Ehemaliger Star des FC Bayern fortan bei der Viola in der Serie A

"Legende" und Toni-Tipp: Florenz präsentiert und feiert Ribery

Franck Ribery

Ab sofort auf dem Stiefel für die AC Florenz über den Flügel unterwegs: Franck Ribery. imago images

Bereits die Bilder von der Ankunft hatten es am Mittwochabend in sich: Als sich Fiorentina-Neuzugang Franck Ribery am Flughafen blicken ließ, rasteten zahlreiche Fans förmlich vor Ort vor Freude aus, umstellten den Franzosen, huldigten ihm. Im violetten Polohemd seines neuen Vereins herzte der langjährige Bayern-Star (2007-2019) selbst kurz nach seiner Ankunft in der Toskana den ersten kleinen Fan. "Ich bin glücklich, mit meiner Familie hier zu sein", sagte Ribery, der außerdem noch auf dem Rollfeld für erste Erinnerungsfotos posierte und in fließendem Italienisch sein erstes Interview gab. "Ich freue mich darauf, noch zwei Jahre auf hohem Niveau zu spielen."

Für die zuletzt ins italienische Mittelmaß abgerutschte Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella ist Ribery sicherlich schon jetzt eine Attraktion - und steht für Aufschwung. Der Franzose soll dem Traditionsverein (letzter Titel ist der Pokalsieg 2001), der in der vergangenen Saison nur Tabellen-16. wurde, einen Schub verleihen. "Begeisterung" werde Ribery mitbringen, hatte der einstige Bayern-Stürmer Luca Toni im Vorfeld gesagt. "Franck ist ein Anführer."

Toni-Tipp bringt alles ins Rollen

Bei Toni hatte sich der Techniker Informationen über den Klub eingeholt - und der italienische Weltmeister von 2006 war es auch, der Ribery seinem früheren Verein (2005-2007 und 2012-2013) vorgeschlagen hatte. Das teilte Sportdirektor Daniele Prade am Donnerstag im Zuge der offiziellen Vorstellung des Neuzugangs mit. Seine Erläuterung: "Es hat alles am 20. Juni begonnen, als ich Toni bei einem Treffen davon erzählt habe, dass wir die Stimmung in Florenz heben wollen und dass diese Stadt einen Boost auf fußballerischer Ebene braucht. Und dann sagte Toni: 'Hey, holt euch doch Ribery!' Ich antwortete: 'Das ist unmöglich, sei nicht dumm!' Doch auf einmal gab es ein Treffen, ich unterhielt mich mit Ribery - und von da an war es schwierig, von ihm nicht begeistert zu sein. Er ist ein großartiger Kerl. Er hat Charakter, hat Siegermentalität, Professionalität und Charisma. Er bringt eine Menge Enthusiasmus mit und wird das mit ins Team mit einbringen. Deswegen haben wir ihn verpflichtet."

Luca Toni (links) und Franck Ribery

Kennen sich aus gemeinsamen Tagen beim FC Bayern München (2007-2009): Luca Toni (links) und Franck Ribery. imago images

Ribery selbst, der bereits mit dem Team trainiert hatte und auch am Trainingsgelände begeistert von den Viola-Fans empfangen worden war, sagte auf dem Podium sitzend: "Ich freue mich, bin sehr motiviert und hungrig." Außerdem merkte der Franzose, der wie gewohnt die Rückennummer 7 tragen wird und dessen Jersey bereits im Fanshop der Fiorentina hing: "Ich möchte nicht der Konkurrent von Cristiano Ronaldo (Meister Juventus; Anm.d.Red.) sein. Ich will der Fiorentina helfen. Das ist eine junge Mannschaft, ich will ihr helfen zu wachsen. Ich spüre dabei großes Vertrauen. Florenz ist eine tolle Stadt. Ich bin in die Serie A gekommen, weil es eine große Liga ist. Fußball ist mein Leben!"

Boateng: "Willkommen, mein Bruder"

Gerade einmal 70 Flugminuten von seinem geliebten München entfernt, setzt der beim FCB gefeierte Dribbelkünstler also seine Karriere fort. Fit genug scheint er noch zu sein, hat schließlich auch noch in der Bundesliga 2018/19 in 26 Ligaspielen mitgewirkt und sechs Tore sowie vier Assists verzeichnet. Bei der Viola trifft Ribery, dessen Vertrag beim deutschen Rekordmeister im Sommer auslief, außerdem auf einen Bekannten aus der Bundesliga: Kevin-Prince Boateng (32) ist ebenfalls seit dieser Saison neu am Arno. "Willkommen, mein Bruder", empfing ihn Boateng bereits mit warmen Worten.

Franck Ribery

Diese Titelsammlung von Franck Ribery kann sich sehen lassen. imago images

Trotz des fortgeschrittenen Alters erhofft man sich in Florenz Großes vom neuen Flügelstürmer - schließlich steht dieser für Erfolg. In seiner Münchner Zeit sind ihm neben 86 Bundesliga-Toren und 121 Vorlagen in 273 Partien auch neun deutsche Meisterschaften (FCB-Vereinsrekord), sechs DFB-Pokal-Siege und ein Triumph in der Champions League (2013) geglückt.

mag

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