Dresdens Neuzugang im kicker-Interview

Löwe: "Kloppo war mein Sechser im Lotto"

Chris Löwe

Weckt Erwartungen in Dresden: Dynamo-Neuzugang Chris Löwe. imago images

Wo geht die Reise hin mit dem Traditionsklub aus der sächsischen Hauptstadt? In der abgelaufenen Saison, der dritten in Serie in der 2. Liga, lief Dynamo nur auf Rang 12 ein. Während in der Aufstiegsspielzeit 2016/17 ein starker fünfter Platz zu Buche stand, gibt es auch diesen Fakt: Von den vergangenen 13 Spieljahren verbrachte Dresden fünf in der 3. Liga und zwei in der Regionalliga. Ist der Klub stabil genug, um nicht wieder nach unten abzurutschen? "Davon gehe ich fest aus und meine, dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde. Bei den Verantwortlichen spüre ich eine gewisse Ruhe im Handeln. Die wissen genau, was noch fehlt, um Schritte nach vorne zu machen", sagt Löwe und kündigt an: "Sie werden versuchen, noch diesen Sommer Dinge umzusetzen."

Ich werde mir den Arsch aufreißen.

Chris Löwe

Man darf also gespannt sein, was in Sachen Fußball noch passiert in Elbflorenz. Löwe ist im Team von Trainer Cristian Fiel als Fixpunkt und Führungsspieler auf der defensiven linken Außenbahn eingeplant, bremst jedoch ein wenig: "Ich weiß um die hohe Erwartungshaltung. Man sollte aber keine zehn Tore und zehn Vorlagen von mir erwarten. Aber das, was bisher alle von mir bekommen haben. Ich werde mir den Arsch aufreißen, alles probieren, um so erfolgreich wie möglich zu sein."

Dankbarkeit für Klopp und Wagner

Das mit dem Erfolg klappte für den gebürtigen Plauener in den vergangenen Jahren ganz gut. Vor allem, weil zwei Trainer seinen Weg prägten, die derzeit in aller Munde sind: Champions-League-Sieger Jürgen Klopp und Neu-Schalke-Coach David Wagner. "Kloppo hat mich damals aus der 4. Liga zum amtierenden Deutschen Meister geholt. Das war mein Sechser im Lotto. Weil ich auch auf einige Einsätze kam, hat er einen ganz großen Anteil am Verlauf meiner Karriere", blickt Löwe auf den Sommer 2011 zurück, als er von Regionalligist Chemnitz zum BVB wechselte und am Saisonende direkt das Double feiern durfte.

Wagner fungierte zu jener Zeit als U-23-Trainer in Dortmund und feierte dann mit Löwe in Huddersfield 2017 zunächst den Überraschungsaufstieg in die Premier League und 2018 den noch sensationelleren Klassenerhalt. Löwe: "Mit David hatte ich schon in Dortmund ein gutes Verhältnis. In England hat er sich daran erinnert, dass ich ganz gut kicken kann, und mich überzeugt, dass mir so ein Schritt ins Ausland guttun könnte. Ich beiden unglaublich dankbar für das, was sie mir und meiner Familie ermöglicht haben. Sie sind nicht nur großartige Fußballtrainer, sondern auch großartige Menschen."

Lesen Sie im aktuellen kicker (Montagausgabe) das große Interview mit Chris Löwe. Darin spricht er außerdem über das Erfolgsgeheimnis und das weniger schöne Ende in Huddersfield, die Gründe für den Wechsel nach Dresden, Klopp als Bundestrainer, Wagners Qualitäten auf Schalke sowie die Neonazi-Vorfälle in Sachsen.

Carsten Schröter-Lorenz