BBL, Play-off-Vorschau, Halbfinale

Rasta vs. Bayern: Reicht die Kraft zum nächsten Coup?

Setzen sich TJ Bray (Mitte) & Co. auch gegen die Bayern durch?

Setzen sich TJ Bray (Mitte) & Co. auch gegen die Bayern durch? imago

Bayern München (1.) - Rasta Vechta (4.)

Die 1. Play-off-Runde: Oberflächlich betrachtet lief alles glatt bei den Bayern. 3:0 gegen die Braunschweiger Löwen, der erwartete Sweep. Mit elf, zehn und nochmal zehn Punkten Vorsprung gingen die Spiele an den Meister und Favoriten.
Vechta setzte sich mit 3:1-Siegen gegen Brose Bamberg durch. Trotz der besseren Hauptrunden-Platzierung kam das nicht unbedingt erwartet, schließlich standen die Niedersachsen erstmals in den Play-offs - und das gegen den erfahrenen Ex-Serienmeister.

die letzten 10 Spiele - SC Rasta Vechta
FC Bayern (A)
95
:
80
FC Bayern (H)
71
:
89
FC Bayern (A)
98
:
88
Bamberg (A)
86
:
90
Bamberg (H)
87
:
78
Bamberg (A)
102
:
98
Bamberg (H)
96
:
85
Ulm (A)
98
:
94
Gießen (H)
92
:
81
Ludwigsburg (A)
102
:
98
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die letzten 10 Spiele - Bayern München
Alba Berlin (H)
93
:
88
Alba Berlin (A)
77
:
82
Alba Berlin (H)
74
:
70
Vechta (H)
95
:
80
Vechta (A)
71
:
89
Vechta (H)
98
:
88
Braunschweig (H)
87
:
77
Braunschweig (A)
74
:
84
Braunschweig (H)
70
:
59
Bonn (A)
102
:
98
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BBL Play-offs - Halbfinale - Best of 5
Halbfinale - Best of 5

Was lief gut? Der SC Rasta knüpfte an die sensationelle Hauptrunde an und überzeugte gegen Bamberg durch Unerschrockenheit, Teamgeist und immer wieder Phasen schier unglaublicher Trefferquote. 92,75 Punkte schenkten die Niedersachsen Brose im Schnitt ein. Beeindruckend auch die Moral der Play-off-Greenhorns. Trotz oder gerade wegen akuter Verletzungssorgen (Seth Hinrichs, Tyrone Nash und Clint Chapman) rückte das Team von Trainer Pedro Calles ganz eng zusammen. Die Krönung: In Spiel vier in Bamberg lag Rasta in der zweiten Hälfte mit zehn Punkten zurück und gewann noch mit 90:86.
Die Bayern klangen nach dem Sweep gegen Braunschweig hingegen wie ein Team, das soeben ausgeschieden war. Geschäftsführer Marko Pesic ätzte in aller Öffentlichkeit, dass die Mannschaft in dieser Verfassung im Halbfinale "nichts verloren" habe. Kapitän Danilo Barthel ("Wenn ich wüsste, woran es lag") rätselte über die schwache Form, Distanzschütze Petteri Koponen kritisierte das "zu statische" Spiel der Bayern, die Braunschweig immer wieder heißlaufen ließen.

Was gilt es noch zu verbessern? Wenig bei Rasta, viel bei Bayern. Vechta spielte gegen Bamberg sicher ganz nah am Limit, München schöpfte sein Potenzial keinesfalls aus. Die öffentlich geäußerte Kritik Pesics soll den Meister wachrütteln. Vechtas Leistungen in Runde eins helfen der Truppe von FCB-Trainer Dejan Radonjic sicher dabei - auf die leichte Schulter nehmen wird man den rotzfrechen Außenseiter eher nicht. Die Hauptrunden-Niederlage im März im Rasta Dome wird die Sinne zusätzlich geschärft haben.
Vechtas "Coach des Jahres" Pedro Calles wurde in der ersten Runde aufgrund der Verletzung einiger Stammkräfte zu einer Rotation mit sieben Spielern gezwungen. Leistungsträger wie Austin Hollins oder T.J. Bray mussten manchmal über 37 Minuten ran. Ein Zustand, den Calles sicherlich gerne ändern würde. Nach dem historischen Triumph über Bamberg verwies der Spanier schnell darauf, das sich seine Spieler nun erholen müssten.

Ausblick: Reichen die Kräfte bei Vechta? Das ist eine der Kernfragen vor dem Auftakt am Sonntag in München. Denn während die "Glorreichen Sieben" nur wenige Tage zum Wundenlecken hatten, brachte Radonjic bei den Bayern stets elf oder gar alle zwölf Spieler aufs Parkett, kaum einer musste mehr als 30 Minuten ran. Vorteil für Vechta: Die Sieben können sich aufeinander verlassen, jeder spielt für den anderen, jeder ist wichtig. "München ist sicher Favorit, aber Vechta ist alles zuzutrauen", sagte Ex-Bundes- und Bayern-Trainer Dirk Bauermann im ARD-Morgenmagazin. Und weil das die Bayern auch wissen, wird es an der nötigen Einstellung bei Derrick Williams & Co. diesmal sicher nicht hapern.

kicker-Tipp: Glaubt man an "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss", wird der FC Bayern ab Sonntag ein anderes Gesicht zeigen und dem Gegner die Grenzen aufzeigen. Eine interessante Serie dürfte es dennoch werden, wenn Rasta nichts von seiner Unbekümmertheit verliert. 3:1 für Bayern.

Andi Holzmann

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