Entgegen der Medienberichte

Ferrari sammelt weiter Beweise gegen Vettel-Strafe

Grimmiger Blick: Sebastian Vettel (li.) verlor in Kanada wegen eines vermeintlichen gefährlichen Manövers gegen Lewis Hamilton.

Grimmiger Blick: Sebastian Vettel (li.) verlor in Kanada wegen eines vermeintlichen gefährlichen Manövers gegen Lewis Hamilton. imago images

In der Debatte um die Strafe für Sebastian Vettel beim Formel-1-Rennen in Kanada hat Ferrari Berichte über den Verzicht auf einen Einspruch bestritten. "Wir sammeln weiterhin Beweise", sagte eine Sprecherin des Rennstalls am Donnerstag. Zuvor hatten die britische "Daily Mail" und italienische Medien gemeldet, das Team werde nicht wie zunächst angekündigt die Fünf-Sekunden-Strafe gegen Vettel anfechten. Wegen eines harten Manövers gegen Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hatten die Rennkommissare den Deutschen verurteilt. Vettel verlor damit seinen Sieg in Montréal an den Briten.

Die Frist für den Einspruch lief bis Donnerstagabend, 96 Stunden nach dem Rennende. Ursprünglich hatte Ferrari eine Absichtserklärung für einen Protest beim Weltverband FIA hinterlegt. Fachmedien berichteten am Donnerstag, die Scuderia wolle mithilfe neuer Beweise die FIA-Richter dazu bewegen, die strittige Situation neu zu bewerten. Bei Vorlage frischen Materials könnte sich die Einspruchsfrist laut Regelwerk demnach sogar auf bis zu zwei Wochen verlängern.

Was war passiert?

Vettel war in der 48. Runde des Rennens in Führung liegend nach einem Fehler mit seinem Ferrari durchs Gras gefahren. Als der 31 Jahre alte viermalige Weltmeister zurück auf die Strecke gekommen war, hatte er den fünfmaligen Champion Hamilton nahe an eine Mauer gedrängt. Vettel hatte betont, nicht absichtlich so gefahren zu sein.

Die Rennkommissare jedoch ahndeten sein Manöver als "gefährliche Rückkehr auf die Strecke". Zudem soll Vettel FIA-Kreisen zufolge in einem Funkspruch ans Team gesagt haben, wenn er nicht nach rechts gelenkt hätte, wäre Hamilton vorbei gewesen. Damit wäre eine Absicht belegt.

dpa