Hartenbach bedauert den Wechsel zu Young Boys Bern

Sierro geht als unerfülltes Versprechen

Zurück in die Schweiz: Vincent Sierro, hier im Trikot des FC St. Gallen, verlässt den SC Freiburg.

Zurück in die Schweiz: Vincent Sierro, hier im Trikot des FC St. Gallen, verlässt den SC Freiburg. imago images

"Wir hatten eine besondere Beziehung zu Vincent. Er stellt an sich, sein Spiel und seine Spielzeit hohe Anforderungen", sagt Sportdirektor Klemens Hartenbach über den inzwischen 23-Jährigen, der seinen eigenen Ansprüchen im SC-Trikot nicht gerecht wurde. Seine im Januar 2017 von Achillessehnenbeschwerden begleitete Verpflichtung war ein Vorgriff auf den folgenden Sommer. Das erste Halbjahr konnte Sierro aufgrund des Trainingsrückstands nur dazu nutzen, sich an die Abläufe beim SC zu gewöhnen.

Sein Bundesliga-Debüt erfolgte dann am 3. Spieltag der Saison 2017/18 beim 0:0 gegen Dortmund. In dieser Spielzeit kam Sierro jedoch nur auf vier weitere Pflichtspieleinsätze für die Profis und kehrte deshalb in der abgelaufenen Saison in die Schweizer Super League zurück, diesmal auf Leihbasis zum FC St. Gallen. Während der Mann für die Mittelfeldzentrale in der Hinrunde mit acht Toren und drei Assists aufdrehte, ließen seine Leistungen in der Rückrunde nach (3/0).

"Es ist schade, weil er so ein super Typ ist"

Es stellte sich die Frage: Nimmt Sierro nochmal einen Anlauf im Team von Christian Streich, um sich in der Bundesliga durchzusetzen? Nein, lautete an diesem Mittwoch die definitive Antwort. "Wir hatten schon vor der Leihe mit Vincent besprochen, dass es für ihn bei uns nur noch mal Sinn ergibt, wenn er die Perspektive auf viel Spielzeit hat", erläutert Hartenbach: "Angesichts der Konkurrenz konnten wir ihm diese Spielanteile aber nicht garantieren. Im Sinne von allen war ein fixer Wechsel nun das Richtige. Es ist schade, weil er so ein super Typ ist. Aber es geht in erster Linie um ihn und seine Entwicklung."

In Freiburg hat es in dieser Hinsicht nicht geklappt. Jetzt sucht der viersprachige, intelligente junge Mann, der kürzlich an einer Fernuni seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften abschloss, sein Glück beim amtierenden Schweizer Meister Young Boys Bern, wo er einen Vertrag bis 2023 unterzeichnete. Mit einer Ablöse von etwa 1,5 Millionen Euro bringt er die Summe ein, die der SC seinerzeit an Sion bezahlte.

Carsten Schröter-Lorenz

An Kimmich führt kein Weg vorbei