UEFA-Präsident weist Vorwürfe zurück

Ceferin kritisiert englische Klubs: "Sie sind verrückt"

Aleksander Ceferin

Präsident der UEFA: Aleksander Ceferin. imago images

Immer wieder hatte Ceferin den Austragungsort des Europa-League-Finals verteidigt. Am Rande einer Veranstaltung in der britischen Oxford University befürwortete er die Wahl erneut - und fand deutliche Worte: "Wir haben vor eineinhalb Jahren entschieden, dass wir in Baku spielen, wo es ein modernes Stadion mit 70.000 Zuschauern gibt. Ich denke, es gibt nur ein Stadion in England, das größer ist. Wenn mich jemand fragt, warum wir in Baku gespielt haben, würde ich sagen: 'Dort leben Menschen. Homo Sapiens leben dort.' Sie mussten das Spiel wegen des Zeitunterschieds um 23 Uhr sehen, aber niemand hat sich beschwert." Dass mit dem FC Arsenal und dem FC Chelsea zwei Klubs aus London tausende Kilometer reisen mussten, um die Partie auszutragen, ließ Ceferin nicht gelten: "Wenn wir zwei aserbaidschanische Mannschaften in London haben, würde sich niemand beschweren. Sie würden ohne Probleme kommen und spielen."

Wenn wir zwei aserbaidschanische Mannschaften in London haben, würde sich niemand beschweren. Sie würden ohne Probleme kommen und spielen.

Aleksander Ceferin

Das Unverständnis der Klubs an den Umständen der Austragung des Finals basierte unter anderem auf die geringe Zahl der Tickets bezogen für ihre Anhänger. Zudem trat Arsenals Henrikh Mkhitaryan, der aus Armenien stammt, die Reise nach Aserbaidschan aufgrund politischer Differenzen beider Länder nicht an - was für breite Kritik in der Öffentlichkeit sorgte

Ceferin, der nach eigener Aussage bei seiner Kandidatur für die Präsidentschaft nicht vom englischen Verband unterstützt worden sei, wies das jedoch zurück. Vielmehr kritisierte der Slowene die grundsätzliche Haltung der englischen Vereine. "Wenn wir zwei aserbaidschanische Mannschaften in London haben, würde sich niemand beschweren. Sie würden ohne Probleme kommen und spielen. Wir müssen den Fußball überall entwickeln, nicht nur in England und Deutschland", sagte er und betonte: "Wann auch immer wieder es mit englischen Vereinen zu tun haben, haben wir Beschwerden. Sie sind verrückt."

Champions-League-Finale nur an "vier, fünf Orten"?

Zudem kündigte Ceferin an, das Europa-League-Finale weiterhin in kleineren Stadien austragen zu wollen ("Der Wettbewerb sollten mit denjenigen geteilt werden, die ihn lieben"). Anders sieht er die Perspektive in der Champions Leauge. Für das diesjährige Finale habe die UEFA fast eine Millionen Ticketanfragen erhalten, weshalb er für das Endspiel der Königsklasse nur in die größten Stadien gehen will - "auch wenn es dann immer dieselben vier, fünf Orte sind".

pau