Die Stürmersuche bei Borussia Mönchengladbach

Thuram und Embolo: Wird's sogar ein Doppelpack?

Marcus Thuram (l.) und Breel Embolo

Heiße Kandidaten bei der Borussia: Marcus Thuram (l.) und Breel Embolo. picture alliance (2)

Marcus Thuram (21, Guingamp) und Breel Embolo (22, Schalke) - zwei ganz heiße Kandidaten für Gladbachs Offensive, ein gemeinsames Merkmal: Beide sind Stürmer der Marke Powertyp. Genau das, was die Borussen als Verstärkung für den Angriff suchen. Wucht und Dynamik wollen sie ihrer Angriffsreihe in diesem Sommer zuführen: mehr Physis, mehr Sprints, mehr Tiefe.

Unter Rose gibt es neue Anforderungen an die Stürmer

Schon die vergangene Saison mit der Umstellung auf das 4-3-3-System bedeutete eine Abkehr von der Grundausrichtung mit zwei "schwimmenden Stürmern" (Sportdirektor Max Eberl), die über viele Jahre hinweg den Fußball made in Gladbach prägten und zu außergewöhnlichen Erfolgen wie der Champions-League-Teilnahme führten.

Unter Neu-Trainer Marco Rose dürfte zwar wieder zu einem System mit zwei Spitzen - ein 4-4-2, allerdings mit Mittelfeldraute - zurückgekehrt werden, doch das Anforderungsprofil an die vorderste Reihe wird ein anderes sein. Statt Stürmern, die sich fallen lassen, entgegenkommen, aus dem Mittelfeld heraus die Angriffe einleiten, wird jetzt der Vorwärtsgang verlangt: Pressing, hohe Ballgewinne, direkter Zug zum Tor und damit Kraft und Tempo.

Thuram überzeugte trotz Abstieg - An Embolo war Gladbach schon 2016 dran

Genau diese Eigenschaften zeichnen Marcus Thuram aus. Der Angreifer von EA Guingamp, Sohn von Frankreichs Weltmeister Lilian Thuram, bringt mit einer Größe von 1,92 Metern eine stattliche Statur mit. Sein starker Antritt prädestiniert den 21-Jährigen nicht nur für die Rolle als (zentrale) Spitze, sondern auch für das Einsatzgebiet auf der Außenbahn. In Guingamp spielte er vorwiegend auf dem linken Flügel und kam in der vergangenen Saison auf 32 Liga-Einsätze, schoss neun Tore. Der Vertrag von Thuram, der mit Frankreich bei der U-21-Europameisterschaft spielt, endet beim Ligue-1-Absteiger im Sommer 2020.

Das zweite heiße Eisen für den Angriff heißt Breel Embolo. Auch der Schalker bringt zweifelsfrei die Qualitäten mit, die in Gladbach gesucht werden; Rose dürfte auch Embolos Stärke im Anlaufen gefallen. Das Interesse liegt auf der Hand, schon vor drei Jahren baggerten die Fohlen an dem Schweizer, der sich dann aber für Schalke entschied. So richtig glücklich wurde er dort nie, zwei schwere Verletzungen (Sprunggelenk 2016, Fußbruch 2018) stoppten seinen rasanten Aufstieg. Er strebt dem Vernehmen nach eine Luftveränderung an, das Ziel könnte - wie bei Thuram - Gladbach lauten.

Obwohl die Borussen mit Malang Sarr (20) von OGC Nizza auch noch einen Verteidiger auf der Wunschliste haben, könnte das Geld womöglich sogar für einen Transfer-Doppelpack mit Thuram und Embolo reichen. Denn klar ist, dass Schalke nach Embolos Verletzungshistorie bei Weitem keine rund 25 Millionen Euro erlösen kann - so hoch soll die Ausstiegsklausel im bis 2021 laufenden Vertrag des Nationalspielers sein. Als weitere Offensivoption ist Alexis Claude-Maurice (21, FC Lorient) noch im Rennen.

Jan Lustig