Bremen zeigt gute Ansätze, muss aber einen Dämpfer hinnehmen

Fahrlässigkeit, Pech und "zu einfache Gegentore"

Werder Bremen

Getrübte Stimmung: Die Bremer Spieler nach dem Schlusspfiff. imago images

Man wolle nach Europa, so lautet das offizielle Saisonziel der Werderaner. Nach einer über weite Strecken vielversprechenden Vorbereitung, den Neuverpflichtungen (Füllkrug und Toprak) und dem jüngsten Fußballfest gegen Atlas Delmenhorst (6:1), bei dem Altmeister Claudio Pizarro doppelt getroffen und damit für eine ganz besondere Vorfreude bei allen Anhängern der Grün-Weißen gesorgt hatte, schien die hanseatische Zielsetzung durchaus realistisch.

Bei aller Vorfreude, auch weil die Bremer mit ihrem 1867. Bundesliga-Spiel neuer Rekordklub sind, war die Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf ein erster Stimmungsdämpfer an der Weser. Ist Werder doch noch nicht reif für die internationalen Ränge? Eine Frage, die sich nach dem 1. Spieltag gewiss noch nicht entscheidend beantworten lässt. "Wir werden unser Saisonziel doch nicht nach einer Niederlage in Frage stellen", stellte der Niederländer Davy Klassen bei "WerderTV" klar.

Osako bestätigt gute Frühform

Positiv hervorzuheben sei, dass die Bremer stark begannen, druckvoll agierten und Düsseldorf weitgehend am eigenen Strafraum einschnürten. Spielerisch musste Trainer Florian Kohfeldt diese Phase eindeutig gefallen haben, hatte seine Elf doch die Initiative ergriffen. Dazu waren die herausgespielten Möglichkeiten keine Zufallsproduktionen, sondern häufig mit dem Namen Yuya Osako verknüpft.

Der Japaner war die Schaltzentrale in der Bremer Offensive und schier überall zu finden. In Spiel eins nach Max Kruse hat Werder seinen neuen kreativen Zielspieler offenbar gefunden, wenngleich Osakos Repertoire und Spielart eine andere ist, als die des mittlerweile für Fenerbahce spielenden Kruse.

Altbekanntes Werder-Problem: Zu viele und zu einfache Gegentore

Allerdings gab es auch die Schattenseiten im Werder-Spiel. Da wären zum einen die individuellen Fehler vor dem ersten und dem zweiten Gegentor. Dazu gesellte sich noch ein Kopfballgegentreffer nach einem Standard. "Die Gegentore fallen zu einfach", resümierte der neue Bremer Spielführer Niklas Moisander, der mit Sicherheit auch weiß, dass solche Fehler für das große Saisonziel nicht allzu häufig passieren dürfen.

Niclas Füllkrug

Pech im Abschluss: Niclas Füllkrug kommt nicht an F95-Keeper Zackary Steffen vorbei. imago images

An mindestens einem Gegentreffer beteiligt war Neuzugang Ömer Toprak, der erst vor wenigen Tagen von Borussia Dortmund ausgeliehen worden war und gerade einmal eine Woche mit seinen neuen Kollegen trainiert hatte. Von daher muss sich die Abwehrzentrale erst noch finden. Ein Allheilsbringer, der die chronisch wirkenden Unsicherheiten in der Defensive behebt, ist der 30 Jahre alte Abwehrmann aber nicht.

Als glücklos kann man die Chancenverwertung beschreiben. Werder hatte insgesamt 23 Torschüsse, Düsseldorf gerade einmal halb so viele (zwölf). "Ein bisschen war es Fahrlässigkeit von uns, ein bisschen der Torwart und ein bisschen Pech, wie bei den Lattentreffern. Wir müssen einfach mehr Tore erzielen", kritisierte Mittelfeldmann Maximilian Eggestein bei "WerderTV".

Und Trainer Kohfeldt fügte via "sky" hinzu: "Solche Tage gibt's. Fortunas Torwart hat überragend gehalten. Wir hätten es mehr erzwingen müssen. Fortuna war cleverer und abgezockter. Jetzt arbeiten wir daran, in den nächsten Wochen mehr Tore zu schießen."

ssc

Bilder zur Partie Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf