Spanier unterschreibt bis 2023 und steigt zu den Topverdienern auf

Nach zähen Verhandlungen: De Gea verlängert bei Manchester United

David de Gea

Unterschrift gesetzt: David de Gea bleibt bei Manchester United. imago

Rund anderthalb Jahre hatten sich die Verhandlungen hingezogen. Auch ein Abgang de Geas, dessen ursprünglicher Vertrag im Sommer 2020 ausgelaufen wäre, Stand zeitweise im Raum. Unter anderem Paris Saint-Germain soll an einer Verpflichtung des 28-Jährigen interessiert gewesen sein, der trotz einiger Patzer in der zurückliegenden Saison in durchwachsenen Jahren quasi die einzige Konstante bei United war. 367 Pflichtspiele hat er inzwischen bereits für die Red Devils absolviert, bei denen er in den letzten sechs Jahren viermal zum "Spieler des Jahres" gewählt wurde. Diesen Status wollte der spanische Nationaltorhüter in seinem neuen Vertrag honoriert wissen, blieb in den Verhandlungen deshalb hart.

Mit Erfolg. United soll sein Angebot noch einmal ordentlich nachgebessert haben. Schon während sich die Red Devils im Juli auf Asientour befunden hatten, war in englischen Medien von einer Einigung und der bevorstehenden Unterschrift bei der Rückkehr nach England berichtet worden. Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht. Erst Mitte September konnte der englische Rekordmeister nun Vollzug vermelden.

"Ich habe das Gefühl, dass ich mit diesem Klub noch so viel erreichen kann", erklärte de Gea, der 2011 von Atletico Madrid nach Manchester gewechselt war: "Als einer der älteren Spieler im Kader will ich die jüngeren unterstützen und führen, damit sie wissen, was es heißt, hier zu spielen."

Jetzt etwa auf einer Gehaltsstufe mit Pogba

Dem Vernehmen nach verdient de Gea bei United künftig ein Grundgehalt von umgerechnet rund 320.000 Euro pro Woche (Bonuszahlungen kommen noch hinzu) - damit bewegt er sich in etwa in der gleichen Lohngruppe wie Weltmeister Paul Pogba. Topverdiener Alexis Sanchez hat United für ein Jahr an Inter Mailand verliehen, das angeblich Dreiviertel dessen astronomischen Wochengehalts von rund 550.000 Euro (inkl. Bonuszahlungen) übernimmt.

In 19 Monaten bei United hatte der Chilene sein fürstliches Salär sportlich zu keinem Zeitpunkt rechtfertigen können. Das bescherte dem Klub in den Verhandlungen mit wirklichen Leistungsträgern keine gute Position. Unlängst hatte bereits Eigengewächs Marcus Rashford einen lukrativen Vierjahresvertrag unterzeichnet (Wochengehalt mit Bonuszahlungen rund 330.000 Euro). Auch de Gea steigt nun zum absoluten Großverdiener auf. Dass er bei United während seiner Formkrise in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison viel Rückendeckung erfuhr, soll für ihn ein wichtiger Faktor gewesen sein. "Ich bin fest entschlossen, mich bei den Fans für all die Unterstützung zu revanchieren, die sie mir in guten und schlechten Zeiten zukommen lassen haben", meinte er am Montag.

Der sportliche Wert des Spaniers für United ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Der Vollzug ist daher eine weitere Erfolgsmeldung für Trainer Ole Gunnar Solskjaer, nachdem vor Rashford auch schon Anthony Martial langfristig verlängert hatte.

Solskjaers Umbruch ist noch nicht abgeschlossen

Solskjaer hatte nach einer enttäuschenden Saison (Platz 6) einen "schonungslosen" Umbruch angekündigt, diesen allerdings nur teilweise vollzogen. Verschlankt wurde der Kader: Neben Sanchez wurden Antonio Valencia, Chris Smalling, Matteo Darmian, Ander Herrera und Romelu Lukaku abgegeben.

Mit den gewünschten Neuzugängen klappte es hingegen nur zum Teil: Die Abwehr wurde mit Rekord-Innenverteidiger Harry Maguire (Leicester) und Rechtsverteidiger Aaron Wan-Bissaka (Crystal Palace) definitiv verstärkt, Flügelstürmer Daniel James (Swansea) gelang bei United ein sehr vielversprechender Start.

Die Verpflichtung eines kreativen Akteurs für das Mittelfeldzentrum gelang jedoch nicht - in den ersten Saisonspielen zeigte sich gleich, wie groß der Bedarf hier gewesen wäre. Im Angriff ist United nach dem Abgang von Lukaku und Sanchez zudem sehr dünn besetzt. Neben Rashford und Martial steht Solskjaer nur noch Eigengewächs Mason Greenwood zur Verfügung. Dem Hochveranlagten wollte er keinen weiteren Stürmer vor die Nase setzen, heißt es. Ein großer Vertrauensvorschuss für den 17-Jährigen, den dieser nun zurückzahlen muss.

ski

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