Frankfurt: Der Wirbel um Hinteregger

Hütter kritisiert NADA: "Teilweise respektlos"

Adi Hütter

Findet einige Äußerungen von NADA-Verantwortlichen nicht in Ordnung: Adi Hütter. imago images

Aus Straßburg berichtet Julian Franzke

Was war passiert? Wegen eines Wadenkrampfes wurde Martin Hinteregger in der Schlussphase des Spiels gegen die TSG Hoffenheim an der Seitenlinie behandelt. Laut Angaben der Eintracht wurde eine Akupunkturnadel gesetzt, außerdem soll der Verteidiger einen geleeartigen Powergel-Shot gegessen haben. Ähnlich wie ein Traubenzucker sorgen diese Shots für eine schnelle Energiezufuhr durch Zucker. Hinteregger hatte direkt nach dem Spiel erklärt, dass der Muskel durch Akupunktur-Anwendung "aufgemacht" habe, der österreichische Nationalspieler konnte die Partie zu Ende spielen.

Bedenkliche Äußerungen von Mortsiefer

Der NADA kommt dieser ganze Vorgang jedoch verdächtig vor, am Dienstag wurde Hinteregger zum Dopingtest gebeten. Das alles hätte relativ geräuschlos vonstattengehen können, wenn die NADA das Thema aus der Öffentlichkeit herausgehalten und einzelne Medienanfragen nicht kommentiert hätte. Am Mittwoch erklärte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer jedoch in der Bild: "Uns stört der gesamte Vorgang und vor allem die Signalwirkung, die davon ausgeht. Da kriegt jemand eine Tablette und es geht ihm schlagartig wieder gut. Unsere Aufgabe ist es aufzuklären. Da geht es um Doping, aber auch um Medikamentenmissbrauch."

Diese Aussage ist schon ein starkes Stück. Einen Spieler ohne stichhaltige Indizien oder Beweise öffentlich auch nur in die Nähe von Doping und Medikamentenmissbrauch zu rücken, ist ein äußerst bedenklicher Vorgang. Aus genau diesem Grund hatte der kicker über dieses Thema bislang nicht berichtet - es gilt, den Spieler vor falschen Verdächtigungen zu schützen.

"Ich finde es teilweise respektlos, wenn man so eine Aussage tätigt."

Adi Hütter

Doch nun meldete sich auch Hütter zu Wort. "Es ist absolut in Ordnung, dass der Sache nachgegangen wird. Die NADA ist bei uns auch im letzten Jahr sehr viel im Stadion gewesen, und sie ist immer herzlich willkommen. Wir sind für eine lückenlose Aufklärung und haben ein reines Gewissen", bekräftigte der Trainer. Er kritisierte aber: "Ich finde es teilweise respektlos, wenn man so eine Aussage tätigt. Ich möchte unsere Ärzte in Schutz nehmen. Martin, die Ärzte, wir alle zusammen haben ein reines Gewissen."

Martin Hinteregger

Stand zuletzt im Rampenlicht: Martin Hinteregger. imago images

Dost-Transfer zieht sich hin: Rebic & Co. müssen's richten

Mit Blick auf das Spiel bei Racing Straßburg ließ sich Hütter erwartungsgemäß nicht in die Karten schauen, was die personelle Ausrichtung betrifft. Klar ist: Bas Dost wird im Hinspiel noch nicht dabei sein. Bis 23 Uhr (MESZ) hat die Eintracht an diesem Mittwoch Zeit, den Stürmer für die Play-offs nachzunominieren. Zur Stunde ist der Transfer jedoch noch immer nicht in trockenen Tüchern. Bis zuletzt ging es zwischen Dost und Sporting Lissabon um finanzielle Ansprüche, die dem Spieler zustehen sollen und die mit der Vertragsauflösung offenbar verfallen könnten. Vorerst richten müssen es daher Ante Rebic und Co., Dost könnte frühestens beim Auswärtsspiel in Leipzig am Sonntag zum Einsatz kommen.

Kartenpreise verärgern Straßburg-Fans

Im engen und komplett überdachten Stade de la Meinau (24.000 Plätze) erwartet die Eintracht eine hitzige Atmosphäre. Kurios: Obwohl das Stadion in der Liga praktisch immer ausverkauft ist, gab es am Mittwoch den ganzen Tag über einen öffentlichen Ticketverkauf am Stadion. Am frühen Abend waren noch immer Tickets verfügbar. Laut der Aussage eines französischen Reporters habe Straßburg zwar 19.000 Dauerkarten abgesetzt, die restlichen Karten seien aber deutlich teurer als in der Liga in den Verkauf gegangen. Das habe viele Fans verärgert. Die Eintracht bekam aus Straßburg lediglich 1200 Tickets für ihre Fans, was den von der UEFA vorgeschriebenen fünf Prozent für Gästefans entspricht.

Hütter mahnt, Trapp fordert

Trapp kennt den Hexenkessel in Straßburg aus seiner Zeit bei Paris St Germain gut. Der Keeper fordert: "Wir müssen mental absolut bereit sein, es wird ein sehr schwieriges Spiel. Wir treffen auf eine körperlich sehr starke Mannschaft." Hütter warnt vor allem vor Straßburgs gefährlichem Flügelspiel. "Sie kommen viel über die Seiten und versuchen schon aus dem Halbfeld, Flanken in den Strafraum zu bringen, wo sie sehr präsent sind." Mittelstürmer Ludovic Ajorque misst 1,97 Meter. Für Frankfurt geht es deshalb nicht nur darum, im Duell Mann-gegen-Mann den Hünen auszuschalten, sondern auch möglichst viele Flanken zu unterbinden. "Wir müssen versuchen, die Seiten zuzumachen", bekräftigte Hütter.

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