Stuttgart: Das Talent von PSG sieht den VfB nicht als Rückschritt

Coulibaly will es Pavard nachmachen

Über den VfB zur französischen Nationalelf? Stuttgarts Neuzugang Tanguy Coulibaly.

Über den VfB zur französischen Nationalelf? Stuttgarts Neuzugang Tanguy Coulibaly. picture alliance

Die Mutter, die drei jüngeren Brüder und die zwei jüngeren Schwestern sowie der ganze Trubel samt Geräuschpegel drumherum fehlt ihm in der neuen Heimat nur gelegentlich. Coulibaly kommt auch gut mit sich selbst klar und hat sich bewusst für den Abschied aus der französischen Hauptstadt Richtung Stuttgart und die 2. Liga entschieden. "Ich hätte auch in Paris bleiben können. PSG wollte mich halten", erzählt der ablösefrei gekommene Flügelspieler. "Aber ich habe eine neue Herausforderung für mich gesucht und wollte ein neues Umfeld kennenlernen."

"Hier kann ich viel mehr lernen und mich zu einem Profi entwickeln"

Dies scheint er gefunden zu haben. Der 18-Jährige, der zuletzt sein Abitur gemacht hat und sich gerade in St. Gallen mit dem VfB im zweiten Trainingslager auf die Saison vorbereitet, betritt täglich Neuland. Mit der Sprache, die er "unbedingt lernen will", mit dem ganzen Drumherum, das Klub, Trainer und Mannschaft umgibt. Dass er künftig statt bei einem Champions-League-Klub bei einem Zweitligisten spielt, spielt keine Rolle. "Für mich ist das kein Rückschritt. Ganz im Gegenteil. Es wäre schwer geworden, mich bei PSG festzuspielen. Hier kann ich viel mehr lernen und mich zu einem Profi entwickeln."

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Coulibaly Tanguy

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Der Traum vom Trikot der Equipe Tricolore

Ein nicht zu unterschätzender Grund für seinen Wechsel an den Neckar ist auch die jüngste Klubhistorie. Besser gesagt: Benjamin Pavard. Auch der Weltmeister kam 2016 namenlos und bei seinem Ex-Klub wenig geschätzt zum gerade abgestiegenen VfB. Heute spielt der vom OSC Lille verpflichtete Abwehrspieler beim FC Bayern, der rund 35 Millionen Euro für ihn gezahlt hat, und darf sich Weltmeister nennen. "Benjamin wurde in Stuttgart Nationalspieler", sagt Coulibaly, der bisher keine Laufbahn im Trikot der Equipe Tricolore vorzuweisen hat. "Warum sollte mir das nicht auch gelingen?"

Die Konkurrenz ist allerdings groß. Entsprechend will sich der junge Angreifer nicht selbst unter Druck setzen. "Ich werde im Training alles, das Maximale, geben, um zu spielen. Ich hoffe, das klappt", erklärt Coulibaly, der neben Robinho, den er als Kind auf Video sah und seither verehrt, Cristiano Ronaldo zum Vorbild hat. "Er arbeitet immer volle Pulle. Das liegt mir."

George Moissidis

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