Italiener kehrt in die Serie A zurück

Sarri verlässt Chelsea und wird Juventus-Trainer

Maurizio Sarri

Abgang mit Titel: Maurizio Sarri. imago images

Ganz so lange ist es noch gar nicht her, da erschien es unausweichlich, dass sich Chelsea und Sarri trennen würden. Damals, Ende Februar, hatten die Blues auf dramatische Art und Weise das Ligapokalfinale gegen Manchester City im Elfmeterschießen verloren; vor allem aber die verweigerte Auswechslung von Keeper Kepa und die darauffolgende Reaktion von Sarri blieben in Erinnerung.

Chelsea war zu diesem Zeitpunkt nur noch Sechster in der Liga - doch Sarri, zuvor noch furios in seine erste Saison außerhalb Italiens gestartet, durfte bleiben, wohl auch mangels einer passenden Alternative. Mitte Mai wurde er dann Dritter in der Liga und gewann die Europa League - und geht jetzt.

"Es war ein sehr schwieriges Jahr", hatte er erst vor kurzem gegenüber "Vanity Fair" bestätigt und damit vor allem den heftigen Gegenwind im Frühjahr gemeint. Sein "Sarri-Ball", der aktive, offensivorientierte Fußball, mit dem er Neapel beinahe den ersten Meistertitel seit über zwei Jahrzehnten gebracht hätte, war plötzlich nicht mehr so angesagt, zahlreiche Chelsea-Fans feindeten ihn offen mit Sprechchören an, pfiffen bei Auswechslungen.

Doch Juventus glaubt an Sarri: Der Mal-wieder-Meister hatte sich vor wenigen Wochen von Trainer Massimiliano Allegri getrennt, obwohl dieser in fünf Jahren fünfmal Meister und viermal Pokalsieger geworden war. Sarri, der in Baku seine erste Trophäe als Trainer überhaupt gewann, erhält einen Dreijahresvertrag und soll der Alten Dame den ersehnten Champions-League-Titel bringen, an dem sich Allegri die Zähne ausgebissen hatte.

Sarris Umzug nach Turin ist wohl ein halbwegs elegantes Ende der kühlen, komplizierten Chelsea-Sarri-Beziehung: für Sarri, den es wieder in die Heimat zog, in der er nach wie vor einen exzellenten Ruf genießt; und für Chelsea, das die nahe, von der Transfersperre und Eden Hazards Abschied erschwerte Zukunft wohl lieber einem pragmatischeren Trainer mit mehr Kredit bei den Fans anvertraut.

Wem genau, das ist noch unklar. Gehandelt wurde zuletzt Klubikone Frank Lampard, der in seiner Debütsaison als Trainer mit Derby County nur knapp den Aufstieg in die Premier League verpasst hatte. Allegri, der seinerseits mit Chelsea in Verbindung gebracht worden war, hat sich selbst aus der Verlosung genommen: Er will erst einmal ein Jahr pausieren.

mkr

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