Ronaldo 13-mal perfekt, Romario lieber im Urlaub

Messis Misere: Superstars bei der Copa America

Manch großer Name triumphierte bei der Copa America - mancher (noch) nicht.

Manch großer Name triumphierte bei der Copa America - mancher (noch) nicht. imago images (4)

Chancen erhält der bald 32-jährige Messi auf Kontinentalebene reichlich. Nur ein Jahr nach 2015 fand bereits die nächste Ausgabe statt, des 100-jährigen Verbandsjubiläums wegen. Nach 2019, sollte der Titeltraum weiterhin ein solcher bleiben, bietet sich schon 2020 eine weitere Möglichkeit - ein neuer Turnier-Zyklus wird eingeführt. So oft wie Messi durfte es vor ihm kaum ein anderer Superstar versuchen.

Alfredo di Stefano: Sechs Spiele, sechs Tore

Weil der "blonde Pfeil" River Plate und Argentinien schon mit 22 Jahren den Rücken kehrte (Kolumbien, Spanien), bestritt er lediglich sechs Länderspiele für die Albiceleste. Allesamt bei der Copa America 1947, als der spätere Fünffach-Champion im Europapokal der Landesmeister (mit Real Madrid) zudem sechs Tore erzielte und den Titel gewann.

Seiner Zeit voraus: Pelé gewann eigentlich alles - die Copa America im ersten und einzigen Versuch aber nicht.

Seiner Zeit voraus: Pelé gewann eigentlich alles - die Copa America im ersten und einzigen Versuch aber nicht. Getty Images

Torschützenkönig Pelé: Welttournee statt Copa

Obwohl er die beste Zeit seiner Karriere beim FC Santos in Brasilien verbrachte, nahm auch Pelé nur einmal an der Copa America teil. 1959 wurde er als Teenager und amtierender Weltmeister in einem Ligamodus mit der Selecao Zweiter, weil im letzten Spiel ein 1:1 gegen Sieger Argentinien zu wenig war. Mit acht Toren krönte sich Pelé immerhin zum Torschützenkönig, zu einer weiteren Copa-Teilnahme kam es nicht - wohl auch, weil Santos mit ihm als Hauptattraktion auf diverse Welttourneen ging und teilweise über 100 Spiele pro Kalenderjahr bestritt.

Garrincha nicht in Form

Pelés kongenialer Partner Garrincha - Brasilien verlor keines der 40 Spiele, in denen beide gemeinsam auf dem Platz standen - kam neben zwei Weltmeistertiteln ebenfalls auf nur eine Copa-Teilnahme. 1959, als trotz der Fabelbilanz des Top-Duos nur Platz zwei heraussprang. Es könnte auch daran gelegen haben, dass der oftmals "heimliche" Matchwinner Garrincha - nach anhaltendem Auskosten des WM-Titels aus dem Vorjahr - körperlich in keiner guten Verfassung war.

Zico und die Ungekrönten

Auch Selecao-Spielmacher Zico nahm nur einmal teil, 1979 beim brasilianischen Halbfinal-Aus gegen Paraguay. Ihm und seiner für besonders kreativen Offensivfußball gefeierten Generation blieb sowohl 1982 als auch 1986 zudem der WM-Titel verwehrt. 1983 scheiterte sie erst im Copa-Finale, als ihnen ihr nach Italien (Udine) gewechselter Superstar allerdings nicht zur Verfügung stand.

Dunga umkurvt, aber wieder reicht es nicht: Diego Maradona ist fast alles, was die Albiceleste 1989 zu bieten hat.

Dunga umkurvt, aber wieder reicht es nicht: Diego Maradona ist fast alles, was die Albiceleste 1989 zu bieten hat. Getty Images

Maradonas bitteres Aus

Der Weltmeistermacher schlechthin ging im Kontinentalwettbewerb ebenfalls leer aus. Als 18-Jähriger schnupperte Diego Maradona 1979 erstmals Copa-Luft. 1987, auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, spielte Maradona ein bärenstarkes Turnier - strittige Schiedsrichterentscheidungen und etwas Pech führten jedoch zum bitteren Halbfinal-Aus gegen Rekordsieger Uruguay. 1989 mühte sich der Heilsbringer aus Neapel erneut, nach einer langen Saison inklusive Europapokal-Triumph scheiterte er ohne die ganz großen Auftritte abermals.

Romario zwischen Allüren und Erfolg

1987 debütierte das "Genie des Strafraums" Romario bei der Südamerikameisterschaft, 1989 schoss auch er die Selecao mit drei Toren zum Titel. Dabei stand er allerdings ein wenig im Schatten seines ungeliebten Sturmpartners Bebeto (sechs Treffer), an dessen Seite er 1994 - diesmal als Garant - Weltmeister werden sollte. 1991 sagte der streitbare Romario die Copa-Teilnahme tatsächlich ab, weil er lieber Urlaub machen wollte - 1997 trug er nochmals entscheidend zum Titel bei.

Ronaldo: Der perfekte Copa-Spieler

Ronaldo Luis Nazario de Lima, mehr geht bei Copa Americas wohl nicht. 13 Spiele absolvierte das "Phänomen" bei Südamerikameisterschaften, 13-mal ging es als Sieger vom Platz. Einen ersten Einsatz als Teenager gab es 1995; 1997 (bester Spieler) und 1999 (Torschützenkönig) führte Ronaldo Brasilien dann jeweils zum Triumph. Schwere Verletzungen und die alternative Kadergestaltung der Brasilianer verhinderten in der Folge weitere Auftritte.

20 Minuten für Ronaldinho

Auf gerade einmal 20 Minuten Copa America kommt Ronaldinho. 1999 gehörte er in jungen Jahren zum prominenten Aufgebot und kam zu jenem Kurzeinsatz. 2001, wie auch 2004, schickte Brasilien eher Alternativ-Mannschaften zur Copa. 2007 fiel unter anderem Ronaldinho dem brasilianischen Umbruch zum Opfer, als sich seine große Zeit ohnehin dem Ende geneigt hatte.

Der mit dem Ball tanzt: Der 19-jährige Ronaldinho bei der Copa America 1999.

Der mit dem Ball tanzt: Der 19-jährige Ronaldinho bei der Copa America 1999. Getty Images

Neymar mit Pech und Pannen

Neymar und die Copa America: keine Liebesbeziehung. 2011 spielte er als neuer Hoffnungsträger in allen vier Spielen, war dann aber bereits ausgewechselt worden, als die Selecao in einem wahren Elfmeterdrama (alle vier Brasilianer verschossen) im Viertelfinale gegen Paraguay ausschied. 2015 hatte er nur die ersten beiden Partien bestritten, ehe er wegen einer Unsportlichkeit für den Rest des Turniers gesperrt wurde.

2016 entschied sich der Edeltechniker gegen die Copa (der FC Barcelona gab ihn nur für ein Turnier frei), um an den Olympischen Spielen im eigenen Land (Rio de Janeiro) teilzunehmen - Brasilien siegte. 2019 galt die Selecao, wieder in der Rolle des Veranstalters, als Turnierfavorit - erneut kann Neymar nur zuschauen: Der PSG-Angreifer verletzte sich kurz vor Turnierbeginn in einem Länderspiel am Knöchel.

Messi: Tragisch in den Endspielen

Im Trikot des FC Barcelona hat Lionel Messi die meisten Trophäen bereits mehrfach gewonnen, für die ausbleibenden Titel im himmelblau-weißen Nationaldress wird "La Pulga" immer wieder kritisiert. Sein Copa-Debüt feierte Messi 2007, als ein favorisiertes Argentinien bis ins Finale vordrang, dort aber überraschend 0:3 gegen Brasilien verlor. Auch, weil es dem Linksfuß beim Heim-Turnier 2011 nicht gelang, eine zweieinhalbjährige Torflaute in Pflichtspielen für das Nationalteam zu beenden, schied die Albiceleste im Viertelfinale gegen Uruguay aus.

Frust: Nach dem verschossenen Elfmeter im Finale 2016 zerreißt Lionel Messi beinahe sein Trikot.

Frust: Nach dem verschossenen Elfmeter im Finale 2016 zerreißt Lionel Messi beinahe sein Trikot. Getty Images

2015 erzielte der fünfmaligen Weltfußballer kein Tor aus dem Spiel heraus, im verlorenen Finale gegen Chile blieb er blass, sammelte seine wenigsten Ballkontakte des Wettbewerbs. 2016 spielte Messi dann zwar ein überragendes Turnier, inklusive eines Dreierpacks gegen Panama. Im Finale avancierte er jedoch einmal mehr zur tragischen Figur, als er im Elfmeterschießen gegen Chile deutlich vergab. Merklich geknickt verkündete der Ausnahmekönner in der Folge seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft - eine Entscheidung, die er inzwischen revidiert hat. Um mindestens 2019 noch einmal anzugreifen.

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