Augsburg: Fehlende Abstimmung der Defensive

Koubek und die verpatzte Premiere

Tomas Koubek

Hatte einen gebrauchten ersten Spieltag für seinen neuen Arbeitgeber: FCA-Keeper Tomas Koubek. imago images

Für die stolze Summe von 7,5 Millionen Euro wurde Koubek von Stades Rennes verpflichtet, der 26-Jährige soll nach einer Saison voller Torwartprobleme eine feste Größe im Augsburger Kasten werden. Seine Premiere in der Bundesliga hat Koubek allerdings - trotz guter Paraden vor der Pause - verpatzt.

Beim 1:1 bugsierte er den Ball mit einer unglücklichen Fußabwehr zu Paco Alcacer, beim 1:2 ließ er eine flache Hereingabe durchrutschen, beim 1:3 ließ er den Ball nach einer Flanke fallen. Insgesamt wirkte Koubek, der seit Anfang August beim FCA trainiert und zuvor die Vorbereitung mit Rennes absolvierte, in einigen Szenen schwerfällig und nicht wirklich austrainiert.

Eingewöhnungs- und Abstimmungsprobleme

Koubek selbst erklärte seine Fehler nach der Partie mit Eingewöhnungs- und Abstimmungsproblemen. Schon vor dem Spiel gegen den BVB hatte er gesagt: "Ich muss mich gedanklich schnell umstellen, das ist schwierig. Normalerweise rede ich viel, um dem Team zu helfen. Das ist jetzt noch nicht möglich." Koubek spricht Tschechisch, Französisch und Englisch, auf Deutsch beherrscht er nur ein paar Wörter - der Sprachmix könnte für seine Vorderleute ein wenig verwirrend gewesen sein.

"Er hat die Erfahrung gemacht, wie schnell es gehen kann, wenn die Abstimmung zwischen Torwart und Defensivverbund nicht stimmt", sagte Schmidt zur Leistung seines Keepers. Der Trainer betonte aber, dass Koubek keinen größeren Anteil an der Niederlage habe als andere Spieler: "Man darf ihn nicht herausnehmen, es war die komplette Defensive involviert. Wir waren als Team nicht stark genug und nicht präsent."

Schmidt sieht es gelassen

Die Augsburger Abwehr präsentierte sich gegen den BVB in der zweiten Hälfte insgesamt nicht wettbewerbsfähig. Schmidt wirbt um Geduld für seine verjüngte Mannschaft: "Wir brauchen Trainingszeit, um besser zu werden. Dann werden wir irgendwann eine stimmige Defensive auf dem Platz haben, um die Torflut eindämmen zu können." Im Heimspiel gegen Aufsteiger Union Berlin am Samstag muss das gelingen - sonst ist der Augsburger Saisonstart endgültig verpatzt.

David Bernreuther

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