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23.12.2017, 12:07

Der elektrische Minivan mit 380 km Reichweite im Fahrbericht

Opel Ampera-e: Ein Fall für den Wunschzettel

Ob der Weihnachtsmann heute noch Wünsche entgegennimmt? Dann, Santa Claus, schick doch bitte den Ampera-e zum Opel-Händler! Der Minivan ist ein Elektroauto, wie man es gern hätte, mit vernünftiger Reichweite und einem interessanten Preis. Aber: Es gibt den Ampera-e praktisch nicht. Seit Opel unter die Ägide von PSA geraten ist, wird Rüsselsheim von der Ex-Konzernmutter GM - die den baugleichen Chevrolet Bolt produziert - kurzgehalten. PSA-Chef Carlos Tavares, der auf eine Zukunft mit E-Mobilen made by PSA setzt, stört das nicht, der Stromer schreibe eh "nur rote Tinte". In die Röhre schaut letztlich der Kunde. Wir haben uns den 204 PS starken Ampera-e dennoch näher angesehen.

Opel Ampera-e
Opel Ampera-e: Optisch kommt das Elektromobil als Minivan daher. Ein bisschen erinnert er an den Meriva.
© HerstellerZoomansicht

Wie er aussieht: Gut und gefällig. Nicht in einem solchen Maße ungewöhnlich und anders wie der BMW i3, aber doch so, dass er sich von der übrigen Modellpalette unterscheidet und sich als Elektroauto identifizieren lässt. Das strebt der Fahrer ja auch an, er will sein Öko-Bewusstsein schließlich nach außen tragen. Ein bisschen erinnert der 4,16 Meter lange und viertürige Ampera-e an den verblichenen Opel Meriva, sein Auftritt ähnelt dem eines Minivans.

Wie er eingerichtet ist: Materialauswahl und Verarbeitungsqualität erreichen kein Premium-Niveau, gehen aber in Ordnung, US-Niveau halt. Die Instrumente sind digital, aber konservativ eingefasst. Blickfang im Cockpit ist der große, moderne und hoch auflösende 10,2-Zoll-Touchscreen, der so gut wie alle relevanten Fahrinfos liefert und auf dem mittels Apple CarPlay oder Android Auto die Smartphone-Apps gespiegelt werden. Das ist wichtig, denn ein fest installiertes Navi gibt es nicht, hier muss das Smartphone mit seinen Möglichkeiten ran. Alternativ lässt sich auch die "myOpel"-App nutzen, sie berechnet dann gleich Routen mit passenden Lademöglichkeiten entlang der Strecke. Zwei USB-Anschlüsse vorn und zwei weitere für hinten sind vorhanden, Sitz- und Lenkradheizung gehören ebenso zur Ausstattung wie kabelloses Laden, WiFi-Hotspot und der Telematikdienst Opel OnStar.

Wie viel Platz er hat: Ordentlich. Sitzposition und Rundumsicht fallen vanartig hoch und gut aus, der Kofferraum packt praxistaugliche 381 bis 1274 Liter weg und wird durch einen etwas dürftigen Ladeboden zweigeteilt. Die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 60:40 umklappbar, verschiebbaren lässt sich das hintere Gestühl nicht. Dass der üblicherweise störende Mitteltunnel wegfällt, kommt der Beinfreiheit zugute.

Opel Meriva innen
Passagierbereich: Der Ampera-e ist modern eingerichtet, mit weißer Kunststoff-Deko und großem Touchscreen.
© HerstellerZoomansicht

Was er leistet: Der Ampera-e fährt rein elektrisch. Als Energiequelle dient eine 60-kWh-Lithium-Ionen-Batterie, der Elektromotor leistet 150 kW/204 PS, an Drehmoment stehen 360 Nm bereit. Damit lässt der E-Opel in bekannt spaßbringender Stromer-Manier seine Mitstreiter an der Ampel stehen, wird aber spätestens auf der Autobahn von ihnen eingefangen, denn die Topspeed ist auf 150 km/h begrenzt, um die elektrischen Reserven nicht allzu schnell aufzubrauchen.

Wie weit er kommt: Nominell, also nach NEFZ, verspricht Opel eine Reichweite von 520 Kilometern. Das ist ein ähnlicher Mondwert wie der genormte Spritverbrauch bei konventionellen Autos. Nach realistischerem WLTP-Messverfahren sollen aber immer noch 380 Kilometer möglich sein. Bei unserem Testwagen prognostizierte die Reichweitenanzeige bei kühlen zehn Grad Außentemperatur eine Distanz von 335 Kilometern. Auch das ist schon ein beruhigendes Versprechen, das den Fahrer nicht in permanenter Panik nach der nächsten Lademöglichkeit Ausschau halten lässt. Und eines, das der Ampera-e bei vorausschauender Fahrweise tatsächlich hält. Das heißt: Keine energiefressenden Zwischenspurts und Kavalierstarts, kein dauerhaftes Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit, kein abruptes Bremsen an Ampeln, sondern stattdessen sanftes Ausrollenlassen. Rekuperieren also, Energie im Schiebebetrieb zurückgewinnen. Die Bremswirkung steigt, wenn statt der Fahrstufe "D" des elektronischen Automatikgetriebes "L" (für Low) gewählt wird. Noch intensiver geht die Rekuperation durch Betätigen einer Wippe am Lenkrad vonstatten. Nach 130 gefahrenen Kilometern hatten wir nur 105 Kilometer an Reichweite verloren, sie war von 335 auf 230 Kilometer geschmolzen.

Wie lange er lädt: Leider lange. Bei leergefahrener Batterie reicht selbst ein Tag an der Haushaltssteckdose nicht aus, um die elektrischen Reserven wieder aufzufüllen. Wenigstens eine Wallbox sollte es schon sein, aber selbst da sind mindestens zehn Stunden einzukalkulieren. Am schnellsten geht's an einer öffentlichen CCS-Ladestation mit 50 kW, dann genügen eineinhalb bis zwei Stunden.

Was er verbraucht: Im Schnitt benötigte der Ampera-e 20,5 kWh pro 100 km. Nach deutschem Strommix (2016) entspricht das einem CO2-Ausstoß von 108 g/km, also etwa dem, was - allerdings nach Norm - ein VW Golf 1.0 TSI Benziner emittiert.

Opel Ampera-e
Kommt weit: Nach WLTP-Norm schafft der Elektro-Opel 380 km Reichweite, in unserem Test immerhin 335.
© HerstellerZoomansicht

Was er bietet: Die Liste ist lang. Unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer, Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgängererkennung, Spur- und Spurhalteassistent, Fahrmodusauswahl, Parkpilot, fernsteuerbare Klimatisierungsautomatik, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, Digitaler DAB+-Radioempfang, Aluräder, WLAN-Hotspot, Telematikdienst Opel OnStar, IntelliLink-e-Infotainment mit 10,2-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto, Wireless Charging, Regensensor. Bei der "First Edition" kommen noch Lederausstattung, Sitzheizung vorn und hinten, Bose-Soundsystem und ein Assistenzpaket dazu, beispielsweise mit Frontkamera, Rückfahrkamera, Verkehrsschild-Assistent und automatischem Parkassistenten.

Was er kostet: Die Opel-Homepage weist unverdrossen eine Preisliste für den Ampera-e aus. Demnach kommt er auf 39.330 Euro und als "First Edition" auf 44.060 Euro. Abzugsfähig ist die Kaufprämie für Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro.

Was wir meinen: Der Ampera-e ist tatsächlich ein sehr gutes Elektroauto, eines, wie man es sich wünscht - mit praxistauglicher Reichweite, einem erschwinglichen Preis, reichlich Ausstattung und ordentlich Platz. Ein Jammer, dass es ihn eigentlich gar nicht gibt, nicht einmal als zuletzt kommuniziertes Leasingangebot. Den gebeutelten Opelanern, die den Ampera-e mit Stolz erwartet hatten, hätte er gut zu Gesicht gestanden. Dabei war Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann zuletzt noch um allerhöchsten Beistand bemüht. Nicht beim Weihnachtsmann. Aber immerhin beim Papst: Der bekam im Mai einen Ampera-e in päpstlichem Weiß überreicht.

Ulla Ellmer

Update: In einem Interview mit der Fachzeitschrift "auto, motor und sport" hat Opel-Chef Michael Lohscheller angekündigt, dass der Ampera-e "ab Januar wieder bestellbar sein" würde. Man versuche, so viele Fahrzeuge wie möglich von GM zu bekommen.

Die Daten des Opel Ampera-e

Leistung: 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment 360 Nm, Spitze 150 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 7,3 sec, Normverbrauch 14,5 kWh pro 100 km, Testverbrauch 20,5 kWh pro 100 km, CO2-Emission Norm 0 g/km, Energie-Effizienzklasse A+, Länge 4,16 m, Breite 1,77 m, mit Außenspiegeln 2,04 m, Höhe 1,59 m, Kofferraum 381 - 1274 l, Leergewicht 1691 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2056 kg, Zuladung 440 kg. Automatik, Frontantrieb. Versicherungs-Typklassen 16 (HP), 16 (TK), 18(VK). Garantie Batterie 8 Jahre/160.000 km. Preis ab 39.330 Euro.

 

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