Kohfeldts größter Hoffnungsträger

Rashica: "Rakete? Das gefällt mir langsam"

Milot Rashica

Der Hoffnungsträger in der Bremer Offensive: "Rakete" Milot Rashica. imago images

Aus Werders Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Thiemo Müller

Sein Spitzname steht bezeichnend für die Qualitäten Milot Rashicas. "Rocket", also das englische Wort für Rakete, rufen die Mitspieler und sogar Trainer Florian Kohfeldt über den Platz, wenn sie sich bei dem 23-jährigen Angreifer Gehör verschaffen wollen. "Ich weiß nicht, wer damit angefangen hat", schmunzelt Rashica, "anfangs mochte ich den Namen nicht so gerne. Aber langsam gefällt er mir." Passender Weise durchlief der Kosovo-Nationalspieler ja auch einen gewissen Entwicklungsprozess, ehe er den Erwartungen an eine "Rakete" vollumfänglich gerecht werden konnte: Explosiv war er von Anfang an, seit der vergangenen Rückrunde ist er auch zielsicher. Und nach dem Abschied von Max Kruse jener Bremer Offensivspieler, auf dem naturgemäß die größten Hoffnungen ruhen.

Stammplatz scheint gesichert

Seinen Status als Ausnahmespieler bestätigt der Mann, der fürs abgelaufene Halbjahr in der Internationale Klasse der kicker-Rangliste Aufnahme fand, auch dieser Tage im Trainingslager wieder. Trotz hoher Belastungen zieht Rashica während der internen Trainingsspiele seine typischen, unwiderstehlichen Sprints an, mit denen er gegnerische Verteidiger zu Statisten degradiert. Folgerichtig räumt ihm Kohfeldt, der ihn vergangene Saison wegen defensiv-taktischer Defizite anfangs noch vorübergehend auf die Tribüne verbannte, praktisch bereits einen Stammplatz ein. Nicht zuletzt mit Rashica, das ist keine besonders kühne Prognose, steht und fällt das - noch inoffzielle - Bremer Saisonziel Europa.

Dass der pfeilschnelle Rechtsfuß, der vorrangig über die linke Seite kommt und dann nach innen zieht, überhaupt noch weiter für Werder Gas gibt, ist trotz seines bis 2022 laufenden Vertrags keine Selbstverständlichkeit. Sämtliche Avancen interessierter Klubs ließ Rashica aber gar nicht erst an sich heran, Berater Altin Lala blockte alles ab. Ganz im Sinne des Spielers: "Ich stehe bei Werder unter Vertrag und fühle mich sehr gut hier", erklärt Rashica, "ich hätte überhaupt keinen Grund zu gehen." Einen Karriereplan verfolge er dabei nicht: "Ich denke von Jahr zu Jahr. Man wird sehen, was passiert."

So aufregend Rashica über den Rasen wirbelt, so unspektakulär kommt er als Gesprächspartner daher. Er will "so viele Tore und Assists wie möglich machen", sein "Bestes geben, damit wir Europa erreichen" und natürlich sei "Max Kruse wichtig gewesen. Aber wir müssen nach vorne schauen. Wir haben auch andere gute Spieler." Und sogar eine Rakete...

kicker.tv - Rangliste Sturm

Lewandowski unangefochten - Bremer Überraschung

alle Videos in der Übersicht