Tahs Einsatz weiter offen

41 Grad im Halbfinale! DFB-Elf vor Hitzeschlacht gegen Rumänien

Stefan Kuntz

Vorfreude trotz Hitze: U-21-Coach Stefan Kuntz. Getty Images

Von der U-21-EM in Italien berichten Fabian Istel und Michael Pfeifer

Die drückende Hitzewelle hatte Bologna bereits am Mittwochabend fest im Griff. 34 Grad Celsius zeigte das Thermometer an, gefühlt waren es noch einige mehr. Am Donnerstagabend, wenn Deutschland im ersten Halbfinale dieser U-21-EM auf Rumänien trifft, werden es gar bis zu 41 Grad werden.

"Es ist wie es ist", wollte Stefan Kuntz den äußeren Bedingungen bei der Pressekonferenz dennoch nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Wir nehmen die Umstände so wie sie sind, schließlich gelten sie für Rumänien genauso." Und auch Maxi Eggestein, der zusammen mit seinem Trainer auf dem Podium Platz nahm, geht pragmatisch mit der Hitzeschlacht um: "Tagsüber viel trinken hilft" so der Ratschlag des Sechser an seine Teamkollegen. "Es sind Bedingungen, mit denen wir klarkommen und auf die Zähne beißen müssen." Viel lieber strich der defensive Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen die Bedeutung eines möglichen Finaleinzugs heraus: "Bei dem bundesweiten Interesse hat man schon ein bisschen das Gefühl für sein Land zu spielen. Dementsprechend wollen wir die Leute stolz machen. Es wäre für uns alle ein sehr emotionaler Moment, das Endspiel zu erreichen."

Kuntz: "Das Momentum liegt auf der rumänischen Seite"

Auf dem Weg dorthin wartet mit Rumänien aber eine "sehr, sehr schwere Aufgabe", wie Kuntz findet. "Sie haben nicht umsonst Portugal in der Qualifikation hinter sich gelassen und sich jetzt in einer Gruppe mit Frankreich, England und Kroatien durchgesetzt. Sie spielen sehr unorthodox und nutzen alle Mittel aus, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Wir haben sehr großen Respekt vor dieser Aufgabe." Eine, der Kuntz mit sehr viel Vorfreude entgegenblickt: "Solche Spiele, an denen die Spieler wachsen und sich entwickeln können, bekommt man nicht viele. Das wird morgen auf jeden Fall eine Erfahrung für uns." Auch weil die Rumänen im Stadio Renato Dall'Ara wie schon in den Gruppenspielen erneut von ihren Anhängern nach vorne gepeitscht werden: "Sie werden mindestens die Hälfte des Stadions hinter sich haben", weiß der 56-Jährige. "Die Emotionalität der Fans trägt die Mannschaft."

Auch wenn mit Ianis Hagi, Sohn von Legende Gheorghe Hagi, der Takt- und Ideengeber bei den Tricolorii herausragt, warnt Kuntz davor, "uns nicht nur auf ihn zu konzentrieren. Sie haben eine großartige Mischung aus jungen Talenten und schon etwas erfahreneren Spielern. Die Mannschaft hat einen Lauf und ist als Team zusammengewachsen." Und schlussfolgert: "Das Momentum liegt auf der rumänischen Seite."

Tahs Einsatz bleibt offen

Ob Abwehrchef und Kapitän Jonathan Tah mithelfen kann, dieses auf die deutsche Seite zu ziehen, bleibt offen. "Wir müssen das Abschlusstraining abwarten und schauen, wie er auf die Belastung reagiert." Der Leverkusener hatte sich beim 1:1 am Sonntagabend gegen Österreich einen Pferdekuss am Oberschenkel zugezogen. "Ich traue unseren Ärzten und Physios aber einiges zu", zeigte sich Kuntz hinsichtlich eines Einsatzes seines Schlüsselspielers zuversichtlich. Egal, ob mit oder ohne Tah: Kuntz erwartet "ein offenes, aufregendes Match, in dem viel auf die Mentalität ankommen wird." Erst recht angesichts der drohenden Hitzeschlacht in Bologna.

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