DFB-Frauen und der nächste Schritt - Marozsans Fortschritt

Voss-Tecklenburg ganz klar: "Wir werden nicht taktieren"

Martina Voss-Tecklenburg

Hat den dritten WM-Sieg im dritten Spiel fest im Blick: DFB-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. imago images

Deutschland wird im dritten WM-Gruppenspiel gegen Südafrika voll auf Sieg spielen - obwohl das Achtelfinal-Ticket bereits eingesackt ist. Das hat Bundestrainerin Voss-Tecklenburg am Sonntag auf der Pressekonferenz klargemacht und dabei Sätze formuliert wie: "Wir werden nicht taktieren, denn wir wollen den nächsten Schritt machen und mit drei Punkten vom Platz gehen."

Schließlich wolle man die Gruppe B als klarer Erster mit den vollen neun Punkten beenden und somit auch einem sonst möglichen Duell mit dem dreimaligen Rekord-Titelträger USA (13:0 gegen Thailand) aus dem Weg gehen. "Wir haben eine sehr gute Ausgangslage für den ersten Platz. Dafür müssen wir den entscheidenden Schritt machen", sagte Voss-Tecklenburg und versicherte nach einer sonnigen Auszeit am Samstagnachmittag: "Der Kampfmodus ist im Training immer da." Der Ausflug zur Beach-Bar "Paillote Bambou" in La Grande-Motte, knapp 20 Kilometer außerhalb des Spielortes Montpellier, sei angesichts des spürbaren Erwartungsdrucks für die Köpfe der Spielerinnen wichtig gewesen.

"Wir brauchen diese Balance aus intensiver Arbeit auf und neben dem Platz und den Räumen, wo gelacht wird und die Anspannung, die in den Spielen zu spüren war, beiseite gelegt wird und der Kopf frei ist", so "MVT" weiter mit Blick auf die beiden durchwachsenen 1:0-Siege gegen China und Spanien. Um spielerisch zu überzeugen, brauche es aus ihrer Sicht eben "Lockerheit und Sicherheit".

"Natürlich gibt es Überlegungen"

Dennoch gelte es, den Energiehaushalt im Team genau zu beobachten. "MVT" kündigte deswegen an, ihr Personal gegen den noch punktlosen WM-Neuling erneut auf einigen Positionen umzustellen - zuletzt war unter anderem Lena Goeßling ins Aufgebot gerückt. "Wir hoffen ja, noch länger im Turnier zu sein, da müssen wir auch auf die Belastung schauen", sagte die 51-Jährige, die auch drohende Sperren einfließen lassen will. Verwarnt wurden bislang das 17 Jahre alte Küken Lena Oberdorf und Verena Schweers.

Voss-Tecklenburg sagte außerdem zum Thema Startelfveränderungen: "Natürlich gibt es diese Überlegungen. Wir werden viele Faktoren mit einfließen lassen. Für uns ist es aber mehrheitlich egal, wer startet. Weil wir den Spielerinnen, die starten, und denen, die auf der Bank sitzen, vertrauen."

Dallmann erwartet kein Geschenk

Die Essenerin Linda Dallmann, die an diesem Nachmittag neben ihrer Trainerin auf dem Podium Platz nahm, warnte indes davor, den WM-Debütanten aus Südafrika zu unterschätzen: "Das ist ein Gegner, der uns die drei Punkte nicht schenkt. Sie spielen mit viel Leidenschaft und werden alles raushauen." Schließlich will der Underdog die letzte Chance wahren, mit drei Zählern zu jenen vier besten Gruppendritten zu gehören, die ins Achtelfinale einziehen.

Fortschritte bei Marozsan

Erfreuliche Neuigkeiten gibt es auch von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die laut Voss-Tecklenburg nach ihrem erlittenen Zehenbruch trotz beständiger Schmerzen erste kleine Fortschritte macht: "Sie ist noch ein weites Stück entfernt von der Spielfähigkeit. Aber es ist großartig, wie sich in dieser schwierigen Situation für die Mannschaft einbringt."

mag

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