 m, Breite 1,84, Höhe 1,60 m, Gepäckraum 521 bis 11125 l, Leergewicht 1.393 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1.929 kg, Zuladung 611 kg, Anhängelast ungebremst 690 kg, gebremst 1.500 kg, Tank 50 l. 7-G-DSG, Frontantrieb. Versicherungs-Typklassen 16 (KH), 20 (VK), 20 (TK). Preis ab 28.290 Euro bzw. ab 26.490 Euro (manuelle Schaltung).

 

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