Nürnberg: Verhandlungen mit Akolo geraten ins Stocken

Canyoning: FCN setzt auf aktive Erholung

Damir Canadi

Aktive Erholung: Nürnbergs Trainer Damir Canadi beim "Canyoning". imago images

"Die Intensität ist in den vergangenen Tagen hoch gewesen, das ist es wichtig, zu regenerieren und den Kopf frei zu bekommen", so Canadi, der allerdings eine aktive Ruhepause verordnet. Also, nichts ist es mit Füße hochlegen, ab in die Schluchten am Steinernen Meer heißt die Devise. Canyoning steht auf dem Programm, das fordert Körper und Psyche und soll zugleich die Gemeinschaft fördern. Oder kurz: eine Teambuilding-Maßnahme, ehe es am Freitag wieder auf den Platz geht und am Sonntag um 18.45 Uhr der Test bei Rapid Wien ansteht.

Ein kurzes Zwischenfazit nach insgesamt drei Wochen Vorbereitung und über der Hälfte des Trainingslagers: Der von Canadi verordnete aktive Spielstil mit schnellen, direkten Pässen in die Tiefe und dem sofortigen Nachrücken blitzt zwar ansatzweise auf, doch es ist noch einiges an Arbeit nötig, ehe er wirklich verinnerlicht und automatisiert ist. Siehe die beiden Tests im Salzburger Land. Am Dienstag tat sich die vermeintliche A-Formation beim 2:0 über den von Christian Ziege trainierten österreichischen Drittligisten FC Pinzgau Saalfelden vor allem in der ersten Hälfte äußerst schwer, Druck aufzubauen und Chancen herauszuspielen. Flotter, weil mit mehr Spielfreude und ausgeprägterem Vertikalspiel, agierte am Mittwoch die "B-Elf" beim 3:0 über den sportlich aus der dritten österreichischen Liga abgestiegenen SK Bischofshofen.

Ein seriöser Vergleich verbietet sich dennoch, denn erstens war der Gegner vom Dienstag stärker, und zweitens waren am Mittwoch nicht nur vermeintliche Reservisten am Ball. Und da das Einordnen von Testspielergebnissen ohnehin stets eine knifflige Sache ist, halten die Club-Verantwortlichen zwei unstrittige Fakten fest: zweimal gewonnen, zweimal kein Tor kassiert und beim zweiten Test das Standardtraining vom Vormittag mit zwei Kopfballtoren von Lukas Jäger nach einer Ecke sofort umgesetzt. Auch wenn Sportvorstand Robert Palikuca wenig Sinn sieht, ein Zwischenfazit zu ziehen, so plädiert er für einen unaufgeregten sachlichen Umgang mit den bisherigen Tests: "Die vorausgegangenen Belastungen waren hoch, das gilt es zu berücksichtigen. Gleichzeitig gab es schon die eine oder andere Erkenntnis, die man nicht unter der Tisch fallen lassen darf."

Zugänge erwünscht - Akolo-Transfer "wackelt"

Will heißen: Der Kader, wie er sich momentan darstellt, hat nur eine kurze Haltbarkeitsdauer. "Der eine oder andere Spieler wird noch dazustoßen", sagte Canadi unmittelbar nach dem Test am Mittwoch. Im Trainingslager jedoch nicht mehr, verrät Palikuca, um anzufügen, dass sich im Laufe der nächsten Woche noch einiges tun könne. Namen wie auch Positionen nennt er dabei nicht. Dass der FCN wohl noch jemanden fürs Mittelfeld holt, und einen der links hinten wie innen verteidigen kann, ist indes alles andere als eine Spekulation. Halt, und vermutlich noch einen Offensivallrounder, der auf der Seite wie als hängende Spitze einsetzbar ist. Womit der Stuttgarter Chadrac Akolo ins Spiel kommt. Dessen sich schon vor Wochen abzeichnende Verpflichtung "wackelt" laut dem Sportvorstand nun jedoch. Ein Umstand, der aus VfB-Kreisen bestätigt wird. Die einst schon sehr weiten Verhandlungen seien nun ins Stocken geraten.

Chris Biechele