Cottbus mit Fehlbetrag

Energie-Mitgliederversammlung: Erst Jubel, dann Eklat

FC Energie Cottbus

Ort des Geschehens: Die Mitgliederversammlung des FC Energie Cottbus auf der Westtribüne im Stadion der Freundschaft. imago images

Aufgrund der heißen Temperaturen hatte der FCE die Mitgliederversammlung auf der Westtribüne im Stadion der Freundschaft abgehalten. Den 555 anwesenden Mitgliedern wurde nach kurzen Begrüßungsworten durch Präsident Werner Fahle Vize-Meister Borussia Dortmund als Testspielgegner angekündigt.

Jahresfehlbetrag von 737.000 Euro

Im Zuge der Rechenschaftsablegung zu wirtschaftlichen und sportlichen Themen hatten die Verantwortlichen weniger gute Nachrichten zu vermelden: Durch die Veräußerung vereinseigener Grundstücke konnte der ehemalige Bundesligist die langfristigen Verpflichtungen zwar um 238.000 Euro auf rund 5,9 Millionen Euro reduzieren, beendete das Geschäftsjahr 2018 aber dennoch mit einem Fehlbetrag von 737.000 Euro. Dadurch beträgt das Eigenkapital der Lausitzer 405.000 Euro, die Gesamtbilanz stellt sich ausgeglichen dar.

FCE künftig mit "Beauftragten für Vielfalt und Toleranz"

Neben den finanziellen Tagesordnungspunkten nahm die Aufarbeitung der abgelaufenen Spielzeit, der Ausblick auf die kommende Regionalligasaison sowie die Wahlen von Verwaltungs-, Ehrenrat und Kassenprüfer einen großen Teil auf der Tagesordnung ein.

Ebenfalls behandelt wurden die Bemühungen des Vereins, sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Rechtsextremismus zu positionieren. Mit Hilfe des Landes Brandenburg sowie der Flick-Stiftung wird mit Maximilian Braun ab Juli ein "Beauftragter für Vielfalt und Toleranz" beim FC Energie seine Arbeit aufnehmen. Ziel soll es zudem sein, "zukünftig die intensive und offene Kommunikation mit Mitgliedern und Fans weiterzuführen".

Cottbus schließt einzelne Medienvertreter aus

Ein Votum führte an diesem Abend allerdings zu einem Eklat: Im Rahmen einer Abstimmung hatten sich die Mitglieder dafür ausgesprochen, dass die Berichterstatter des "Rundfunks Berlin-Brandenburg" (rbb) von der Versammlung ausgeschlossen wurden und das Stadion verlassen mussten. Reporter der "Lausitzer Rundschau" zeigten sich mit ihren Kollegen solidarisch und entfernten sich ebenfalls von der Veranstaltung.

Solidarische Handlung von Kollegen

"So zu selektieren ist unüblich und unprofessionell", schrieb Oliver Haunstein-Teßmer, Chefredakteur der "Lausitzer Rundschau", anschließend in seinem Kommentar. "Die kleinkarierte Abstimmung ist eines angesehenen Clubs unwürdig", führte er weiter aus und erklärte die solidarische Handlung gegenüber dem rbb darin, dass es nicht zu akzeptieren sei, "wenn die Regeln des Anstands gegenüber der Öffentlichkeit so gravierend verletzt werden". Vielmehr gehe "es nicht an, dass der FCE Journalisten bewusst und nach Nase abstraft und sich aussucht, wer gerade genehm" sei.

kög