Warum schoss Morgan doch nicht?

Solo kritisiert zweiten USA-Elfmeter: "Nicht genug gesehen"

Hope Solo

Klare Worte: Ex-Nationaltorhüterin und Expertin Hope Solo. imago images

"Sie ist keine Anführerin", giftete die ausgebootete Klasse-Torfrau Solo gegen USA-Trainerin Jill Ellis vor der WM und beförderte ihre Privat-Fehde damit auf ein neues Level. Als Expertin der "BBC" geht Solo auch mit ihren ehemaligen Mitspielerinnen nicht zimperlich um. Obwohl der Titelverteidiger turnierübergreifend seit 14 WM-Spielen ungeschlagen ist, wusste der Auftritt ihrer Landsfrauen gegen Spanien Solo nicht so richtig zu gefallen.

"Es war nicht deutlich. Ich habe für einen Strafstoß nicht genug gesehen", beurteilte sie zudem den zweiten Elfmeter der USA, als Rose Lavelle von Virginia Torrecilla nur leicht getroffen worden war. Der schon von Schiedsrichterin Katalin Kulcsar gepfiffene Strafstoß hielt auch einer Überprüfung durch den VAR und Kulcsar am Monitor selbst stand - Megan Rapinoe traf wie schon im ersten Durchgang souverän.

Nach Elfmeter-Überprüfung: Rapinoe statt Morgan

Was nicht nur Solo "überraschte": Unmittelbar nach dem ursprünglichen Elfmeter-Pfiff war Alex Morgan mit Ball an den Punkt gestapft, nach der andauernden Überprüfung stand dort plötzlich wieder Rapinoe, die bereits in Minute sieben aus elf Metern zum 1:0 getroffen hatte.

Zumindest der Doppeltorschützing war es egal: "Ich liebe diese Spiele, jede spielt um ihr Leben", freute sich die US-Kapitänin schon allein ob des hochklassigen Duells. "Von jetzt an werden die Spiele nur noch härter und intensiver werden", weiß sie aber auch. Im Viertelfinale wartet mit den Französinnen der Gastgeber - wie die "Stars and Stripes" ein Top-Favorit. Solo warnte speziell: "Frankreich greift mit vielen Leuten an, es wird erneut eine harte Aufgabe für die Abwehr und die Torhüterin der USA werden."

Die 37-Jährige sorgte sich aber auch wegen der eigenen Abteilung Attacke: "Es ist besorgend, dass den USA trotz zahlreichen Angriffen kein Tor aus dem Spiel heraus gelang." Gegen Frankreich dürfen sich die Ellis-Frauen wohl nicht auf Strafstöße verlassen.

Lob für Spanien: "Werden noch einiges von ihnen sehen"

Zu einer wahren Werbebühne für den Frauenfußball trugen am Montagabend in Reims neben den USA aber auch die spanische La Roja bei. Trainer Jorge Vilda war voll des Lobes: "Wir sollten stolz darauf sein, was wir geleistet haben. Wir haben dem besten Team der Welt einiges abverlangt und werden an dieser Niederlage wachsen." Der früheren England-Verteidigerin Laura Bassett rang der spanische Auftritt bei "BBC" ebenfalls Worte des Respekts ab: "Die Spanierinnen war von der ersten bis zur letzten Minute im Spiel. Bei kommenden Turnieren werden wir noch einiges von ihnen sehen."

nba