Fortuna-Stürmer wird zum Werder-Schreck

Funkels guter Griff mit Karaman

Kenan Karaman

In Bremen im Mittelpunkt: Fortuna-Stürmer Kenan Karaman. imago images

Die Vorbereitung war nicht gerade ideal verlaufen für den türkischen Nationalspieler. Erst stoppte ihn ein Kapselriss, dann musste er wegen Kniebeschwerden pausieren. Für 90 Minuten reichte es in Bremen noch nicht, aber auch die verkürzte Spielzeit nutzte Karaman zur Eigenwerbung.

Ein wenig scheint dem langen Offensivmann manchmal das Feuer auf dem Platz zu fehlen. Aber gegen Bremen drehte er auf, wieder mal. In der Rückrunde erst, Ende April, hatte er mit einem grandiosen Sololauf über 66 Meter, an vier Werder-Spielern vorbei, ein außergewöhnliches Tor erzielt. Diesmal lieferte Karaman zunächst die Vorarbeit zum ersten Düsseldorfer Saisontreffer durch den Sturmkollegen Rouwen Hennings. Später vollendete er den schönsten Fortuna-Angriff, eingeleitet von Lewis Baker, nach Vorarbeit von Erik Thommy zum Düsseldorfer 2:1. Erstaunlich: Drei seiner acht Bundesligatreffer hat Karaman gegen Werder erzielt.

Es ist ein bisschen merkwürdig, aber wenn Kenan in der Startelf steht, dann gewinnen wir die weitaus meisten Spiele.

Friedhelm Funkel

"Kenan hat in den letzten Trainingstagen einen guten Eindruck hinterlassen, aber es war keine einfache Entscheidung, ich habe lange überlegt", erzählte Funkel hinterher. Oliver Fink also blieb stattdessen auf der Bank, Funkel entschied sich für die offensivere Variante.

"Es ist ein bisschen merkwürdig, aber wenn Kenan in der Startelf steht, dann gewinnen wir die weitaus meisten Spiele", versichert Funkel.

Nicht nur Karaman überzeugte in Abwesenheit des in der Vorbereitung lange pausierenden Dawid Kownacki, sondern auch sein Sturmpartner Hennings. Der hatte ohnehin eine starke Vorbereitung hingelegt, wie gewohnt als fleißiger Arbeiter und robuste Anspielstation im Zentrum, hatte aber auch seine Abschlussqualitäten nachgewiesen.

Hennings und Karaman: kräftige Eigenwerbung

Diesmal sorgte Hennings für den ersten Fortuna-Treffer der neuen Saison: Nach Vorarbeit von Karaman legte er sich den Ball auf den linken Fuß und schloss überlegt ab. "Das hat er prima gemacht", lobte Funkel, "das ist im Training auch immer so: Wenn er den Ball auf seinem Linken liegen hat, dann ist es fast sicher ein Tor."

Hennings und Karaman also sammeln fleißig Punkte für weitere Einsätze. Dabei ist abzusehen, dass sich der Konkurrenzkampf im Angriff demnächst erhöht. Dawid Kownacki trainiert mittlerweile wieder mit der Mannschaft und drängt natürlich auch auf seinen Einsatz.

Oliver Bitter

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